Die Unverpassbaren, Woche 21 – 2022

Tom Cruise in ‚Top Gun: Maverick‘ © Paramount

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Top Gun: Maverick von Joseph Kosinski. Die perfekte Zeitgeist-Aufmöbelung und das schamlose Beschwören unserer schon damals als „guilty pleasure“ erlebten Abhebe-Fantasien wird abgerundet mit einem Schuss Wehmut und viel fakultativer Ironie. Kino in den Wolken, mit Mach 11.
  2. 6 Días en Barcelona (Sis dies corrents) von Neus Ballús. Klempner an der Arbeit, in fremden Wohnungen. Ein Wimmelbild der Indiskretion, ein charmanter, liebevoller und immer leise komischer Film, ein grosses Vergnügen
  3. Für immer Sonntag von Steven Vit. Papa wird pensioniert. Die filmische Therapie eines Sohnes mit seinen Eltern fühlt sich an, als ob wir alle damit etwas weiter gekommen wären in unserem Leben: Das ist der Triumph und das Glück dieses Films.
  4. Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush von Andreas Dresen. Eine deutsch-türkische Mutter kämpft um ihren Sohn, der im Guantanamo-Gefangenenlager festgehalten wird. Ein euphorisierender Film: Weil er nicht von der Kraft des Bösen, sondern von der Kraft des Guten erzählt.
  5. My Sunny Maad von Michaela Pavlátová. Die Hochs und Tiefs einer Mitteleuropäerin, die ihrem Geliebten nach Afghanistan folgt. Komik und Tragik des Kulturschocks werden mit den Mitteln der Animation so elegant wie effizient verdichtet.
  • Und im Filmpodcast morgen: The Mushroom Speaks, Filmfestival Cannes.

Die Unverpassbaren, Woche 20 – 2022

‚6 días en Barcelona‘: Valero Escolar, Mohamed Mellali, Pep Sarrà © Xenix

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. 6 Días en Barcelona (Sis dies corrents) von Neus Ballús. Klempner an der Arbeit, in fremden Wohnungen. Ein Wimmelbild der Indiskretion, ein charmanter, liebevoller und immer leise komischer Film, ein grosses Vergnügen
  2. Für immer Sonntag von Steven Vit. Papa wird pensioniert. Die filmische Therapie eines Sohnes mit seinen Eltern fühlt sich an, als ob wir alle damit etwas weiter gekommen wären in unserem Leben: Das ist der Triumph und das Glück dieses Films.
  3. Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush von Andreas Dresen. Eine deutsch-türkische Mutter kämpft um ihren Sohn, der im Guantanamo-Gefangenenlager festgehalten wird. Ein euphorisierender Film: Weil er nicht von der Kraft des Bösen, sondern von der Kraft des Guten erzählt.
  4. My Sunny Maad von Michaela Pavlátová. Die Hochs und Tiefs einer Mitteleuropäerin, die ihrem Geliebten nach Afghanistan folgt. Komik und Tragik des Kulturschocks werden mit den Mitteln der Animation so elegant wie effizient verdichtet.
  5. Wet Sand von Elene Naveriani. Eine Kampfansage gegen Homophobie, zugleich eine melancholische Mär über eine nicht offen ausgelebte Liebe. Und die verlassene Strandbar am Schwarzen Meer ist womöglich die schönste Filmkulisse des Jahres.
  • Und im Filmpodcast morgen: L‘ art du silence, 6 Días en Barcelona, Filmfestival Cannes.

Die Unverpassbaren, Woche 19 – 2022

Hände hoch! Meltem Kaptan als Rabiye Kurnaz © filmcoopi

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush von Andreas Dresen. Eine deutsch-türkische Mutter kämpft um ihren Sohn, der im Guantanamo-Gefangenenlager festgehalten wird. Ein euphorisierender Film: Weil er nicht von der Kraft des Bösen, sondern von der Kraft des Guten erzählt.
  2. My Sunny Maad von Michaela Pavlátová. Die Hochs und Tiefs einer Mitteleuropäerin, die ihrem Geliebten nach Afghanistan folgt. Komik und Tragik des Kulturschocks werden mit den Mitteln der Animation so elegant wie effizient verdichtet.
  3. Wet Sand von Elene Naveriani. Eine Kampfansage gegen Homophobie, zugleich eine melancholische Mär über eine nicht offen ausgelebte Liebe. Und die verlassene Strandbar am Schwarzen Meer ist womöglich die schönste Filmkulisse des Jahres.
  4. Les olympiades von Jacques Audiard. Vier junge Pariser Menschen in einem zeitgenössischen, genderadäquaten, sozialkompetent erotischen Reigen. In strahlendem Schwarzweiss.
  5. Schwarzarbeit von Ulrich Grossenbacher. In diesem hinreissenden Dokumentarfilm treffen die Mannen und Frauen von der Arbeitsmarktkontrolle Bern auf Ausbeutung, Ausflüchte und Schlitzohrigkeit. Vor allem aber auf Menschen. Durch und durch politisch und packend.
  • Und im Filmpodcast morgen: Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush, Alice Schwarzer, Les choses humaines.

Die Unverpassbaren, Woche 18 – 2022

‚My Sunny Maad‘ ist Mohammed © First Hand Films

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. My Sunny Maad von Michaela Pavlátová. Die Hochs und Tiefs einer Mitteleuropäerin, die ihrem Geliebten nach Afghanistan folgt. Komik und Tragik des Kulturschocks werden mit den Mitteln der Animation so elegant wie effizient verdichtet.
  2. Wet Sand von Elene Naveriani. Eine Kampfansage gegen Homophobie, zugleich eine melancholische Mär über eine nicht offen ausgelebte Liebe. Und die verlassene Strandbar am Schwarzen Meer ist womöglich die schönste Filmkulisse des Jahres.
  3. Les olympiades von Jacques Audiard. Vier junge Pariser Menschen in einem zeitgenössischen, genderadäquaten, sozialkompetent erotischen Reigen. In strahlendem Schwarzweiss.
  4. Schwarzarbeit von Ulrich Grossenbacher. In diesem hinreissenden Dokumentarfilm treffen die Mannen und Frauen von der Arbeitsmarktkontrolle Bern auf Ausbeutung, Ausflüchte und Schlitzohrigkeit. Vor allem aber auf Menschen. Durch und durch politisch und packend.
  5. Un monde von Laura Wandel. Ein siebenjähriges Mädchen stellt sich vor ihren älteren Bruder, als dieser auf dem Pausenplatz gemobbt wird – doch das macht’s nicht besser. À la Dardenne und streng auf Kinderaugenhöhe erzählt der belgische Film, wie verletzlich und verletzend zugleich unsere Kleinsten sein können.
  • Und im Filmpodcast morgen: My Sunny Maad, Wet Sand, A Hero, Hebammen

Die Unverpassbaren, Woche 17 – 2022

Noémi Merlant und Makita Samba in ‚Les olympiades‘ © filmcoopi

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Les olympiades von Jacques Audiard. Vier junge Pariser Menschen n einem zeitgenössischen, genderadäquaten, sozialkompetent erotischen Reigen. In strahlendem Schwarzweiss.
  2. Schwarzarbeit von Ulrich Grossenbacher. In diesem hinreissenden Dokumentarfilm treffen die Mannen und Frauen von der Arbeitsmarktkontrolle Bern auf Ausbeutung, Ausflüchte und Schlitzohrigkeit. Vor allem aber auf Menschen. Durch und durch politisch und packend.
  3. Un monde von Laura Wandel. Ein siebenjähriges Mädchen stellt sich vor ihren älteren Bruder, als dieser auf dem Pausenplatz gemobbt wird – doch das macht’s nicht besser. À la Dardenne und streng auf Kinderaugenhöhe erzählt der belgische Film, wie verletzlich und verletzend zugleich unsere Kleinsten sein können.
  4. Navalny von Daniel Roher. Der russische Oppositionsaktivist ist der gar nicht so heimliche Koregisseur dieses ausgesprochen spannenden und einsichtsreichen Dokumentarfilmes, der in kurzer Zeit mehr erklärt, als wir in den letzten Jahren glaubten, begriffen zu haben.
  5. 107 Mothers (Cenzorka) von Peter Kerekes. Aufwühlendes slowakisches Kino, semi-dokumentarisch eingefangen in der Ukraine: Im Vorkriegs-Odessa kämpft eine inhaftierte Mutter um ihr hinter Gittern geborenes Kind. Eine Aufseherin hilft. Oder auch nicht.

Die Unverpassbaren, Woche 16 – 2022

‚107 Mothers‘ von Peter Kerekes © trigon

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. 107 Mothers (Cenzorka) von Peter Kerekes. Aufwühlendes slowakisches Kino, semi-dokumentarisch eingefangen in der Ukraine: Im Vorkriegs-Odessa kämpft eine inhaftierte Mutter um ihr hinter Gittern geborenes Kind. Eine Aufseherin hilft. Oder auch nicht.
  2. Soul of a Beast von Lorenz Merz. Ein sprühender Trip aus Filmtraumbildern und jugendlicher Sehnsucht, ein junger Mann zwischen Pflicht und Freiheit, Freund und Freundin. Die Seele dieses Biestes ist das Kino.
  3. Tout s’est bien passé von François Ozon. Halbseitig gelähmt nach einem Schlaganfall wünscht sich der Vater von seinen Töchtern die Hilfe zum Sterben. Mit Leichtigkeit und Präzision macht Ozon das zur Familientragikomödie.
  4. Competencia oficial von Mariano Cohn & Gastón Duprat. Ein steinreicher alter Möchtegern-Produzent heuert eine exzentrische Starregisseurin an. Die beiden Argentinier brennen mit Penelope Cruz und Antonio Banderas ein satirisches Feuerwerk der Eitelkeiten ab.
  5. Petite nature von Samuel Theis. Ein zehnjähriger Junge will raus aus der Unterschicht, raus der lothringischen Provinz – und weil seine Sexualität verfrüht erwacht, werden die Befreiungsversuche immer riskanter. Ein ergreifendes Coming-of-Age-Drama ohne Angst vor Tabus, mit Szenen, die einem das Herz brechen können.
  • Und im Filmpodcast morgen: The Electrical Life of Louis Wain, 107 Mothers, Paracelsus, Lex Netflix

Die Unverpassbaren, Woche 15 – 2022

‚Soul of a Beast‘: Joel (Tonatiuh Radzi) mit Corey (Ella Rumpf) auf der Langstrasse unterwegs © Ascot-Elite

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Soul of a Beast von Lorenz Merz. Ein sprühender Trip aus Filmtraumbildern und jugendlicher Sehnsucht, ein junger Mann zwischen Pflicht und Freiheit, Freund und Freundin. Die Seele dieses Biestes ist das Kino.
  2. Tout s’est bien passé von François Ozon. Halbseitig gelähmt nach einem Schlaganfall wünscht sich der Vater von seinen Töchtern die Hilfe zum Sterben. Mit Leichtigkeit und Präzision macht Ozon das zur Familientragikomödie.
  3. Competencia oficial von Mariano Cohn & Gastón Duprat. Ein steinreicher alter Möchtegern-Produzent heuert eine exzentrische Starregisseurin an. Die beiden Argentinier brennen mit Penelope Cruz und Antonio Banderas ein satirisches Feuerwerk der Eitelkeiten ab.
  4. Petite nature von Samuel Theis. Ein zehnjähriger Junge will raus aus der Unterschicht, raus der lothringischen Provinz – und weil seine Sexualität verfrüht erwacht, werden die Befreiungsversuche immer riskanter. Ein ergreifendes Coming-of-Age-Drama ohne Angst vor Tabus, mit Szenen, die einem das Herz brechen können.
  5. L’événement von Audrey Diwan. Der goldene Löwe von Venedig für diese filmische Umsetzung der Abtreibungs-Albträume von Annie Ernaux ist so verdient wie all die Preise für die wunderbar spröde Hauptdarstellerin.
  • Und im Filmpodcast morgen: Soul of a Beast, Lorenz Merz, Tout s’est bien passé, Vaterfilme in Nyon.

Die Unverpassbaren, Woche 14 – 2022

Penélope Cruz und Antonio Banderas in ‚Competencia oficial‘ © Pathé

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Competencia oficial von Mariano Cohn & Gastón Duprat. Ein steinreicher alter Möchtegern-Produzent heuert eine exzentrische Starregisseurin an. Die beiden Argentinier brennen mit Penelope Cruz und Antonio Banderas ein satirisches Feuerwerk der Eitelkeiten ab.
  2. Petite nature von Samuel Theis. Ein zehnjähriger Junge will raus aus der Unterschicht, raus der lothringischen Provinz – und weil seine Sexualität verfrüht erwacht, werden die Befreiungsversuche immer riskanter. Ein ergreifendes Coming-of-Age-Drama ohne Angst vor Tabus, mit Szenen, die einem das Herz brechen können.
  3. L’événement von Audrey Diwan. Der goldene Löwe von Venedig für diese filmische Umsetzung der Abtreibungs-Albträume von Annie Ernaux ist so verdient wie all die Preise für die wunderbar spröde Hauptdarstellerin.
  4. Dida von Nikola Ilić & Corina Schwingruber Ilić. Ein Luzerner Ehepaar porträtiert die quirlige, aber angeschlagene (Schwieger-)Mutter in Belgrad – ein so verschmitzter wie tiefgründiger Familien-Dok mit Friedhofsmahlzeiten, Messie-Fürsorge und viel Gelächter.
  5. La Mif von Fred Bailiff.  Eine packende Dokufiktion aus einem Mädchenheim bei Genf. Absolut glaubwürdig und intensiv interpretiert von jungen Frauen ohne Schauspielerfahrung, hart aus dem Leben gegriffen mit einer Lektion, die uns alle angeht: Wie man richtig zusammenlebt.
  • Und im Filmpodcast morgen: Wheel of Fortune and Fantasy, Petite nature, Bruce Willis hört auf.

Die Unverpassbaren, Woche 13 – 2022

‚L’événement‘: Luàna Bajrami, Louise Orry-Diquero, Anamaria Vartolomei © frenetic

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. L’événement von Audrey Diwan. Der goldene Löwe von Venedig für diese filmische Umsetzung der Abtreibungs-Albträume von Annie Ernaux ist so verdient wie all die Preise für die wunderbar spröde Hauptdarstellerin.
  2. Dida von Nikola Ilić & Corina Schwingruber Ilić. Ein Luzerner Ehepaar porträtiert die quirlige, aber angeschlagene (Schwieger-)Mutter in Belgrad – ein so verschmitzter wie tiefgründiger Familien-Dok mit Friedhofsmahlzeiten, Messie-Fürsorge und viel Gelächter.
  3. La Mif von Fred Bailiff.  Eine packende Dokufiktion aus einem Mädchenheim bei Genf. Absolut glaubwürdig und intensiv interpretiert von jungen Frauen ohne Schauspielerfahrung, hart aus dem Leben gegriffen mit einer Lektion, die uns alle angeht: Wie man richtig zusammenlebt.
  4. C’mon C’mon von Mike Mills. Ein Radiojournalist, unterwegs mit seinem Neffen, erkennt seine eigene Verwundbarkeit. Und wir sehen in diesem Film der vielen Fragen, wie schön das Zuhören sein kann.
  5. Loving Highsmith von Eva Vitija. Eine elegant gebaute dokumentarische Liebeserklärung an eine Autorin mit einem sehr eigenwilligen Leben.

Die Unverpassbaren, Woche 12 – 2022

‚Dida‘: Gedächtnispicknick auf dem Friedhof © Outside the Box

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. L’événement von Audrey Diwan. Der goldene Löwe von Venedig für diese filmische Umsetzung der Abtreibungs-Albträume von Annie Ernaux ist so verdient wie all die Preise für die wunderbar spröde Hauptdarstellerin.
  2. Dida von Nikola Ilić & Corina Schwingruber Ilić. Ein Luzerner Ehepaar porträtiert die quirlige, aber angeschlagene (Schwieger-)Mutter in Belgrad – ein so verschmitzter wie tiefgründiger Familien-Dok mit Friedhofsmahlzeiten, Messie-Fürsorge und viel Gelächter.
  3. La Mif von Fred Bailiff.  Eine packende Dokufiktion aus einem Mädchenheim bei Genf. Absolut glaubwürdig und intensiv interpretiert von jungen Frauen ohne Schauspielerfahrung, hart aus dem Leben gegriffen mit einer Lektion, die uns alle angeht: Wie man richtig zusammenlebt.
  4. C’mon C’mon von Mike Mills. Ein Radiojournalist, unterwegs mit seinem Neffen, erkennt seine eigene Verwundbarkeit. Und wir sehen in diesem Film der vielen Fragen, wie schön das Zuhören sein kann.
  5. Loving Highsmith von Eva Vitija. Eine elegant gebaute dokumentarische Liebeserklärung an eine Autorin mit einem sehr eigenwilligen Leben.
  • Und im Filmpodcast morgen: Dida, Michael Haneke, l’événement und Audrey Diwan.