Die Unverpassbaren, Woche 04 – 2020

Emily Beecham als Alice in ‚Little Joe‘ ©filmcoopi

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Little Joe von Jessica Hausner. Alice konstruiert für eine Gentech-Firma eine Topfpflanze, deren Duft glücklich macht. Mit Nebenwirkungen. Eine irre, etwas unterkühlte Mischung aus Science-Fiction und Gegenwartsanalyse, aufdringlich, aber faszinierend.
  2. Platzspitzbaby von Pierre Monnard. Die Zürcher Geschichte der Emanzipation einer starken Tochter von ihrer Junkie-Mutter weckt Emotionen, ohne zu gängeln, die Darstellerinnen sind umwerfend.
  3. 1917 von Sam Mendes. Zwei Soldaten im ersten Weltkrieg zwischen den Schützengräben. Atem- und pausenlos wie am Stück gefilmt, virtuos, berührend und deutlich menschlicher als ähnliche Versuche.
  4. Les misérables von Ladj Ly. In der Pariser Peripherie kippt das Gleichgewicht zwischen Gang-Disziplin und Polizei-Gewalt. Einsichten aus erster Hand, mit episch-filmischem Flair beschleunigt.
  5. Les Particules von Blaise Harrison. Eine wunderbar mysteriöse Alltagsbetrachtung zum Teenagerleben, rund um das CERN und den partikulär wolkig instabilen Aggregatszustand Adoleszenz. Pure Schönheit.

Und im Filmpodcast morgen: Lindenberg! Mach dein Ding, Little Joe, Terry Jones, Urs Egger, Solothurner Filmtage.

Die Unverpassbaren, Woche 03 – 2020

Benedict Cumberbatch als Edison in ‚The Current War‘ © Ascot Elite

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Platzspitzbaby von Pierre Monnard. Die Zürcher Geschichte der Emanzipation einer starken Tochter von ihrer Junkie-Mutter weckt Emotionen, ohne zu gängeln, die Darstellerinnen sind umwerfend.
  2. 1917 von Sam Mendes. Zwei Soldaten im ersten Weltkrieg zwischen den Schützengräben. Atem- und pausenlos wie am Stück gefilmt, virtuos, berührend und deutlich menschlicher als ähnliche Versuche.
  3. Les misérables von Ladj Ly. In der Pariser Peripherie kippt das Gleichgewicht zwischen Gang-Disziplin und Polizei-Gewalt. Einsichten aus erster Hand, mit episch-filmischem Flair beschleunigt.
  4. Les Particules von Blaise Harrison. Eine wunderbar mysteriöse Alltagsbetrachtung zum Teenagerleben, rund um das CERN und den partikulär wolkig instabilen Aggregatszustand Adoleszenz. Pure Schönheit.
  5. The Current War von Alfonso Gomez-Rejon.  Der Kampf der Erfinder und Vermarkter um die Elektrifizierung der Welt. Schnell, komplex, faszinierend. Es fühlt sich an, als stünde der Film selbst unter Strom.

Und im Filmpodcast morgen: 1917, Platzspitzbaby, Le milieu de l’horizon, The Current War.

Die Unverpassbaren, Woche 02 – 2020

Pure Energie: Die Teenager in ‚Les particules‘ © Cineworx

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Les misérables von Ladj Ly. In der Pariser Peripherie kippt das Gleichgewicht zwischen Gang-Disziplin und Polizei-Gewalt. Einsichten aus erster Hand, mit episch-filmischem Flair beschleunigt.
  2. Les Particules von Blaise Harrison. Eine wunderbar mysteriöse Alltagsbetrachtung zum Teenagerleben, rund um das CERN und den partikulär wolkig instabilen Aggregatszustand Adoleszenz. Pure Schönheit.
  3. Knives Out von Rian Johnson. Witzig und bissig aufdatierte Variation auf das One-Room-Murder-Mystery nach Agatha Christie. Mit Hammer-Besetzung.
  4. Midnight Family von Luke Lorentzen. In Mexico-City ersetzen private Ambulanzen die fehlenden des Staates. Ein fast Dokumentarfilm mit einem unwiderstehlichen Sog.
  5. Echo von Rúnar Rúnarsson. Absurde Episoden aus der isländischen Weihnachtszeit. Unglaublich aufwändig und bildstark zu einem Monument verfugt.

Und im Filmpodcast morgen: Les misérables, Les particules, Knives Out, Midnight Family, Als Hitler das rosa Kaninchen stahl, Echo.

Die Unverpassbaren, Woche 50 – 2019

Gugu Mbatha-Raw und Edward Norton in ‚Motherless Brooklyn‘ © Warner Bros.

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Motherless Brooklyn von Edward Norton. Einen 50ies-Privatdetektiv mit Tourette-Syndrom spielt Regisseur Norton hier, in New York, virtuos wie immer. Und keineswegs realistisch. Aber witzig, poetisch, schön und kreativ.
  2. Le jeune Ahmed von Luc und Jean-Pierre Dardenne. Ihr erster Film, bei dem die belgischen Brüder ihre Hauptfigur, einen jungen Islamisten, selber nicht mehr verstehen. Eine faszinierende Einkreisung.
  3. The Lighthouse von Robert Eggers. Zwei Männer im huis clos auf einem einsamen Leuchtturm. Der schwarzweisse Horrorfilm im klassischen Format beeindruckt mit seinem perfekten Zusammenspiel von Form und Inhalt, surreal, grotesk, märchenhaft, wie altes, schauriges Seemansgarn.
  4. The Irishman von Martin Scorsese. Eine Art «Best-of-Scorsese» um Gangstertum und Politik in den USA. Dreieinhalb Stunden gekonntes Déjà-vue, produziert von und für Netflix, immerhin noch im Kino zu sehen.
  5. Portrait de la jeune fille en feu von Céline Sciamma. Was für ein Film! Eine Malerin und ihr Sujet, vier Frauen, ein Universum. Céline Sciamma trifft jeden Ton, setzt kein falsches Bild, spinnt ihre Geschichte durchsichtig und funkelnd, wie ein Spinnennetz aus Glas.

Und im Filmpodcast morgen: Motherless Brooklyn, Der Bär in mir.

Die Unverpassbaren, Woche 49 – 2019

Victoria Bluck (Louise), Idir Ben Addi (‚Le jeune Ahmed‘) © xenix

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Le jeune Ahmed von Luc und Jean-Pierre Dardenne. Ihr erster Film, bei dem die belgischen Brüder ihre Hauptfigur, einen jungen Islamisten, selber nicht mehr verstehen. Eine faszinierende Einkreisung.
  2. The Lighthouse von Robert Eggers. Zwei Männer im huis clos auf einem einsamen Leuchtturm. Der schwarzweisse Horrorfilm im klassischen Format beeindruckt mit seinem perfekten Zusammenspiel von Form und Inhalt, surreal, grotesk, märchenhaft, wie altes, schauriges Seemansgarn.
  3. La Belle époque von Nicolas Bedos. Ein Mann reist zurück in die Zeit, als er und seine Frau noch verliebt waren. Kein Kitsch, sondern
    eine wohltuend bitterböse Farce von einem Autor, der seinen Zynismus zwischendurch auch ablegt und sich getraut, melancholisch zu sein.
  4. The Irishman von Martin Scorsese. Eine Art «Best-of-Scorsese» um Gangstertum und Politik in den USA. Dreieinhalb Stunden gekonntes Déjà-vue, produziert von und für Netflix, immerhin noch im Kino zu sehen.
  5. Portrait de la jeune fille en feu von Céline Sciamma. Was für ein Film! Eine Malerin und ihr Sujet, vier Frauen, ein Universum. Céline Sciamma trifft jeden Ton, setzt kein falsches Bild, spinnt ihre Geschichte durchsichtig und funkelnd, wie ein Spinnennetz aus Glas.

Und im Filmpodcast morgen:  Les hirondelles de Kaboul, A Rainy Day in New York, Les frères Dardenne im Gespräch und: Freie Sicht aufs Kino – Filmkritik in der Schweiz. Ein Buch.

Die Unverpassbaren, Woche 48 – 2019

Akademieformat: Robert Pattinson und Willem Dafoe in ‚The Lighthouse‘ © Universal

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. The Lighthouse von Robert Eggers. Zwei Männer im huis clos auf einem einsamen Leuchtturm. Der schwarzweisse Horrorfilm im klassischen Format beeindruckt mit seinem perfekten Zusammenspiel von Form und Inhalt, surreal, grotesk, märchenhaft, wie altes, schauriges Seemansgarn.
  2. La Belle époque von Nicolas Bedos. Ein Mann reist zurück in die Zeit, als er und seine Frau noch verliebt waren. Kein Kitsch, sondern
    eine wohltuend bitterböse Farce von einem Autor, der seinen Zynismus zwischendurch auch ablegt und sich getraut, melancholisch zu sein.
  3. Where We Belong von Jacqueline Zünd. Kinder und ihre getrennten Eltern, ein schwebender Tauchgang in Menschlichkeit, ein herzliches dokumentarisches Gesamt-Kunstwerk.
  4. The Irishman von Martin Scorsese. Eine Art «Best-of-Scorsese» um Gangstertum und Politik in den USA. Dreieinhalb Stunden gekonntes Déjà-vue, produziert von und für Netflix, immerhin noch im Kino zu sehen.
  5. Portrait de la jeune fille en feu von Céline Sciamma. Was für ein Film! Eine Malerin und ihr Sujet, vier Frauen, ein Universum. Céline Sciamma trifft jeden Ton, setzt kein falsches Bild, spinnt ihre Geschichte durchsichtig und funkelnd, wie ein Spinnennetz aus Glas.

Und im Filmpodcast morgen: The Lighthouse, La belle époque, Frankenstein, His Dark Materials.

Die Unverpassbaren, Woche 47 – 2019

‚The Irishman‘: Die Nachricht von der Ermordung Kennedys erschüttert nicht alle gleich © Netflix

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Where We Belong von Jacqueline Zünd. Kinder und ihre getrennten Eltern, ein schwebender Tauchgang in Menschlichkeit, ein herzliches dokumentarisches Gesamt-Kunstwerk.
  2. The Irishman von Martin Scorsese. Eine Art «Best-of-Scorsese» um Gangstertum und Politik in den USA. Dreieinhalb Stunden gekonntes Déjà-vue, produziert von und für Netflix, immerhin noch vor dem Kanalstart im Kino zu sehen.
  3. Lara von Jan Ole Gerster. Vor allem Dank der trotzigen Leichtigkeit von Corinna Harfouchs Spiel hängt man sich gerne ein in diese Tragikomödie um eine alternde Mutter und ihren entfremdeten Pianisten-Sohn.
  4. Sorry we missed you von Ken Loach.  Gerade wenn man denkt, man kenne das System Loach/Laverty zur Genüge, überraschen sie einen mit dieser herzlich verzweifelten Familienkonstellation im Strudel der Austerität.
  5. Portrait de la jeune fille en feu von Céline Sciamma. Was für ein Film! Eine Malerin und ihr Sujet, vier Frauen, ein Universum. Céline Sciamma trifft jeden Ton, setzt kein falsches Bild, spinnt ihre Geschichte durchsichtig und funkelnd, wie ein Spinnennetz aus Glas.

Und im Filmpodcast morgen: A White White Day, Dr. Sleep, The Shining.

Die Unverpassbaren, Woche 46 – 2019

‚Where We Belong‘ von Jacqueline Zünd © filmcoopi

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Where We Belong von Jacqueline Zünd. Kinder und ihre getrennten Eltern, ein schwebender Tauchgang in Menschlichkeit, ein herzliches dokumentarisches Gesamt-Kunstwerk.
  2. The Irishman von Martin Scorsese. Eine Art «Best-of-Scorsese» um Gangstertum und Politik in den USA. Dreieinhalb Stunden gekonntes Déjà-vue, produziert von und für Netflix, immerhin noch vor dem Kanalstart zwei Wochen im Kino zu sehen.
  3. Lara von Jan Ole Gerster. Vor allem Dank der trotzigen Leichtigkeit von Corinna Harfouchs Spiel hängt man sich gerne ein in diese Tragikomödie um eine alternde Mutter und ihren entfremdeten Pianisten-Sohn.
  4. Sorry we missed you von Ken Loach.  Gerade wenn man denkt, man kenne das System Loach/Laverty zur Genüge, überraschen sie einen mit dieser herzlich verzweifelten Familienkonstellation im Strudel der Austerität.
  5. Portrait de la jeune fille en feu von Céline Sciamma. Was für ein Film! Eine Malerin und ihr Sujet, vier Frauen, ein Universum. Céline Sciamma trifft jeden Ton, setzt kein falsches Bild, spinnt ihre Geschichte durchsichtig und funkelnd, wie ein Spinnennetz aus Glas.

Und im Filmpodcast morgen: Where We Belong, The Irishman, African Mirror.

Die Unverpassbaren, Woche 45 – 2019

Corinna Harfouch ist ‚Lara‘ im Film von Jan Ole Gerster © Pathé Schweiz

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Lara von Jan Ole Gerster. Vor allem Dank der trotzigen Leichtigkeit von Corinna Harfouchs Spiel hängt man sich gerne ein in diese Tragikomödie um eine alternde Mutter und ihren entfremdeten Pianisten-Sohn.
  2. Sorry we missed you von Ken Loach.  Gerade wenn man denkt, man kenne das System Loach/Laverty zur Genüge, überraschen sie einen mit dieser herzlich verzweifelten Familienkonstellation im Strudel der Austerität.
  3. Portrait de la jeune fille en feu von Céline Sciamma. Was für ein Film! Eine Malerin und ihr Sujet, vier Frauen, ein Universum. Céline Sciamma trifft jeden Ton, setzt kein falsches Bild, spinnt ihre Geschichte durchsichtig und funkelnd, wie ein Spinnennetz aus Glas.
  4. Yves von Benoît Forgeard. Ein intelligenter Kühlschrank nervt seinen Besitzer und nimmt am Eurovision Song Contest teil. Was klingt wie blöder Klamauk, ist eine intelligente Komödie über künstliche Intelligenz, die Menschen und Computerwesen nicht gegeneinander ausspielt.
  5. Systemsprenger von Nora Fingscheidt. Die neunjährige Benni sprengt mit ihren Wutanfällen jedes Erziehungssystem. Der Film ist so grandios geschrieben, inszeniert und vor allem auch interpretiert, dass man seine anstrengende Hauptfigur unmittelbar ins Herz schliesst.

Und im Filmpodcast morgen: Lara, Deutschstunde, Bruno Manser – Die Stimme des Regenwaldes, Die Rückkehr der Wölfe.

Die Unverpassbaren, Woche 44 – 2019

‚Sorry We Missed You‘ – Die Turners: Debbie Honeywood, Katie Proctor, Rhys Stone und Kris Hitchen © filmcoopi

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Sorry we missed you von Ken Loach.  Gerade wenn man denkt, man kenne das System Loach/Laverty zur Genüge, überraschen sie einen mit dieser herzlich verzweifelten Familienkonstellation im Strudel der Austerität.
  2. Portrait de la jeune fille en feu von Céline Sciamma. Was für ein Film! Eine Malerin und ihr Sujet, vier Frauen, ein Universum. Céline Sciamma trifft jeden Ton, setzt kein falsches Bild, spinnt ihre Geschichte durchsichtig und funkelnd, wie ein Spinnennetz aus Glas.
  3. Yves von Benoît Forgeard. Ein intelligenter Kühlschrank nervt seinen Besitzer und nimmt am Eurovision Song Contest teil. Was klingt wie blöder Klamauk, ist eine intelligente Komödie über künstliche Intelligenz, die Menschen und Computerwesen nicht gegeneinander ausspielt.
  4. So Long My Son von Wang Xiaoshuai. Über mehr als zwanzig Jahre chinesische Gesellschaftsentwicklung entfaltet sich die Geschichte von Yojun und Liyun, die ihren einzigen Sohn verloren haben. Die Einkind-Politik ist nur ein Aspekt dieser eben so epischen wie empathischen China-Geschichte.
  5. Systemsprenger von Nora Fingscheidt. Die neunjährige Benni sprengt mit ihren Wutanfällen jedes Erziehungssystem. Der Film ist so grandios geschrieben, inszeniert und vor allem auch interpretiert, dass man seine anstrengende Hauptfigur unmittelbar ins Herz schliesst.

Und im Filmpodcast morgen: Sorry we missed you, Al-Shafaq, Jessica Rabbit.