TWILIGHT’s Catherine Hardwicke macht auf Rotkäppchen

Amanda Seyfried in 'Red Riding Hood' von Catherine Hardwicke ©warner bros
Amanda Seyfried in 'Red Riding Hood' von Catherine Hardwicke ©warner bros.

Rotkäppchen und der Wolf ist unter den Grimmschen Märchen wohl das über analysierteste und meist interpretierte. Und fast immer geht es dabei um das sexuelle Erwachen des Mädchens, um den Wolf als erotische Projektion und lockende Gefahr – kurz, um all das, was zur Zeit vor allem die cineastische Vampir-Welle bedient. Wenn nun Catherine Hardwicke, die es geschafft hat, aus den bieder-verschmockten Twilight-Büchern den ersten (und einzigen guten) Twilight-Film zu machen, die Geschichte neu aufrollt, dann dürfen wir hoffen. Schliesslich hat die Frau bisher nicht nur ein exzellentes Gespür für den Gefühlshaushalt von Teenagern bewiesen, sondern auch als Set-Designer ein herausragendes Talent. In der Tat schwelgt der zur Zeit herumgebotene Trailer (nach der Sprungmarke) vor allem in lodernden Bildern. Gleichzeitig erinnert das auch alles wieder an die bereits klassischen Vorbilder zum Stoff, Valerie a týden divu (Valerie and her Week of Wonders, 1970) von Jaromil Jireš, oder Neil Jordans wunderbare spätere Angela-Carter-Adaption The Company of Wolves von 1984.

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Berlinale09: Komisches Frauenleiden in ‚Happy Tears‘

Happy Tears von Mitchell Lichtenstein Demi Moore Parker Posey

Mitchell Lichtenstein (Teeth) ist der Sohn des Pop-Art-Malers Roy Lichtenstein. Und in seiner Tragikomödie ist es der Sohn eines berühmten Malers, der am Schluss im Sanatorium seine Tränen abwischt und seiner Frau verschämt erklärt, das seien Happy Tears. Aber dieser neurotische Sohn ist nur eine Nebenfigur. Er ist der Ehemann der von Parker Posey gespielten Jayne und die wiederum ist die Schwester der von Demi Moore verkörperten „Berlinale09: Komisches Frauenleiden in ‚Happy Tears‘“ weiterlesen

Berlinale09: Das Festival der leidenden Frauen

la teta asustada von Claudia Llosa Peru Berlinale09

Mit La teta asustada (englischer Titel: The Milk of Sorrow) von Claudia Llosa aus Peru war heute im Berlinale-Wettbewerb die perfekte Ergänzung zu Peter Stricklands Katalin Varga (siehe unten) programmiert. Wieder steht eine Frau im Zentrum, diesmal die Tochter einer vergewaltigten Mutter. Sie leidet unter der „verwunschenen Brust“, weil sie die Vergewaltigung ihrer Mutter schon als Embryo in ihrem Leib miterleben musste. Zu Beginn des Films stirbt die Mutter und erzählt singend noch einmal ihre Leidensgeschichte. Die Vergewaltigung, welche die alte Frau „Berlinale09: Das Festival der leidenden Frauen“ weiterlesen

Berlinale09: Catherine Breillat und ihr Blaubart

Barbe bleu von Catherine Breillat im Panorama

Das Drama der alternden Mätresse, welches Stephen Frears mit Michelle Pfeiffer eher geschwätzig verfilmt hat, hat Frankreichs kluge Skandalfilmerin Catherine Breillat mit mehr Engagement und Dampf in Une vieille maîtresse (Cannes 2007) auch schon aufgearbeitet. Mit mehr Risikofreude. Bekannt und berüchtigt wurde sie aber vor allem mit ihren radikalen Filmen wie Romance oder Sex is comedy, welche in der Regel kein Blatt vor den Mund, geschweige denn vor die Scham nahmen. Um so verblüffender nun ihr jüngster, Barbe bleu (Blaubart), der hier im Panorama zu sehen war. Sex ist da zwar „Berlinale09: Catherine Breillat und ihr Blaubart“ weiterlesen