Locarnos Olivier Père bloggt

pere blog ausriss

Eben offiziell über Twitter verbreitet (vom Locarno Press Office): Der künstlerische Direktor des Festivals, Olivier Père, hat einen persönlichen Blog aufgemacht. Die ersten beiden Einträge blicken zurück auf den verstorbenen Produzenten Dino De Laurentiis und berichten davon, wie der im Sommer in Locarno gefeierte Produzent Menahem Golan danach in der Welt weiter gefeiert wurde. Natürlich ist der Blog auf französisch verfasst – und das ist doch schon mal etwas neues für die Szene hier. Denn irgendwie schafft es die deutsche Blogosphäre zwar, die anglophone einzubinden (umgekehrt geht gar nichts), aber die Blogs der frankophonen Welt sind irgendwo in einem parallelen Universum. Nur ganz wenige von uns lesen über die Sprachgrenze hinweg. Vielleicht hilft Olivier Pères Initiative da ein wenig weiter. Seine Blogroll umfasst allerdings erst die Word-Press-Defaults, aber da hilft ihm ja vielleicht noch jemand vom Press-Office weiter damit. (Nachtrag: Ein Hinweis darauf, dass bei einem nicht kommerziellen Blog der Vollfeed ins RSS gehört und nicht nur die Anrisse, sei dem Press Office da auch gleich noch ans Herz gelegt)

TWILIGHT’s Catherine Hardwicke macht auf Rotkäppchen

Amanda Seyfried in 'Red Riding Hood' von Catherine Hardwicke ©warner bros
Amanda Seyfried in 'Red Riding Hood' von Catherine Hardwicke ©warner bros.

Rotkäppchen und der Wolf ist unter den Grimmschen Märchen wohl das über analysierteste und meist interpretierte. Und fast immer geht es dabei um das sexuelle Erwachen des Mädchens, um den Wolf als erotische Projektion und lockende Gefahr – kurz, um all das, was zur Zeit vor allem die cineastische Vampir-Welle bedient. Wenn nun Catherine Hardwicke, die es geschafft hat, aus den bieder-verschmockten Twilight-Büchern den ersten (und einzigen guten) Twilight-Film zu machen, die Geschichte neu aufrollt, dann dürfen wir hoffen. Schliesslich hat die Frau bisher nicht nur ein exzellentes Gespür für den Gefühlshaushalt von Teenagern bewiesen, sondern auch als Set-Designer ein herausragendes Talent. In der Tat schwelgt der zur Zeit herumgebotene Trailer (nach der Sprungmarke) vor allem in lodernden Bildern. Gleichzeitig erinnert das auch alles wieder an die bereits klassischen Vorbilder zum Stoff, Valerie a týden divu (Valerie and her Week of Wonders, 1970) von Jaromil Jireš, oder Neil Jordans wunderbare spätere Angela-Carter-Adaption The Company of Wolves von 1984.

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Filmpodcast Nr. 209: Exit Through the Gift Shop, Länger Leben, Miral, Terry Gilliam, DVD Troubled Water.

'Länger leben' mit Nikolaus Paryla Ilona Markarova Mathias Gnädinger ©Langfilm
'Länger leben' mit Nikolaus Paryla Ilona Markarova Mathias Gnädinger ©Langfilm

Kino im Kopf mit Michael Sennhauser. Heute suchen wir den Exit through the Gift Shop mit dem Künstler-Schlitzohr Banksy. Wir wollen Länger leben mit Lorenz Keiser, reden darüber, was für Julian Schnabel mit Miral schiefgelaufen ist und schliesslich gratulieren wir Terry Gilliam zum 70. Geburtstag. Der DVD-Tipp gilt dem Drama Troubled Water, die Kurztipps den aktuellen Unverpassbaren, und die Tonspur ist gut gegen den späten Herbstblues.

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Die Unverpassbaren, Woche 48

'Exit throught the Gift Shop' - a Banksy Film ©filmcoopi
'Exit throught the Gift Shop' - a Banksy Film ©filmcoopi

Erst diese fünf Filme sehen. Dann alle anderen.

  1. Exit Through The Gift Shop von Banksy. Der noch immer anonyme britische Kunst-Guerillero spielt mit sich, dem Kunstmarkt und mit seinem Publikum. Brillant und unterhaltsam.
  2. Copie conforme von Abbas Kiarostami. Nicht der beste Film des Meisters, aber ein faszinierendes Spiel mit den Möglichkeiten der Zweierkiste. Und natürlich mit Juliette Binoche.
  3. Bal von Semih Kaplanoglu. Der letzte Berlinale-Gewinner ist auch der letzte Teil von Kaplanoglus rückwärts gebauter Künstler-Trilogie. Unglaublich simpel und extrem schön.
  4. Der letzte schöne Herbsttag von Ralf Westhoff. Nach Shoppen beweist Westhoff, dass sein ironisch liebevoller Blick nicht nur auf auf die kombinatorischen Tücken der Zweierkiste sehr variabel und nach wie vor sehr unterhaltsam ist.
  5. Somewhere von Sofia Coppola. Die Tochter des Meisters schafft einmal mehr eine chirurgisch eindringliche Flachbohrung auf hauchdünn glamouröser Oberfläche.

Und morgen im Filmpodcast: mehr zu Exit Through the Gift Shop, zu Miral von Julian Schnabel, zu Länger Leben von Lorenz Keiser, ein Geburtstagsgruss an Terry Gilliam und ein neuer DVD-Tipp zu Troubled Water.

Nicolas Cage dreht durch

Eine im wörtlichsten Sinne wahnsinnige Montage von Szenen mit Nicolas Cage hat Harry Hanrahan (alias hh1edits) auf YouTube eingestellt. Wer sich das ansieht, hält sich selber entweder für täuschend normal, oder aber, er oder sie braucht danach, wie ich, eine schöne Tasse Tee. Enjoy the Cage Rage! (via @klippingcut und @codinghorror auf Twitter)

Happy Birthday Terry Gilliam

Heute vor siebzig Jahren ist jener Amerikaner zur Welt gekommen, der später bei den Briten von Monty Python die Welt animierte. Als Legetrick und Chaosgag. Terry Gilliam ist konsequent seinen Weg gegangen, immer auf den Spuren von Baron Münchausen und seinem Idol Don Quijotte, und er hat nie aufgegeben. Wenn es überhaupt jemand im Showbusiness schaffen könnte, nie zu sterben, dann er. Nur schon, um Warner Bros. zu ärgern, die sich weigerten, ihn als Harry-Potter-Regisseur in Betracht zu ziehen, obwohl er angeblich Joanne K. Rowlings Wunschkandidat gewesen wäre.

Radioständchen hier in DRS2aktuell zum nachhören.

Filmpodcast Nr. 208: Harry Potter, Bal, Castellinaria, DVD Lourdes, Clark Gable, Abbas Kiarostami.

'Bal' von Semih Kaplanoglu ©trigon
'Bal' von Semih Kaplanoglu ©trigon

Kino im Kopf mit Michael Sennhauser. Heute stellen wir den neuen, zweitletzten Harry Potter Film vor, den Berlinale-Sieger Bal von Semih Kaplanoglu, das Kinderfilmfestival Castellinaria in Bellinzona und die DVD zu Lourdes von Jessica Hausner. Wir erinnern an Clark Gable und mit dem iranischen Meisterregisseur Abbas Kiarostami habe ich anlässlich seines neuen Films Copie conforme und der laufenden Retrospektiven in Basel und Zürich ein längeres Gespräch geführt. Dazu gibt’s auch diese Woche Kurztipps und eine Tonspur.

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Die Unverpassbaren, Woche 47

Felix Hellmann und Julia Koschitz in 'Der letzte schöne Herbsttag' ©filmcoopi
Felix Hellmann und Julia Koschitz in 'Der letzte schöne Herbsttag' ©filmcoopi

Erst diese fünf Filme sehen. Dann alle anderen.

  1. Bal von Semih Kaplanoglu. Der letzte Berlinale-Gewinner ist auch der letzte Teil von Kaplanoglus rückwärts gebauter Künstler-Trilogie. Unglaublich simpel und extrem schön.
  2. Der letzte schöne Herbsttag von Ralf Westhoff. Nach Shoppen beweist Westhoff hier, dass sein ironisch liebevoller Blick nicht nur auf auf die kombinatorischen Tücken der Zweierkiste beschränkt, sondern sehr variabel und nach wie vor sehr unterhaltsam ist.
  3. Somewhere von Sofia Coppola. Die Tochter des Meisters schafft einmal mehr eine chirurgisch eindringliche Flachbohrung auf hauchdünn glamouröser Oberfläche.
  4. Buried von Rodrigo Cortès. Für die schiere Chuzpe, einen Film von der ersten bis zur letzten Einstellung in einer geschlossenen Kiste zu drehen. Noch nie war man im Kino lebendiger begraben.
  5. Nel giardino dei suoni von Nicola Bellucci. Die Klangwelten und das Können des blinden Therapeuten Wolfgang Fasser. Ein akkustisches und optisches Kinoerlebnis der Sonderklasse.

Und morgen im Filmpodcast: mehr zu Bal, zum Kinderfilmfestival Castellinaria in Bellinzona, zum neuen Harry Potter, zum 70. Todestag von Clark Gable und zu Abbas Kiarostami. Dazu noch die DVD Lourdes.

Abbas Kiarostami im Gespräch

Abbas Kiarostami ist der bekannteste Regisseur aus dem Iran. Sein jüngster Film, Copie conforme mit Juliette Binoche ist internationales Weltkino, in seiner Heimat aber darf er nicht aufgeführt werden. Das Stadtkino Basel und das Zürcher Filmpodium widmen dem iranischen Filmemacher aktuelle Retrospektiven zu deren Auftakt Kiarostami auf Besuch gekommen ist. Eine persische Begegnung mit einem internationalen Starregisseur, mit Fragen zu Kopien, Originalen, sowie dem Leben unter, neben und mit einem nicht eben kunstfreundlichen Regime.

Sendetermin: Donnerstag, 18. November 11 Uhr und 22 Uhr auf DRS2 – und am Freitag dann im Filmpodcast.

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Filmpodcast Nr. 207: Somewhere, Kurzfilmtage Winterthur, DVD Peacock.

Cillian Murphy und Susan Sarandon in 'Peacock' ©Ascot-Elite
Cillian Murphy und Susan Sarandon in 'Peacock' ©Ascot-Elite

Kino im Kopf mit Brigitte Häring. In Winterthur laufen die Kurzfilmtage, Michael Sennhauser hat einen Beitrag zum Schwerpunktthema Künstler-Filme. Hannes Nüsseler hat Sofia Coppolas Venedig-Gewinner Somewhere gesehen. Und im DVD-Tipp wird mit dem Film Peacock wieder einmal dem grossen Meister Hitchcock und seinem Psycho die Ehre erwiesen. Dazu gibt’s auch diese Woche Kurztipps und eine Tonspur.

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