Filmpodcast Nr. 431: Das ewige Leben, Josef Hader, Peter Strickland, Bildrausch

Roland Düringer und Josef Hader in 'Das ewige Leben' © Look Now
Roland Düringer und Josef Hader in ‚Das ewige Leben‘ © Look Now

Kino im Kopf mit Michael Sennhauser. Georges Wyrsch hat Das ewige Leben, den vierten Brenner-Krimi, gesehen und mit Ko-Drehbuchautor und Brenner-Darsteller Josef Hader gesprochen. In Basel läuft noch bis und mit Sonntag das ebenso kleine wie grossartige Bildrausch-Filmfestival. Einer der Gäste ist der britische Regisseur Peter Strickland. Georges Wyrsch hat auch ihn getroffen. Dazu die Kurztipps, und – wie immer – eine frisch ausgelegte Tonspur.

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Die Unverpassbaren, Woche 22 – 2015

Josef Hader ist wieder Simon Brenner in 'Das ewige Leben'
Josef Hader ist wieder Simon Brenner in ‚Das ewige Leben‘ © Look Now

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Das ewige Leben von Wolfgang Murnberger. Jetzt ist schon wieder etwas passiert … in der vierten Murnbergerschen Verfilmung eines Haasschen Brenner-Krimis spielt Josef Hader den glücklosen Privatdetektiv ganz nahe am schwarzen Abgrund. Das ist immer noch komisch, aber auch erschütternd und einfach wieder sehr, sehr eigen.
  2. Pause von Mathieu Urfer. Warum eine Trennung weniger schlimm ist, als eine Beziehungspause, erzählt diese gelungene Mischung aus Liebesgeschichte und Musikerfilm. Kommt daher wie ein New Yorker Szenefilmchen, stammt aber aus der Schweiz. Grossartig das Zusammenspiel des Jungschauspielers Baptiste Gilliéron mit dem französischen Altstar André Wilms.
  3. El tiempo nublado von Arami Ullón. Eine Filmemacherin dokumentiert ihr Dilemma zwischen Pflege der Mutter in Paraguay und ihrem eigenen Leben in der Schweiz und lässt dabei etwas völlig Neues entstehen.
  4. X and Y von Morgan Matthews. Ein leicht autistischer Junge findet seinen Platz im Mathematik-Olympia-Team und im Leben. Die Hollywood-Dramaturgie kann dem britischen Film den Realismus zum Glück nicht austreiben. Und die Schauspieler, Asa Butterfield, Rafe Spall, Eddie Marsan und vor allem Sally Hawkins, sind grossartig.
  5. Ex Machina von Alex Garland. Ein junger Programmierer verfällt einer verführerischen künstlichen Intelligenz in diesem raffinierten Turing-Test von einem Film.

Und morgen mehr im Filmpodcast, zu Das ewige Leben und zu Peter Strickland am Basler Bildrausch Filmfestival.

Cannes 15: VALLEY OF LOVE von Guillaume Nicloux

Isabelle Huppert und Gérard Depardieu in 'Valley of Love' von Guillaume Nicloux
Isabelle Huppert und Gérard Depardieu in ‚Valley of Love‘ von Guillaume Nicloux

Es ist eine seltsame Paarung, welche Guillaume Nicloux (La religieuse) hier mit Isabelle Huppert und Gérard Depardieu vornimmt: Fünfunddreissig Jahre nachdem die beiden zum letzten Mal zusammen spielten, für Maurice Pialat in Loulou, schickt Nicloux sie nun wörtlich in die Wüste, ins kalifornische Death Valley.

Sie spielen Gérard und Isabelle, zwei französische Schauspieler, welche einen gemeinsamen Sohn hatten. Der hat sich nun allerdings in San Francisco das Leben genommen und den längst getrennten Eltern je einen Brief zukommen lassen. „Cannes 15: VALLEY OF LOVE von Guillaume Nicloux“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 430: 68. Festival du Film Cannes, Pause

'Pause': Baptiste Gilliéron, Julia Faure © filmcoopi
‚Pause‘: Baptiste Gilliéron, Julia Faure © filmcoopi

Kino im Kopf mit Brigitte Häring. Auch diese Woche hören wir natürlich nach Cannes, wo mein Kollege Michael Sennhauser von den 68. Internationalen Filmfestspielen berichtet. Und in unseren Kinos läuft diese Woche der Schweizer Spielfilm Pause an, den ich gesehen habe. Nicht fehlen in der Rolle dürfen die wöchentlichen Kurztipps und die Tonspur.

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Cannes 15: DHEEPAN von Jacques Audiard

'Dheepan' von Jacques Audiard: Antonythasan Jesuthasan
‚Dheepan‘ von Jacques Audiard: Antonythasan Jesuthasan

Um aus Sri Lanka und seinem blutigen Bürgerkrieg wegzukommen, gibt sich ein ehemaliger Soldat der Tamil Tigers zusammen mit einer jungen Frau und einem neunjährigen Mädchen als Familie aus. So gelingt ihnen die Flucht nach Frankreich.

Hier schlägt er sich erst einmal als illegaler Strassenverkäufer durch, bis die Flüchtlings-Familie einen Hauswartsjob in einem heruntergekommenen Sozialwohnungsblock in Pré, einem Vorort von Paris, zugeteilt bekommt. In einem Block notabene, der sich später als Hauptquartier der lokalen Drogengang entpuppen wird. Der ehemalige Soldat, der dem Krieg entfliehen wollte, findet sich schon wieder an der Front.
„Cannes 15: DHEEPAN von Jacques Audiard“ weiterlesen

Die Unverpassbaren, Woche 21– 2015

André Wilms und Baptiste Gilliéron in 'Pause' von Mathieu Urfer © filmcoopi
André Wilms und Baptiste Gilliéron in ‚Pause‘ von Mathieu Urfer © filmcoopi

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. Pause von Mathieu Urfer. Warum eine Trennung weniger schlimm ist, als eine Beziehungspause, erzählt diese gelungene Mischung aus Liebesgeschichte und Musikerfilm. Kommt daher wie ein New Yorker Szenefilmchen, stammt aber aus der Schweiz. Grossartig das Zusammenspiel des Jungschauspielers Baptiste Gilliéron mit dem französischen Altstar André Wilms.
  2. El tiempo nublado von Arami Ullón. Eine Filmemacherin dokumentiert ihr Dilemma zwischen Pflege der Mutter in Paraguay und ihrem eigenen Leben in der Schweiz und lässt dabei etwas völlig Neues entstehen.
  3. X and Y von Morgan Matthews. Ein leicht autistischer Junge findet seinen Platz im Mathematik-Olympia-Team und im Leben. Die Hollywood-Dramaturgie kann dem britischen Film den Realismus zum Glück nicht austreiben. Und die Schauspieler, Asa Butterfield, Rafe Spall, Eddie Marsan und vor allem Sally Hawkins, sind grossartig.
  4. Ex Machina von Alex Garland. Ein junger Programmierer verfällt einer verführerischen künstlichen Intelligenz in diesem raffinierten Turing-Test von einem Film.
  5. Les combattants von Thomas Cailley. Eine junge Frau bereitet sich auf den Weltuntergang vor, ein junger Mann schenkt ihr die Aussicht auf eine neue Welt. Ein erstaunlicher Film aus Frankreich, der Zukunftsangst zu einer positiven Kraft macht.

Und morgen mehr im Filmpodcast, zu Pause und mehr aus Cannes.

Cannes 15: YOUTH von Paolo Sorrentino

Michael Caine und Harvey Keitel in 'Youth' von Paolo Sorrentino
Michael Caine und Harvey Keitel in ‚Youth‘ von Paolo Sorrentino © Praesens Film

Mit La Grande Bellezza hat Paolo Sorrentino seine unausgesprochene Ambition erfüllt, das Erbe Fellinis anzutreten. Und nun hat er auf seine sehr eigenständige Art eine Alters-Variation auf 8½ produziert, opulent, ironisch, melancholisch und in manchen Momenten fast schon selbstparodistisch.

Michael Caine hat die Rolle, welche sonst bei Sorrentino Tony Servillo spielt – wäre der nicht einfach noch zu jung dafür. Und die Rolle, die bei Fellini natürlich Marcello Mastroianni gehörte. Der von Caine gespielte achtzigjährige Komponist und Dirigent Fred Ballinger hat sogar seine eigene Variante von Mastroiannis gemurmeltem «Smic-Smac»: Bei Bedarf zieht er ein leeres Bonbon-Papier aus der Tasche und ratscht damit rhythmisch und vernehmlich. „Cannes 15: YOUTH von Paolo Sorrentino“ weiterlesen

Cannes 15: LOUDER THAN BOMBS von Joachim Trier

'Louder thn Bombs' von Joachim Trier: Isabelle Huppert, Gabriel Byrne
‚Louder thn Bombs‘ von Joachim Trier: Isabelle Huppert, Gabriel Byrne
Isabelle Reed (Isabelle Huppert) war eine renommierte Kriegsfotografin. Als der Film einsetzt, ist sie bereits zwei Jahre tot. Anlässlich einer Ausstellung ihrer Bilder will ihr ehemaliger Kollege Richard Weissmann (David Strathairn) in der New York Times einen Erinnerungstext schreiben.

Und dabei – ihrem eigenen Wunsch, das Metier nie zu romantisieren entsprechend – auch klar machen, dass Isabelles tödlicher Autounfall nur Wochen nach ihrem Rückzug aus dem riskanten Arbeitsleben kein Unfall war, sondern Suizid. „Cannes 15: LOUDER THAN BOMBS von Joachim Trier“ weiterlesen

Cannes 15: MON ROI von Maïwenn

'Mon roi' Emmanuelle Bercot Vincent Cassel
‚Mon roi‘ Emmanuelle Bercot Vincent Cassel

Nach kurzem Zögern wirft sich eine Frau auf Ski in die vereiste Piste, rast knirschend an einer verdatterten Familie vorbei und dann folgen auf der Tonspur ein paar jener knackenden Geräusche, wie sie nur das Kino noch besser beherrscht als das Leben.

Die Reha-Klinik als Ort nicht nur der körperlichen, sondern auch der seelischen Gesundung, das ist das eben so simple wie funktionale Setting von Maïwenns viertem Langspielfilm. Und noch viel einfacher ist das Erzählprinzip von Mon roi. Der Film besteht im Wesentlichen aus Rückblenden in die Erinnerungen von Tony (Emmanuelle Bercot, deren eigener Film La tête haute das diesjährige Festival eröffnet hat). „Cannes 15: MON ROI von Maïwenn“ weiterlesen