DER MEISTER UND MAX von Marcel Derek Ramsay

Christine Lauterburg und Max Rüdlinger in 'Der Ruf der Sibylla' von 1984
Christine Lauterburg und Max Rüdlinger in ‚Der Ruf der Sibylla‘ von 1984

Ein kompletter Spielfilm, montiert aus dem – und erdacht auf der Basis vom – Werk von Clemens Klopfenstein, das ist Der Meister und Max. Erzählt wird von der Existenz von Max (Rüdlinger) und Christine (Lauterburg), zwei der regelmässigen Protagonisten aus dem Oeuvre von Clemens Klopfenstein, die über ihre Rollen (nicht nur bei Klopfenstein) und ihre realen Viten zu Originalen ihrer Selbst geworden sind.

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DVD: RÄUBERINNEN – director’s cut

Viktor Giacobbo und Patrick Frey in Carla Lia Montis 'Räuberinnen' © praesens
Viktor Giacobbo und Patrick Frey in 'Räuberinnen' © praesens

Als Carla Lia Montis Räuberinnen vor knapp einem Jahr an den Solothurner Filmtagen uraufgeführt wurde, gab sich ein Teil der Printmedien alle Mühe, den kleinen Schweizer Trash-Film zum Skandal hochzustilisieren. Ob die Publicity dem Opus, in das Filmemacherin Monti sechs Jahre ihres Lebens investierte (zum Glück nicht nicht ausschliesslich, sie hat in der Zeit auch zwei Kinder zur Welt gebracht), genützt oder geschadet hat, ist heute kaum zu eruiren. Bei ihrer Kinoauswertung im Sommer hat die bunte Trash-Tragikomödie jedenfalls kaum mehr Wellen geschlagen. Das hat allerdings wenig mit den paar piepsenden Skandalrufen zu tun, eher schon mit dem Umstand, dass man vergnüglichen Trash eigentlich nicht gezielt herstellen kann. Zwar gibt es das popkulturelle Konzept des camp, aber auch camp funktioniert in der Regel nur als Abgrenzungssystem für Nischengruppen. Der echte Trash, derjenige, den wir lieben, den muss man finden, der passiert unabsichtlich, das sind jene Filme, die in ihren Aspirationen so grossartig straucheln, dass die Diskrepanz zwischen Anspruch und Resultat neue Erfahrungsräume eröffnet. Als Beispiel mögen etliche Horrorfilme aus den 50er Jahren herhalten, wie Tarantula oder Attack of the 50 Foot Woman. Die meisten Versuche, solchen Unsinn gezielt herzustellen, scheitern kläglich, wie der unermüdliche New Yorker Lloyd Kaufmann mit seinen Troma-Productions seit Jahren beweist.

Hin und wieder gelingt allerings einem Berserker wie dem Holländer Paul Verhoeven ein echtes Camp-Meisterwerk wie Showgirls oder Starship Troopers. Aber gerade bei Verhoeven sind wir nie ganz sicher, ob der Camp-Effekt von seinem versteckten Zynismus im Umgang mit der Filmindustrie herrührt, oder von einem triumphalen parodistischen Willen, den seine Geldgeber nicht zu erkennen vermögen. Jedenfalls hat kaum einer im Umgang mit Hollywood mehr Basic Instinct bewiesen als Verhoeven.

Carla Lia Monti im 'Räuberinnen'-Making of © praesens
Carla Lia Monti im 'Räuberinnen'-Making of © praesens

Was die Energie und das Durchsetzungsvermögen angeht, ist Carla Lia Monti wohl durchaus ein Schweizer Äquivalent zum tobenden Holländer. Diesen Schluss lässt zumindest das 30minütige Making of zu Räuberinnen auf der eben erschienenen DVD zu. Die Montage aus Interviews und Drehdoku, für die Michel Nellen zeichnet, hat mir deutlich mehr Spass gemacht als der Film selber.

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Sommergast Christian Schocher, Kinobetreiber, Filmemacher, Pontresina

Schocher Christian Pontresina 22.06

Wie viele seiner Generation wollte der junge Bündner Christian Schocher (Jahrgang 1946) nach seiner Schul- und Lehrzeit so schnell wie möglich weg aus dem Bergdorf Pontresina. Aber dann ist er doch geblieben, hat von seinem Vater das Kino im Dorf übernommen und schliesslich mit Reisender Krieger einen der wichtigsten Schweizer Filme der Achtziger Jahre geschaffen. Ich habe Schocher in Pontresina besucht. Hier jetzt zu hören, oder als Download (Rechtsklick):

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Nyon 09: Wie dokumentiere ich das Unabbildbare?

The Sound of Insects by Peter Liechti
'The Sound of Insects - Record of a Mummy' von Peter Liechti

Heute Mittwochabend geht die diesjährige Ausgabe von «Visions du réel» in Nyon mit der Preisverleihung zu Ende. Es war die 40. Ausgabe des international renommierten Dokumentarfilmfestivals am Genfersee, und gleichzeitig die 15. unter der Leitung von Jean Perret. In Reflexe morgen blicken wir zurück auf die Jubiläumsausgabe und fragen drei Filmemacher nach der Art, wie sie das Unabbildbare in ihren Filmen dokumentiert haben: Peter Liechti das Sterben eines Selbstmörders in The Sound of Insects, Jos de Putter die virtuelle World of Warcraft in Beyond the Game und Richard Brouillette den Neoliberalismus in L’encerclement.

Donnerstag, 30. April 2009, 11.00-11.30, DRS2
Donnerstag, 30. April 2009, 22.00-22.30, DRS2

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Strukturwandel im Kinogewerbe

arthousepathekultkino

Während im Konsumgütersektor die Kauflust mit der globalen Finanzkrise abgenommen hat, verzeichnen Kinobetriebe, vor allem in den USA, steigende Zuschauerzahlen. Das bedeutet allerdings keineswegs, dass das Kinogewerbe krisenresistent wäre, im Gegenteil: Die Kinokrise ist seit vielen Jahren Dauerzustand. Michael Sennhauser unterhält sich mit Schweizer Kinobetreibern über steigende Zuschauerzahlen, sinkende Werbeschaltungen, die Verflachung des Filmangebots, die Digitalisierung, ihre Möglichkeiten und Gefahren. Gesprächspartner sind: Beat Käslin, Arthouse Kinos Zürich, Romy Gysin, Kultkino Basel, Brian Jones, General Manager Pathé Schweiz, sowie Laurent Steiert, BAK.

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Hören: [audio: http://pod.drs.ch/mp3/reflexe/reflexe_200904221335_10077699.mp3]

Sennentuntschi: Debakel kommentiert

Könnte ein Quantum Trost gebrauchen: Michael Steiner im Finanzfegefeuer
Könnte ein Quantum Trost gebrauchen: Michael Steiner im Finanzfegefeuer

Für Michael Steiner und sein Sennentuntschi ist es eng geworden. Gestern hat die Sonntagszeitung die nicht mehr taufrische Geschichte neu aufgekocht. Ein Loch von 2.8 Millionen habe die Produktion, bei einem Gesamtbudget von 5.5. Mio. Da stellt sich zwar auch die Frage nach den Dimensionen. Aber: „Sennentuntschi: Debakel kommentiert“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 121: Der Knochenmann, Die Standesbeamtin, Burton und Taylor, Luc Besson.

Knochenmann Hader
Josef Hader in 'Der Knochenmann'

Herzlich Willkommen zu Kino im Kopf – heute mit Brigitte Häring. Sie hat zwei Filmbesprechungen auf Lager: Den österreichischen Krimi Der Knochenmann und die Schweizer Komödie Die Standesbeamtin. Ausserdem gratuliert Michael Sennhauser Luc Besson zum 50. Geburtstag, und wir blicken zurück auf auf das bewegte Eheleben von Liz Taylor und Richard Burton. Wie immer gibt’s dazu die Tonspur und unsere Kurztipps.

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Unerträgliche Spannung. Die Quartz-Uhr läuft.

CH Filmpreis nominiert Kacey Mottet Klein in Home
Nominiert für Filmpreis: Kacey Mottet Klein in 'Home' von Ursula Meier

Heute Abend werden im KKL Luzern zum 12. Mal die Schweizer Filmpreise vergeben, zum ersten Mal als Solo-Event mit massiver TV-Begleitung. In diesem Blog haben wie die Entwicklung der Filmpreise schon eine Weile verfolgt, jetzt werfen wir einen (sehr eingeschränkten) kleinen Blick auf die mediale Vorbereitung des grossen Events: Im Tages-Anzeiger gab es bereits etliche vorbereitende Artikel, zum Beispiel dieses schöne Kurzportrait der Home-Regisseurin Ursula Meier von Nina Scheu. Oder heute der Text zur nominierten Schauspielerin Alexandra Prusa. Dank der reichlich absurd aufgezogenen Konstruktion Newsnetz findet sich allerdings Florian Kellers smarter Tages-Anzeiger-Kommentar zum Filmpreis auf baz.online, während der heutige BaZ-Kommentar zum gleichen Anlass von Annette Scharnberg online nicht aufzufinden ist.

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Reflexe mit Ursula Meier zu ‚Home‘

Home Isabelle Huppert Madeleine Budd Kacey Mottet Klein
Home: Isabelle Huppert, Madeleine Budd, Kacey Mottet Klein

Ende Januar habe ich in Zürich mit Ursula Meier eine Stunde über ihren Film Home gesprochen. Jetzt ist die Sendung fertig, pünktlich zum Filmstart in der Deutschschweiz. Wer die Powerfrau im Originalton hören möchte, kann das morgen Donnerstag um 11 Uhr auf DRS2 tun. Oder ab ca. 12 Uhr direkt hier im Blog, oder morgen im Filmpodcast.

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