LE COMTE DE MONTE-CRISTO von Matthieu Delaporte & Alexandre de la Patellière

Der Graf von Monte Christo alias Edmond Dantès (Pierre Niney) © Pathé

Der Graf von Monte Christo sei der erste moderne Superheld, meinte einst Umberto Eco. In der Tat erinnert dieser Edmond Dantès, der nach Jahren der ungerechten Einkerkerung das durch Fügung erworbene Vermögen nutzt, um sich in neuer Gestalt an den Männern zu rächen, die ihn einst verraten hatten, an den rächenden Milliardär Bruce Wayne, an Batman. „LE COMTE DE MONTE-CRISTO von Matthieu Delaporte & Alexandre de la Patellière“ weiterlesen

JUROR #2 von Clint Eastwood 

Leslie Bibb, Nicholas Hoult, J.K. Simmons, Onix Serrano, Adrienne C. Moore, Phil Biedron, Drew Scheid, Hedy Nasser, and Chikako Fukuyama in ‚Juror #2‘ © 2024 Warner Bros.

Clint Eastwood ist berühmt für seine lakonischen Figuren und für seine eben so lakonischen Regieanweisungen. Er ist nicht nur sparsam mit Worten, sondern auch als Produzent. Mehr als einen oder zwei Takes fordere er selten bei Dreharbeiten, behaupten seine Schauspielerinnen und Schauspieler. 

Seinem jüngsten Film, dem Gerichtsdrama Juror #2, kommt die Sparsamkeit zugute. Jede Einstellung sitzt, keine ist länger als absolut notwendig, und jede einzelne trägt ein Puzzleteil zum höchst komplexen Gerichtsdrama und dem dahinterliegenden Kriminalfall bei.  „JUROR #2 von Clint Eastwood “ weiterlesen

NOSFERATU von Robert Eggers

Nicholas Hoult als Thomas Hutter im Schloss von Graf Orlok © Universal

Es gibt keine ironischen Momente in Eggers Nosferatu. Aber der Film hat ein Über-Ich, und dieses grinst glückselig vor sich hin, immer wieder.  „NOSFERATU von Robert Eggers“ weiterlesen

MEMOIR OF A SNAIL von Adam Elliot

© Pathé Films AG

So fängt kein Disney-Film an, und auch keines der Wallace & Gromit-Animationsfeste: Das rasselnde Keuchen auf der Tonspur kommt von der sterbenden Pinky (Jacki Weaver); die Titelheldin des Films sitzt neben ihr am Bett und hält ihr die Hand.  „MEMOIR OF A SNAIL von Adam Elliot“ weiterlesen

MAD HEIDI von Johannes Hartmann und Sandro Klopfstein

Alice Lucy ist Heidi ©Swissploitation Films LLC

Nach fünf Jahren Entwicklung, Crowdfunding, Merchandising und dem Aufbau einer globalen Fan- und Investoren-Basis hat der «Swissploitation»-Film Mad Heidi im Zürcher Kongresshaus als ZFF-Special sein erstes Schweizer Publikum gefunden.

Nein, es ist erst mal nicht wahnsinnig lustig, wenn Max Rüdlinger als sadistischer Kommandant Knorr sein laktose-intolerantes Opfer mit Fondue waterboardet.

Oder doch? „MAD HEIDI von Johannes Hartmann und Sandro Klopfstein“ weiterlesen

Zum Tod von Alain Tanner

Alain Tanner ist tot. Der wichtigste und erfolgreichste Vertreter des neuen Schweizer Films der 1960er und 70er Jahre ist heute Morgen 92jährig gestorben.

Zwölf Jahre bevor Hollywood mit dem feministischen Roadmovie Thelma & Louise zwei Frauen aus den gesellschaftlichen Zwängen ausbrechen liess, hatte Alain Tanner das schon in der Schweiz durchgespielt.

Messidor hiess Tanners Film von 1979, in dem die Studentin Jeanne und die Verkäuferin Marie aufbrechen, um die Freiheitsmöglichkeiten der reichen Schweiz zu erkunden – und tödlich scheitern. „Zum Tod von Alain Tanner“ weiterlesen

Wieso es um die Oscars nicht gut steht

Ende März werden wieder die Oscars verliehen. Für diese Award-Show interessieren sich immer weniger Menschen. Die meisten Zuschauer:innen wurden 1998 verzeichnet, als Titanic der grosse Abräumer war. 55 Millionen Menschen schauten damals zu. Im Pandemie-Jahr 2021 waren es weniger als zehn Millionen.

Podcast mit Fredi M. Murer

Der Ehrenpreis des Schweizer Films 2022 geht an Fredi M. Murer. Sein Bergdrama Höhenfeuer gehört zu den grossen Werken des neuen Schweizer Films. Seine Dokumentarfilme veränderten den Blick auf die Urschweiz. Mit Eigensinn, Witz und Widerstand wurde Murer zu einer Integrationsfigur der Filmszene.

Im Kontext-Podcast erzählt Murer aus seinem Leben und von seiner Arbeit.

Kontext Fredi M. Murer

Fredi M. Murer beim Drehen in den Urner Bergen (ca. 1984?) © fmm
  • Ein Legastheniker aus der Innerschweiz setzt sich in Zürich als Künstler durch
  • Bloss keine Schule! Der liebenswürdige Anarcho als Autodidakt
  • Hinter Erfolgen wie Höhenfeuer und Vitus steckt viel Arbeit, viel Zweifel und der Wille, es nach jedem Rückschlag doch weiter zu versuchen
  • Ein Drittel seines Lebens verbringt ein Autorenfilmer mit der Suche nach Geld
  • Auf jeden Erfolg liess Murer eine neue Provokation folgen
  • «Vollmond» von 1998 nahm auf visionäre Weise die «Fridays for Future» vorweg
  • Die wichtigsten Filme von Fredi M. Murer: Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich nicht schuld, dass wir da sind (1974), Grauzone (1979), Höhenfeuer (1985), Der grüne Berg (1990), Vollmond (1998), Vitus (2006)
  • Bisherige Ehrenpreisträger des Schweizer Films sind u.a.: Jean-Luc Godard (2019), Bruno Ganz (2017), Markus Imhoof (2020), Liselotte Pulver (2021)

Im Podcast zu hören ist:

  • Fredi M. Murer, Filmemacher, Zeichner, Geschichtenerzähler und Zauberer

Murers Webseite mit viel Informationsmaterial.

A RAINY DAY IN NEW YORK von Woody Allen

Timothée Chalamet ‚A Rainy Day in New York‘ © frenetic

A Rainy Day in New York heisst Woody Allens neuer Film, der jetzt ins Kino kommt. Überall, ausser in den USA. Die produzierenden Amazon-Studios haben ihren Vertrag mit Woody Allen sistiert, nachdem im Zug der MeToo-Enthüllungen auch die juristisch längst beigelegten Missbrauchs-Vorwürfe gegen den Regisseur wieder in die Schlagzeilen geraten waren. „A RAINY DAY IN NEW YORK von Woody Allen“ weiterlesen

Au revoir, Yves Yersin!

Yves Yersin © filmcoopi

Yves Yersin war ein Schweizer Phänomen. Ein rares Filmtalent, das sich rar gemacht hat. Der ausgebildete Fotograf machte sich seinen Namen als Dokumentarfilmer, zunächst zusammen mit der Westschweizer Kollegin Jacqueline Veuve. „Au revoir, Yves Yersin!“ weiterlesen