SFT19: IMMER UND EWIG von Fanny Bräuning

Niggi und Annette Bräuning © frenetic

Ein Wohnmobil für sich und seine tetraplegische Frau Annette, das ist einer der Träume, die Niggi Bräuning mit Hartnäckigkeit realisiert hat.

Ihr Vater weigere sich, ihre Mutter als schwerbehindert zu betrachten, sagt Filmemacherin Fanny Bräuning. Sie könne schliesslich essen, denken und kommunizieren. Für Niggi ist Annette noch immer die Frau, die ihn 1971 geheiratet hatte, die schöne Grafikstudentin, die dem zukünftigen Fotografen an der Basler Kunstgewerbeschule aufgefallen war – und er ihr. „SFT19: IMMER UND EWIG von Fanny Bräuning“ weiterlesen

SFT19: TSCHARNIBLUES II von Aron Nick

Christoph Eggimann, Stefan Kurt, Stephan Ribi, Yves Progin, Bernhard Nick © trinipix

Wie gut gealterte Punks feixen die fünf Männer in die Kamera.  Das Bild nimmt eine Einstellung auf, die vor vierzig Jahren für den Original-Tscharniblues entstanden ist.

Der Mann ganz rechts ist Bernhard „Bäne“ Nick, der Vater von Aron, dem Regisseur. Damals, 1979, war es Bernhard Nicks Bruder, Arons Onkel, der Regie führte. „SFT19: TSCHARNIBLUES II von Aron Nick“ weiterlesen

Locarno 18: M von Yolande Zauberman (Wettbewerb)

© CG Cinema / Phobics

Der Filmtitel M ist definiert. So hiess der Thriller von 1931 von Fritz Lang, in dem Peter Lorre jenen Kindsmörder und Triebtäter spielte, den schliesslich sogar die Unterwelt jagte.

Yolande Zaubermans M ist ein Dokumentarfilm, die zentrale Figur ist Menahem Lang, fünfundreissig Jahre alt. Er ist im Zentrum des orthodoxen Judentums aufgewachsen und wurde als Kind immer wieder vergewaltigt. Von seinen Lehrern, von Vertrauten. „Locarno 18: M von Yolande Zauberman (Wettbewerb)“ weiterlesen

Nyon 18: GENESIS 2.0 von Christian Frei, Maxim Arbugaev

Im Herbst im Kino: ‚Genesis 2.0‘ © frenetic

Sein junger russischer Ko-Autor habe ein Angebot eines kommerziellen Pay-TV-Kanals gehabt für seine spektakulären Aufnahmen der «Mammutjäger» auf den sibirischen Inseln, erzählte Christian Frei gestern nach der Weltpremiere seines neuen Dokumentarfilms.

Aber als Maxim Arbugaev und Frei sich in Nyon, am Dokumentarfilmfestival, getroffen hatten, habe Frei ihm vorgeschlagen, die Möglichkeiten der europäischen und insbesondere der Schweizer Filmförderung zu nutzen: «Let us make art». „Nyon 18: GENESIS 2.0 von Christian Frei, Maxim Arbugaev“ weiterlesen

SFT 18: DIE VIERTE GEWALT von Dieter Fahrer

© Balzli & Fahrer GmbH

Natürlich sind wir Journalisten die ersten, die sich für einen Film über Journalisten interessieren. Und wenn der Berner Dokumentarfilmer Dieter Fahrer über die sogenannte «vierte Gewalt» im Staat nachdenkt, wissen wir auch, wo seine Sympathien liegen.

Und Dieter Fahrer weiss, dass wir das wissen. Darum deklariert er seinen Film Die vierte Gewalt von Anfang an als subjektive Bestandesaufnahme.

Der Film eröffnet mit der klassischen Sequenz, in der frisch gedruckte Zeitungen in eindrücklicher Reihung die Druck- und Faltmaschinen verlassen. Fein säuberlich hängt da «Der Bund» tausendfach am Transportsystem, wie Skifahrer am Lift. „SFT 18: DIE VIERTE GEWALT von Dieter Fahrer“ weiterlesen

SFT 18: BIS ANS ENDE DER TRÄUME von Wilfried Meichtry

Christophe Sermet und Sabine Timoteo © frenetic

Ein Mann verlässt sichtlich wütend ein schlossartiges Gebäude, bleibt kurz vor seinem Auto stehen. Blick nach oben. Im Haus schreckt die Frau auf, geht zögernd los, lässt resigniert die Arme sinken.

Wilfried Meichtrys Film setzt am Tiefpunkt ein. Die Frau ist Katharina von Arx, die Schweizer Reisejournalistin, der Mann Freddy Drilhon, Reisefotograf und Autor aus Frankreich. Die beiden haben sich in den 50er Jahren bei einer Südseereportage kennen und lieben gelernt. Jetzt sind die gemeinsamen Träume am Ende. „SFT 18: BIS ANS ENDE DER TRÄUME von Wilfried Meichtry“ weiterlesen

SFT 18: À L’ÉCOLE DES PHILOSOPHES von Fernand Melgar

© Sister Distribution

Erster Schultag – das ist immer ein grosses Ereignis, für Kinder, die sich stolz mit ihrem neuen Schulsack für’s Foto präsentieren. Auch für Albiana, Chloé, Louis, Léon, Kenza kommt der erste Schultag. Sie alle sind etwa 5 Jahre alt. Und an ihrem ersten Schultag sind wohl ihre Eltern nervöser und aufgeregter als die Kinder selber.

Albiana und Chloé haben eine genetisch bedingte Beeinträchtigung, Louis und Léon sind stark autistisch, und Kenza kann – ausser weinen und lachen – sich noch gar nicht artikulieren und ist motorisch stark eingeschränkt. „SFT 18: À L’ÉCOLE DES PHILOSOPHES von Fernand Melgar“ weiterlesen

Locarno 17: DID YOU WONDER WHO FIRED THE GUN? von Travis Wilkerson (Wettbewerb)

Gregory Peck als Atticus Finch in ‚To Kill a Mockingbird‘ (1962)
Travis Wilkersons Urgrossvater S.E. Branch hat 1946 in seinem Laden in Alabama den Schwarzen Bill Spann erschossen, mit zwei Schüssen in den Bauch und zweien durch den Hals.

Branch war ein ausgewiesener Rassist, Spanns Tod wurde als «Homicide» (Mord) definiert, aber S.E. Branch wurde nie zur Rechenschaft gezogen. „Locarno 17: DID YOU WONDER WHO FIRED THE GUN? von Travis Wilkerson (Wettbewerb)“ weiterlesen