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    GONE GIRL von David Fincher

    Von Michael Sennhauser | 1. Oktober 2014 - 08:29

    Nick Dunne (Ben Affleck)

    Nick Dunne (Ben Affleck) © Twentieth Century Fox

    Mit Seven und Fight Club machte sich David Fincher einen Namen. Jetzt hat er mit dem Thriller «Gone Girl – Das perfekte Opfer» von Gillian Flynn einen ungewöhnlichen Bestseller verfilmt. Ben Affleck und Rosamund Pike sind perfekt als das Ehepaar, das sich auf ziemlich mörderischer Weise neu kennen lernt.

    Nick Dunne (Ben Affleck), Amy Dunne (Rosamund Pike)

    Nick Dunne (Ben Affleck), Amy Dunne (Rosamund Pike) © Twentieth Century Fox

    «Alle haben uns immer wieder gewarnt, eine Ehe sei harte Arbeit. Aber das stimmt nicht. Nicht für Nick und mich …» So steht es im Tagebuch der schönen Amy Dunne. Aber Amy ist verschwunden, vor drei Tagen schon. Und er habe nichts mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun, er habe nichts zu verbergen, sagt Nick.

    Es bleibt ihm gar nichts anderes übrig, denn im Haus der beiden sind Kampf- und Blutspuren gefunden worden. Klar steht Nick unter Verdacht. Und seltsamerweise scheint er auch einiges von seiner Frau nicht zu wissen, wie die zuständige Detektivin bald herausfindet: «Sie wissen nicht, was ihre Frau den ganzen Tag gemacht hat, und sie kennen nicht einmal ihre Blutgruppe?»

    Amy Dunne (Rosamund Pike)

    Amy Dunne (Rosamund Pike) © Twentieth Century Fox

    Nick ist baff. Kennt er seine Frau überhaupt?

    Das ist die zentrale Frage, die sich nicht nur Nick im Verlauf der Geschichte immer wieder stellen muss.

    Auch Amy stellt sie, im Hinblick auf ihren Ehemann. Im Tagebuch. Im Roman von Gillian Flynn, der sich genau darum millionenfach verkauft hat: Was wissen wir überhaupt voneinander?

    Der Roman verblüfft mit Perspektivenwechseln und drastischen Wendungen, mit Elementen, die auch in David Finchers Filmen wie Fight Club zentral waren. Und so gesehen war der Roman «Gone Girl» eine perfekte Vorlage für einen Fincher Film.

    Das aber wusste wohl auch David Fincher, und es passt zu seiner Arbeitsweise, dass er nicht einfach umsetzt, was er vorfindet, sondern daran schraubt und feilt.

    Amy Dunne (Rosamund Pike)

    Amy Dunne (Rosamund Pike) © Twentieth Century Fox

    Wer den Roman von Gillian Flynn nicht kennt, erlebt im Kino einen perfiden psychologischen Hürdenlauf, der die Wendungen und Überraschungen des Buches schön und effektvoll verdichtet.

    Wer dagegen den Roman gelesen hat und darum auf einige der Überraschungen verzichten muss, kommt in den Genuss einer raffinierten Meta-Inszenierung. Denn Fincher betont vor allem die Öffentlichkeits-Aspekte, die Verdächtigungen, die mediale Inszenierung der Geschichte und die Rolle der Medien im Schüren von Entrüstung, Empörung und Verdächtigungen.

    Am Ende ist Gone Girl nicht nur eine sehr erfreuliche Umsetzung eines cleveren Buches, sondern gleichzeitig ein typischer Fincher-Film, der die Wechselwirkung zwischen einer mörderischen Geschichte und ihrem mordlüsternen Publikum, nämlich uns, ins Zentrum stellt.

    Ben Affleck und David Fincher beim Dreh © Twentieth Century Fox

    Ben Affleck und David Fincher beim Dreh © Twentieth Century Fox

     

    Topics: Film, Filmbesprechung, Regisseur/in | 1 Kommentar »

    1 Kommentar

    1. Das Wichtigste zuerst: Rosamunde Pike sieht (korrekte Beleuchtung vorausgesetzt) aus wie die junge Liv Tylor aus – und das ist schon ein ziemlich faszinierender Anblick. Vor allem, weil es in der Filmgeschichte kaum mal eine solche Bitch from Hell gegeben hat, wie die Amy in „Gone Girl“: dies ist der Film, zu dem „Eine verhängnisvolle Affäre“ und „Der Rosenkrieg“ hätten werden sollen, und er ist für mich absolut ein Kandidat auf den Film des Jahres. (Langweiligerweise bin ich natürlich wieder komplett Mainstream – wer war drin und fand den Film nicht gut? Der MUSS mir sofort einen Kommentar mit der Begründung schreiben!

      Mehr zum Film unter: http://friendly101.blogspot.de/2014/10/gone-girl.html

      Kommentar by Friendly — 31. Oktober 2014 @ 14:56

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