Die Unverpassbaren, Woche 35 – 2017

Xavier Samuel in ‚The Death and Life of Otto Bloom‘ © trigon

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. The Death and Life of Otto Bloom von Cris Jones. Ein Mann erinnert sich nicht an die Vergangenheit, sondern ausschliesslich an seine Zukunft. Ein hirnverdrehendes, anregendes, unterhaltsames und überraschend bittersüsses Mockumentary aus Australien.
  2. Una mujer fantástica von Sebastián Lelio. Eine transsexuelle Frau kämpft für ihr Recht, sich von ihrem verstorbenen Partner zu verabschieden. Mit Leidenschaft und Würde gegen Vorurteile.
  3. In Zeiten des abnehmenden Lichts von Matti Geschonneck. Bruno Ganz ist hinreissend als bärbeissiger alter DDR-Funktionär in dieser clever verdichteten Verfilmung des letzten grossen Vorwende-Romans.
  4. Lady Macbeth von William Oldroyd. Die 17jährige Katherine entwickelt sich im Verlauf ihrer arrangierten Ehe vom Opfer über die selbstbestimmte Frau zum eigentlichen Monster. Sparsame, eindrückliche Rückführung der russischen Novelle ins englische Umfeld.
  5. The Party von Sally Potter. Die britische Filmemacherin inszeniert in Schwarzweiss und schön giftig ihre eigene Generation in einem kompakten, unterhaltsamen Kammerspiel.

Im Filmpodcast morgen: Una mujer fantástica, The Death and Life of Otto Bloom, Downsizing am Filmfestival in Venedig, Kulturhaus Kosmos, Jaffa Jaffa.

Venedig 17: DOWNSIZING von Alexander Payne

Kristen Wiig und Matt Damon © Paramount Pictures

In den letzten Jahren hatte Festivaldirektor Alberto Barbera immer ein gutes Händchen bei der Wahl des Eröffnungsfilms. Spätere Oscargewinner wie Gravity oder letztes Jahr La La Land begeisterten und starteten eine längere Karriere.

Ob das mit Downsizing von Alexander Payne auch gelingt? Der Regisseur von Sideways, The Descendants und zuletzt dem wundervollen Nebraska mit Bruce Dern ist zumindest Garant für solide, feinfühlige und humorvolle Filme und hat auch schon mehrere Männchen bei sich stehen, sowohl als Drehbuchautor wie auch als Regisseur. Für Downsizing hat er sich, zusammen mit Jim Taylor, auf das Feld der Fantasykomödie gewagt. Und vielleicht etwa zu viel gewollt. „Venedig 17: DOWNSIZING von Alexander Payne“ weiterlesen

Filmpodcast Nr. 525: Tulip Fever, Final Portrait, Jerry Lewis, 1 Mio für Frauenfilme

Armie Hammer und Geoffrey Rush in ‚Final Portrait‘ von Stanley Tucci © filmcoopi

Wir sind zurück nach der Sommerpause. Und ich freue mich, dass Sie alle auch wieder da sind! Also ab ins Kinovergnügen. Ich stelle Ihnen Tulip Fever vor, Brigitte Häring hat den Giacometti-Film Final Portrait gesehen. Georges Wyrsch nimmt Abschied vom US-Komiker Jerry Lewis. Und schliesslich fragen wir nach, was es mit dieser einen Million Schweizer Franken für Filme von Frauen auf sich hat. Dazu wie endlich auch wieder die Kurztipps und eine Tonspur.

Hören:

Saugen: Filmpodcast Nr. 525 (Rechtsklick für Download)


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Die Unverpassbaren, Woche 34 – 2017

Florence Pugh in ‚Lady Macbeth‘ von William Oldroyd © spot on

Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. In Zeiten des abnehmenden Lichts von Matti Geschonneck. Bruno Ganz ist hinreissend als bärbeissiger alter DDR-Funktionär in dieser clever verdichteten Verfilmung des letzten grossen Vorwende-Romans.
  2. Lady Macbeth von William Oldroyd. Die 17jährige Katherine entwickelt sich im Verlauf ihrer arrangierten Ehe vom Opfer über die selbstbestimmte Frau zum eigentlichen Monster. Sparsame, eindrückliche Rückführung der russischen Novelle ins englische Umfeld.
  3. The Party von Sally Potter. Die britische Filmemacherin inszeniert in Schwarzweiss und schön giftig ihre eigene Generation in einem kompakten, unterhaltsamen Kammerspiel.
  4. Baby Driver von Edgar Wright. Ein Jukebox-Film, der die Autoverfolgungsjagden der 70er mit den Gangsterfilmen der 80er kombiniert, immer schön auf Musik geschnitten. La La Land mit Knarren und schnellen Autos. Hinreissend mitreissend.
  5. Dunkirk von Christopher Nolan. Kunstkino mit Blockbuster-Budget. Ein immersiver, raffinierter Trip in die grosse Hilflosigkeit am Strand von Dünkirchen. Schweisstreibend und beeindruckend, auch wenn noch schwer zu sagen ist, was davon bleiben könnte.

Im Filmpodcast morgen: Tulip Fever, Final Portrait, Abschied von Jerry Lewis, Eine Million für Frauenfilme.

TULIP FEVER von Justin Chadwick

Christoph Waltz und Alicia Vikander © Ascot-Elite

Eine hochdramatische Liebesgeschichte zwischen einem Maler und der schönen Frau eines reichen holländischen Kolonialwaren-Grosshändlers… und das ganze vor dem Hintergrund der ersten grossen Spekulations- und Börsenblase der Welt, dem sogenannten Tulpen-Fieber im Holland des 17. Jahrhunderts. Das klingt doch nach einem guten Kinoabend. Schön wär’s. „TULIP FEVER von Justin Chadwick“ weiterlesen

Die Unverpassbaren, Woche 33 – 2017

Bruno Ganz ‚In Zeiten des abnehmenden Lichts‘ © filmcoopi
Erst diese fünf Filme sehen, dann alle anderen:

  1. In Zeiten des abnehmenden Lichts von Matti Geschonneck. Bruno Ganz hinreissend als bärbeissiger alter DDR-Funktionär in dieser clever verdichteten Verfilmung des letzten grossen Vorwende-Romans.
  2. Lady Macbeth von William Oldroyd. Die 17jährige Katherine entwickelt sich im Verlauf ihrer arrangierten Ehe vom Opfer über die selbstbestimmte Frau zum eigentlichen Monster. Sparsame, eindrückliche Rückführung der russischen Novelle ins englische Umfeld.
  3. The Party von Sally Potter. Die britische Filmemacherin inszeniert in Schwarzweiss und schön giftig ihre eigene Generation in einem kompakten, unterhaltsamen Kammerspiel.
  4. Baby Driver von Edgar Wright. Ein Jukebox-Film, der die Autoverfolgungsjagden der 70er mit den Gangsterfilmen der 80er kombiniert, immer schön auf Musik geschnitten. La La Land mit Knarren und schnellen Autos. Hinreissend mitreissend.
  5. Dunkirk von Christopher Nolan. Kunstkino mit Blockbuster-Budget. Ein immersiver, raffinierter Trip in die grosse Hilflosigkeit am Strand von Dünkirchen. Schweisstreibend und beeindruckend, auch wenn noch schwer zu sagen ist, was davon bleiben könnte.

Der Filmpodcast macht noch eine Woche Sommerpause bis 25. August.

Locarno 17: EN EL SÉPTIMO DÍA (On the Seventh Day) von Jim McKay (Wettbewerb)

José (Fernando Cardona) © C-Hundred Film Corp.
Illegale mexikanische Immigranten in New York und Fussball… das klingt nach einem Konzept, das auch von Ken Loach und seinem Drehbuchautor Paul Laverty stammen könnte.

Aber der Amerikaner Jim McKay hat da seinen eigenen Hintergrund. Und der Film, den er aus einer einzelnen Idee heraus geschaffen hat, funktioniert ganz gut. „Locarno 17: EN EL SÉPTIMO DÍA (On the Seventh Day) von Jim McKay (Wettbewerb)“ weiterlesen

Locarno 17: GLI ASTEROIDI (The Asteroids) von Germano Maccioni (Wettbewerb)

© Articolture

Die alte Faustregel gilt auch im 70. Jahr des Filmfestivals von Locarno: Finger weg von den italienischen Filmen im Wettbewerb. Würden sie was taugen, wären sie nicht hier, sondern Ende August am Filmfestival von Venedig zu sehen.

Es gab allerdings schon schlimmere Beispiele als Gli asteroidi. „Locarno 17: GLI ASTEROIDI (The Asteroids) von Germano Maccioni (Wettbewerb)“ weiterlesen