Die Unverpassbaren, Woche 17 – 2019

Carlos Reygadas und seine Frau Natalia Lopez in ‚Nuestro tiempo‘ © Look Now!

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Nuestro tiempo von Carlos Reygadas. Szenen einer Ehe vom mexikanischen Grossmeister. Den lyrisch-wehleidigen Machismo, den Reygadas nur ganz wenig wenig karikiert, muss man nicht mögen. Aber dieser Film ist grosses Kino in jeder Beziehung.
  2. At Eternity’s Gate von Julian Schnabel.  Wieder einmal Van Gogh: aber wie hier der eine Künstler den anderen porträtiert, das ist grosse Kunst. Willem Dafoe verkörpert Van Gogh mit jeder Faser und zeigt den unberechenbaren, psychotischen, depressiven Eigenbrötler auch als nahbaren, reflektierten Menschen. Sehr gelungenes Kunstkino.
  3. Les dames von Véronique Reymond und Stéphanie Chuat. In der Romandie wurde dieser Dokumentarfilm mit seinen fünf Protagonistinnen über sechzig zu einem Überraschungserfolg. Mut und Lebenslust dieser Frauen sind ansteckend.
  4. Doubles vies von Olivier Assayas. Digitalisierung und Medienwandel im Spiegel eines eleganten französischen Quasselfilms, mit Juliette Binoche und ebenbürtigen Mitspielerinnen und Mitspielern.
  5. Gateways to New York von Martin Witz.  Der Schweizer Ingenieur, der von New York aus die Brückenbautechnik revolutionierte. Publikumspreis der Solothurner Filmtage.

Und im Filmpodcast morgen: Gloria Bell, Nuestro Tiempo, Hannelore Elsner

Filmpodcast Nr. 603: At Eternitys Gate, Mid90s, Passion – Christian Labhart

Willem Dafoe als Vincent Van Gogh ‚At Eternity’s Gate‘ © dcm

Kino im Kopf – mit Brigitte Häring. Und das gibt’s im Film-Osterkörbchen zu finden: Julian Schnabels schönen Van Gogh-Film At Eternitys Gate, das stimmige Zeitdokument Mid90s von Jonah Hill und den Schweizer Film Passion – Zwischen Revolte und Resignation von Christian Labhart. Und dazugelegt habe ich natürlich auch fünf Kurztipps und eine Tonspur.

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Die Unverpassbaren, Woche 16 – 2019

Juliette Binoche und Guillaume Canet in ‚Doubles vies‘ von Olivier Assayas © filmcoopi

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. At Eternity’s Gate von Julian Schnabel.  Wieder einmal Van Gogh: aber wie hier der eine Künstler den anderen porträtiert, das ist grosse Kunst. Willem Dafoe verkörpert Van Gogh mit jeder Faser und zeigt den unberechenbaren, psychotischen, depressiven Eigenbrötler auch als nahbaren, reflektierten Menschen. Sehr gelungenes Kunstkino.
  2. Les dames von Véronique Reymond und Stéphanie Chuat. In der Romandie wurde dieser Dokumentarfilm mit seinen fünf Protagonistinnen über sechzig zu einem Überraschungserfolg. Mut und Lebenslust dieser Frauen sind ansteckend.
  3. Doubles vies von Olivier Assayas. Digitalisierung und Medienwandel im Spiegel eines eleganten französischen Quasselfilms, mit Juliette Binoche und ebenbürtigen Mitspielerinnen und Mitspielern.
  4. Gateways to New York von Martin Witz.  Der Schweizer Ingenieur, der von New York aus die Brückenbautechnik revolutionierte. Publikumspreis der Solothurner Filmtage.
  5. Insulaires von Stéphane Goël. Die Geschichte des Berners Alfred von Rodt, der sich 1877 zum Herrscher über 60 Einwohner und 100 Kühe auf der tatsächlichen Robinson-Insel aufschwang. Und ein poetischer Dokumentarfilm über menschliche Robinsonaden.

Und im Filmpodcast morgen: Mid90ies, At Eternity’s Gate, Passion – Zwischen Revolte und Resignation – Christian Labhart.

Filmpodcast Nr. 602: Wildlife, Amin, Werner Herzog in Nyon, Les Dames

Emmanuelle Devos und Moustapha Mbengue in ‚Amin‘ © xenix

Kino im Kopf – mit Brigitte Häring. Diese Woche in der Rolle: das US-amerikanische Drama Wildlife, der französische Gesellschaftsfilm Amin, ein Treffen mit Werner Herzog in Nyon, am Dokumentarfilmfestival «visions du réel» und der vergnügliche Westschweizer Dokfilm Les Dames. Und wie immer auch: Tonspur und Kurztipps.

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Nyon 19: HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT von Thomas Heise

© Thomas Heise

Nachtrag 12. April: Die Jury der Visions du réel (Joslyn Barnes, Produzentin; Pauline Gygax, Produzentin; Orwa Nyrabia, Artistic Director and Producer) hat entschieden, der Hauptpreis, die Sesterce d’or (CHF 20’000) 2019 geht an Thomas Heise.

Die Kombination ist erschlagend, herzabdrückend: Über rund zwanzig Minuten sind auf der Leinwand nur Listen zu sehen. Minutiös getippte Listen mit Erfassungsnummern, Wohnadressen und Namen von Jüdinnen und Juden.

Die Listen sind alphabetisch nach Nachnamen geordnet und es dauert entsprechend lange, bis der Familienname von Thomas Heises Grossmutter aus Wien auftaucht. „Nyon 19: HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT von Thomas Heise“ weiterlesen

Die Unverpassbaren, Woche 15 – 2019

‚Les dames‘ © filmcoopi

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Les dames von Véronique Reymond und Stéphanie Chuat. In der Romandie wurde dieser Dokumentarfilm mit seinen fünf Protagonistinnen über sechzig zu einem Überraschungserfolg. Mut und Lebenslust dieser Frauen sind ansteckend.
  2. Doubles vies von Olivier Assayas. Digitalisierung und Medienwandel im Spiegel eines eleganten französischen Quasselfilms, mit Juliette Binoche und ebenbürtigen Mitspielerinnen und Mitspielern.
  3. Gateways to New York von Martin Witz.  Der Schweizer Ingenieur, der von New York aus die Brückenbautechnik revolutionierte. Publikumspreis der Solothurner Filmtage.
  4. Insulaires von Stéphane Goël. Die Geschichte des Berners Alfred von Rodt, der sich 1877 zum Herrscher über 60 Einwohner und 100 Kühe auf der tatsächlichen Robinson-Insel aufschwang. Und ein poetischer Dokumentarfilm über menschliche Robinsonaden.
  5. The Sisters Brothers von Jacques Audiard. Ein Western als Odyssee mit Sprachwitz, viel Blei, einer guten Portion Ironie und natürlich vielen Zitaten und Hommagen an das Genre. Eine toll besetzte, unterhaltsame Parabel über den Einzug der Zivilisation in den gesetzlosen wilden Westen.

Und im Filmpodcast morgen: Wildlife, Amin, Werner Herzog und Les dames.

NYON 19: WHERE WE BELONG von Jacqueline Zünd

‚Where we belong‘ von Jacqueline Zünd © filmcoopi

Die Zwillinge Alyssia und Illaria haben wahrscheinlich am meisten Glück gehabt. Ihre Eltern trennten sich, als sie noch relativ klein waren. Und die beiden erzählen vor der Kamera unumwunden, wie die Mutter dem Vater Fremdgehen vorgeworfen habe, dass es möglicherweise aber auch umgekehrt gewesen sei.

Bauernsohn Thomas hat etwas mehr Mühe mit seinen Erinnerungen. Eines Tages habe die Mutter nach einem Streit mit dem Vater gepackt und sei in die Ferien gefahren. Danach habe man nicht mehr über sie gesprochen. Auch wenn er sich schon etwas wunderte, dass die Ferien nach einem Jahre immer noch nicht vorbei waren. „NYON 19: WHERE WE BELONG von Jacqueline Zünd“ weiterlesen

NYON 19: PASSION – ZWISCHEN REVOLTE UND RESIGNATION von Christian Labhart

© Look Now!

Die Auswahlkommission der Solothurner Filmtage wollte Christian Labharts Dokumentarfilm im Januar nicht zeigen. Das Dokumentarfilmfestival Nyon hat Passion als einzigen Schweizer Beitrag in den internationalen Wettbewerb genommen.

Beide Entscheide sind nachvollziehbar.

An der Welturaufführung an den «Visions du réel» in Nyon erwies sich Christian Labharts Film als bildgewaltiger Zeitraffer, als generalisierte Lebensbilanz einer Generation. Aber auch als Vitaparcours durch die Chiffren der Weltgeschichte ab 1968. „NYON 19: PASSION – ZWISCHEN REVOLTE UND RESIGNATION von Christian Labhart“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 601: Doubles vies, Gateways to New York, Insulaires, Agnès Varda

Juliette Binoche und Vincent Macaigne in ‚Doubles vies‘ von Olivier Assayas © filmcoopi

Mit dem neuen Assayas, Doubles vies, und zwei tollen Schweizer Dokumentarfilmen: Gateways to New York und Insulaires. Dazu ein Erinnerungsgespräch an die vor einer Woche verstorbene Agnès Varda. Und wie immer: Tonspur und Kurztipps.

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Die Unverpassbaren, Woche 14 – 2019

‚Gateways to New York‘ von Martin Witz – Ingenieur Othmar H. Ammann © frenetic

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Doubles vies von Olivier Assayas. Digitalisierung und Medienwandel im Spiegel eines eleganten französischen Quasselfilms, mit Juliette Binoche und ebenbürtigen Mitspielerinnen und Mitspielern.
  2. Gateways to New York von Martin Witz.  Der Schweizer Ingenieur, der von New York aus die Brückenbautechnik revolutionierte. Publikumspreis der Solothurner Filmtage.
  3. Insulaires von Stéphane Goël. Die Geschichte des Berners Alfred von Rodt, der sich 1877 zum Herrscher über 60 Einwohner und 100 Kühe auf der tatsächlichen Robinson-Insel aufschwang. Und ein poetischer Dokumentarfilm über menschliche Robinsonaden.
  4. The Sisters Brothers von Jacques Audiard. Ein Western als Odyssee mit Sprachwitz, viel Blei, einer guten Portion Ironie und natürlich vielen Zitaten und Hommagen an das Genre. Eine toll besetzte, unterhaltsame Parabel über den Einzug der Zivilisation in den gesetzlosen wilden Westen.
  5. Les Chatouilles von Andrea Bescond und Eric Metayer. Die achtjährige Odette wird vom pädophilen Nachbarn missbraucht. Die erwachsene Odette tanzt und wütet sich das von der Seele. Bescond und Metayer haben ihr Einfrau-Powerstück hinreissend auf die Leinwand gewuchtet.

Und im Filmpodcast morgen: Doubles vies, Gateways to New York, Insulaires, Agnès Varda.