Die Unverpassbaren, Woche 42 – 2018

Asger (Jakob Cedergren) in ‚The Guilty‘ © Ascot-Elite

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Blaze von Ethan Hawke. Ein brillanter, sehnsuchtsvoller Film über den unbekannten, früh verstorbenen Singer/Songwwriter Blaze Foley, inszeniert als augenzwinkernde Legendenbildung mit hinreissender Besetzung.
  2. The Guilty von Gustav Möller.  Ein Telefon-Thriller aus Dänemark, konzeptuell am Podcast orientiert, aber voll auf der Leinwand. Spannend, irreführend, packend.
  3. Leave No Trace von Debra Granik. Ein Vater lebt mit seiner Tochter versteckt im Wald, bis die beiden zufällig entdeckt werden und die Vormundschaftsbehörde eingreift. Individuelle Freiheit vs. gesellschaftliche Norm, subtil inszeniert, zwischen Thoreaus «Walden» und zeitgenössischer Aussteigerromantik.
  4. Der Läufer von Hannes Baumgartner. Wie wird ein Mann zum Mörder, wie explodiert das Innere sinnlos ins Äussere? Ein präziser Versuch, einem realen Gewalttäter fiktiv zu folgen. Mit einem starken Max Hubacher in der zentralen Rolle.
  5. Lazzaro felice von Alice Rohrwacher. Vorindustrielle de-facto-Leibeigenschaft kontrastiert mit aktueller Arbeitslosigkeit in dieser hinreissenden Italien-Traum-Skizze: märchenhaft verspielt, ein bisschen oeko-esoterisch, ein wenig satirisch und ausufernd figurenreich fantasievoll.

Und im Filmpodcast morgen Subito – Das Sofortbild, Blaze, The Guilty.

BLAZE von Ethan Hawke

Alia Shawkat, Ben Dickey © Look Now!

Ethan Hawke kennt man vor allem als Schauspieler, etwa aus Linklaters Before Sunrise/Sunset/Midnight-Filmen mit der Französin Julie Delpy. Er schreibt aber auch, und nun kommt mit Blaze ein sehr ungewöhnlicher Musiker-Film von ihm ins Kino. Blaze erzählt aus dem Leben des Country-Singer/ Songwriter Blaze Foley, der 1989 erschossen wurde und schon zu Lebzeiten eher ein Geheimtipp war, eine rebellische Legende. „BLAZE von Ethan Hawke“ weiterlesen

Die Unverpassbaren, Woche 41 – 2018

Thomasin McKenzie und Ben Foster in ‚Leave No Trace‘ von Debra Granik © Praesens

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Leave No Trace von Debra Granik. Ein Vater lebt mit seiner Tochter versteckt im Wald, bis die beiden zufällig entdeckt werden und die Vormundschaftsbehörde eingreift. Individuelle Freiheit vs. gesellschaftliche Norm, subtil inszeniert, zwischen Thoreaus «Walden» und zeitgenössischer Aussteigerromantik.
  2. Der Läufer von Hannes Baumgartner. Wie wird ein Mann zum Mörder, wie explodiert das Innere sinnlos ins Äussere? Ein präziser Versuch, einem realen Gewalttäter fiktiv zu folgen. Mit einem starken Max Hubacher in der zentralen Rolle.
  3. Lazzaro felice von Alice Rohrwacher. Vorindustrielle de-facto-Leibeigenschaft kontrastiert mit aktueller Arbeitslosigkeit in dieser hinreissenden Italien-Traum-Skizze: märchenhaft verspielt, ein bisschen oeko-esoterisch, ein wenig satirisch und ausufernd figurenreich fantasievoll.
  4. Out of Paradise von Batbayar Chogsom. Ein mongolischer Hirte und seine Frau werden in der Hauptstadt mit der modernen Welt konfrontiert. Der aus der Schweiz heraus produzierte Erstling hat den Spielfilmpreis des Shanghai-Filmfestivals gewonnen. Und wer sich darauf einlässt, kann das unschwer nachvollziehen.
  5. Chris the Swiss von Anja Kofmel. Mit dieser bestechenden Mischung aus Animations- und Dokumentarfilm macht sich die Autorin auf Spurensuche nach ihrem 1992 in Kroatien ermordeten Cousin.

Und im Filmpodcast morgen Fahrenheit 11/9, Yvette Z’Graggen, Frenemy.

Die Unverpassbaren, Woche 40 – 2018

Tommaso Ragno und Adriano Tardiolo in ‚Lazzaro felice‘ von Alice Rohrwacher © filmcoopi

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Der Läufer von Hannes Baumgartner. Wie wird ein Mann zum Mörder, wie explodiert das Innere sinnlos ins Äussere? Ein präziser Versuch, einem realen Gewalttäter fiktiv zu folgen. Mit einem starken Max Hubacher in der zentralen Rolle.
  2. Lazzaro felice von Alice Rohrwacher. Vorindustrielle de-facto-Leibeigenschaft kontrastiert mit aktueller Arbeitslosigkeit in dieser hinreissenden Italien-Traum-Skizze: märchenhaft verspielt, ein bisschen oeko-esoterisch, ein wenig satirisch und ausufernd figurenreich fantasievoll.
  3. Out of Paradise von Batbayar Chogsom. Ein mongolischer Hirte und seine Frau werden in der Hauptstadt mit der modernen Welt konfrontiert. Der aus der Schweiz heraus produzierte Erstling hat den Spielfilmpreis des Shanghai-Filmfestivals gewonnen. Und wer sich darauf einlässt, kann das unschwer nachvollziehen.
  4. Chris the Swiss von Anja Kofmel. Mit dieser bestechenden Mischung aus Animations- und Dokumentarfilm macht sich die Autorin auf Spurensuche nach ihrem 1992 in Kroatien ermordeten Cousin.
  5. Gundermann von Andreas Dresen. Gerhard Gundermann war Sänger und Baggerfahrer in der DDR. Und Stasi-Mitarbeiter. Ein grossartiger, liebevoller Film über Idealismus, Schuld und Haltung.

Und im Filmpodcast morgen Der Läufer, Werk ohne Autor, Leave No Trace, Debra Granik.

WOLKENBRUCH
von Michael Steiner

Joel Basman und Noémie Schmidt © dcm

Die seltsame Dominanz der «jiddische Mame» über ihre jüdischen Söhne, ob orthodox oder gemässigt, ist ein heiss geliebtes literarisches und filmisches Klischee.

Thomas Meyers Roman «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse» von 2012 hat dem Komplex wenig Neues beigefügt, aber das Buch wurde zum fröhlichen Bestseller. Und nun gibt es die Verfilmung dazu, kurz und knackig mit Wolkenbruch betitelt und mit Joel Basman in der zentralen Rolle. Heute hat der Film von Michael Steiner seine Premiere am Zürich Film Festival. „WOLKENBRUCH
von Michael Steiner“
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DER LÄUFER
von Hannes Baumgartner

Max Hubacher in ‚Der Läufer‘ von Hannes Baumgartner © filmcoopi

Vor sechzehn Jahren hat ein siebenundzwanzig Jahre alter Mann in Bern zwei Frauen mit dem Messer attackiert, eine hat den Angriff nicht überlebt. Als man den Täter schliesslich identifizieren konnte, stellte sich heraus, dass er über einen längeren Zeitraum hinweg zunehmend gewalttätig gewesen war. Gleichzeitig wirkte er im Alltag als Koch und Langstreckenläufer gesellschaftlich integriert und erfolgreich.

Wie kann ein Mensch im Alltag umgänglich und hilfsbereit, diszipliniert und als Sportler erfolgreich sein – und im Versteckten gleichzeitig eruptiv brutal und gezielt gewalttätig? „DER LÄUFER
von Hannes Baumgartner“
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Filmpodcast Nr. 575: Out of Paradise, Zurich Film Festival, Wim Wenders

Nastassja Kinski in Wim Wenders‘ ‚Paris, Texas‘ von 1984

Heute geht es bei uns vor allem um das Zurich Film Festival, schliesslich wurde die 14. Ausgabe des ZFF gstern Abend eröffnet. Einen eher speziellen Film stellen wir Ihnen aber zuvor doch noch vor: Out of Paradise des in der Schweiz lebenden Mongolen Batbayar Chogsom. Der läuft nämlich endlich im Kino.

Dazu haben wir eine passende Tonspur, wie immer, und unsere Kurztipps.

Hören:

Saugen: Filmpodcast Nr. 575 (Rechtsklick für Download)


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Die Unverpassbaren, Woche 39 – 2018

‚Out of Paradise‘ von Batbayar Chogsom © Look now!

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Out of Paradise von Batbayar Chogsom. Ein mongolischer Hirte und seine Frau werden in der Hauptstadt mit der modernen Welt konfrontiert. Der aus der Schweiz heraus produzierte Erstling hat den Spielfilmpreis des Shanghai-Filmfestivals gewonnen. Und wer sich darauf einlässt, kann das unschwer nachvollziehen.
  2. Chris the Swiss von Anja Kofmel. Mit dieser bestechenden Mischung aus Animations- und Dokumentarfilm macht sich die Autorin auf Spurensuche nach ihrem 1992 in Kroatien ermordeten Cousin.
  3. Gundermann von Andreas Dresen. Gerhard Gundermann war Sänger und Baggerfahrer in der DDR. Und Stasi-Mitarbeiter. Ein grossartiger, liebevoller Film über Idealismus, Schuld und Haltung.
  4. Khook von Mani Haghighi. Ein Verrückter köpft in Teheran die wichtigen Filmemacher. Und Hasan versteht nicht, warum er noch lebt. Ist er doch der wichtigste. Eine satirische Tour de Force voller Einfälle.
  5. Gaspard va au mariage von Antony Cordier.  Eine verhinderte Hochzeit in einem chaotischen Zoo. Eine animalisch frivole französische Komödie ausserhalb der Norm. Und mit Laetitia Dosch.

Und im Filmpodcast morgen Out of Paradise, ZFF, Frenemy.

Wim Wenders Retrospektive am Zürich Film Festival

Bruno Ganz als Engel Damiel in ‚Der Himmel über Berlin‘ von 1987

Mit Grosserfolgen wie «Paris, Texas» und «Der Himmel über Berlin» wurde der deutsche Kinoerneuerer Wim Wenders im letzten Jahrhundert zu einer Weltmarke. Das Zürich Film Festival ehrt ihn mit einem Tribut und einer kleinen Retrospektive.

Wim Wenders sagt von sich, er sei zuerst Reisender, dann Fotograf und erst dann Filmemacher. Seine stärksten Filme kombinieren das alles und stellen Bild und Ton, Wort und Idee über die reine Geschichte. „Wim Wenders Retrospektive am Zürich Film Festival“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 574: Look and Roll, Eingeimpft, David Lynch in Sitten und Morges

‚Eingeimpft‘ ? David Sieveking mit seiner Tochter © Stamm Film

Heute mit einer etwas ungewöhnlichen Ausgabe. Wir steigen ein mit einem Ohr auf das nur alle zwei Jahre stattfindende «Look and Roll» Kurzfilmfestival in Basel. Dann nehmen wir uns den sympathischen, aber verunglückten Dokumentarfilm «Eingeimpft» von David Sieveking vor ­– und geben im Anschluss dazu den Kolleginnen von der Wissenschaftsredaktion das Wort, weil das bitter nötig ist.

Und schliesslich nimmt uns Georges Wyrsch mit ins Wallis und an den Genfersee, zu gleich zwei Ausstellungen mit grafischen Arbeiten des Filmemachers David Lynch.

Dazu natürlich die unumgängliche Tonspur, und unsere Kurztipps.

Hören:

Saugen: Filmpodcast Nr. 574 (Rechtsklick für Download)


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