Der Graf von Monte Christo sei der erste moderne Superheld, meinte einst Umberto Eco. In der Tat erinnert dieser Edmond Dantès, der nach Jahren der ungerechten Einkerkerung das durch Fügung erworbene Vermögen nutzt, um sich in neuer Gestalt an den Männern zu rächen, die ihn einst verraten hatten, an den rächenden Milliardär Bruce Wayne, an Batman. „LE COMTE DE MONTE-CRISTO von Matthieu Delaporte & Alexandre de la Patellière“ weiterlesen
Clint Eastwood ist berühmt für seine lakonischen Figuren und für seine eben so lakonischen Regieanweisungen. Er ist nicht nur sparsam mit Worten, sondern auch als Produzent. Mehr als einen oder zwei Takes fordere er selten bei Dreharbeiten, behaupten seine Schauspielerinnen und Schauspieler.
Seinem jüngsten Film, dem Gerichtsdrama Juror #2, kommt die Sparsamkeit zugute. Jede Einstellung sitzt, keine ist länger als absolut notwendig, und jede einzelne trägt ein Puzzleteil zum höchst komplexen Gerichtsdrama und dem dahinterliegenden Kriminalfall bei.„JUROR #2 von Clint Eastwood “ weiterlesen
Es gibt keine ironischen Momente in Eggers Nosferatu. Aber der Film hat ein Über-Ich, und dieses grinst glückselig vor sich hin, immer wieder.„NOSFERATU von Robert Eggers“ weiterlesen
So fängt kein Disney-Film an, und auch keines der Wallace & Gromit-Animationsfeste: Das rasselnde Keuchen auf der Tonspur kommt von der sterbenden Pinky (Jacki Weaver); die Titelheldin des Films sitzt neben ihr am Bett und hält ihr die Hand.„MEMOIR OF A SNAIL von Adam Elliot“ weiterlesen
Nach fünf Jahren Entwicklung, Crowdfunding, Merchandising und dem Aufbau einer globalen Fan- und Investoren-Basis hat der «Swissploitation»-Film Mad Heidi im Zürcher Kongresshaus als ZFF-Special sein erstes Schweizer Publikum gefunden.
Nein, es ist erst mal nicht wahnsinnig lustig, wenn Max Rüdlinger als sadistischer Kommandant Knorr sein laktose-intolerantes Opfer mit Fondue waterboardet.
Alain Tanner ist tot. Der wichtigste und erfolgreichste Vertreter des neuen Schweizer Films der 1960er und 70er Jahre ist heute Morgen 92jährig gestorben.
Zwölf Jahre bevor Hollywood mit dem feministischen Roadmovie Thelma & Louise zwei Frauen aus den gesellschaftlichen Zwängen ausbrechen liess, hatte Alain Tanner das schon in der Schweiz durchgespielt.
Messidor hiess Tanners Film von 1979, in dem die Studentin Jeanne und die Verkäuferin Marie aufbrechen, um die Freiheitsmöglichkeiten der reichen Schweiz zu erkunden – und tödlich scheitern. „Zum Tod von Alain Tanner“ weiterlesen
Ende März werden wieder die Oscars verliehen. Für diese Award-Show interessieren sich immer weniger Menschen. Die meisten Zuschauer:innen wurden 1998 verzeichnet, als Titanic der grosse Abräumer war. 55 Millionen Menschen schauten damals zu. Im Pandemie-Jahr 2021 waren es weniger als zehn Millionen.
Der Ehrenpreis des Schweizer Films 2022 geht an Fredi M. Murer. Sein Bergdrama Höhenfeuer gehört zu den grossen Werken des neuen Schweizer Films. Seine Dokumentarfilme veränderten den Blick auf die Urschweiz. Mit Eigensinn, Witz und Widerstand wurde Murer zu einer Integrationsfigur der Filmszene.
Im Kontext-Podcast erzählt Murer aus seinem Leben und von seiner Arbeit.
Ein Legastheniker aus der Innerschweiz setzt sich in Zürich als Künstler durch
Bloss keine Schule! Der liebenswürdige Anarcho als Autodidakt
Hinter Erfolgen wie Höhenfeuer und Vitus steckt viel Arbeit, viel Zweifel und der Wille, es nach jedem Rückschlag doch weiter zu versuchen
Ein Drittel seines Lebens verbringt ein Autorenfilmer mit der Suche nach Geld
Auf jeden Erfolg liess Murer eine neue Provokation folgen
«Vollmond» von 1998 nahm auf visionäre Weise die «Fridays for Future» vorweg
Die wichtigsten Filme von Fredi M. Murer: Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich nicht schuld, dass wir da sind (1974), Grauzone (1979), Höhenfeuer (1985), Der grüne Berg (1990), Vollmond (1998), Vitus (2006)
Bisherige Ehrenpreisträger des Schweizer Films sind u.a.: Jean-Luc Godard (2019), Bruno Ganz (2017), Markus Imhoof (2020), Liselotte Pulver (2021)
Im Podcast zu hören ist:
Fredi M. Murer, Filmemacher, Zeichner, Geschichtenerzähler und Zauberer
A Rainy Day in New York heisst Woody Allens neuer Film, der jetzt ins Kino kommt. Überall, ausser in den USA. Die produzierenden Amazon-Studios haben ihren Vertrag mit Woody Allen sistiert, nachdem im Zug der MeToo-Enthüllungen auch die juristisch längst beigelegten Missbrauchs-Vorwürfe gegen den Regisseur wieder in die Schlagzeilen geraten waren. „A RAINY DAY IN NEW YORK von Woody Allen“ weiterlesen
Yves Yersin war ein Schweizer Phänomen. Ein rares Filmtalent, das sich rar gemacht hat. Der ausgebildete Fotograf machte sich seinen Namen als Dokumentarfilmer, zunächst zusammen mit der Westschweizer Kollegin Jacqueline Veuve. „Au revoir, Yves Yersin!“ weiterlesen