Zum Tod von Michael Ballhaus

‚The Fabulous Baker Boys‘: Michelle Pfeiffer als Susie Diamond im Ballhaus-Kreis

Innerhalb der neuen Kinogeschichte bleibt Michael Ballhaus nicht nur aufgrund seines enormen Talents ein Phänomen. Ballhaus wirkte stets geerdet, solide. Er war ein Handwerker mit einem Sensorium, ein Übersetzer für Ideen, Gefühle, Beziehungen in Bilder. „Zum Tod von Michael Ballhaus“ weiterlesen

Filmkritik und Netzpansion

Zwei Kritiker kämpfen um die Allegorie des Films

Wo gehen Kritiker hin, wenn ihnen das Papier unter den Füssen weggezogen wird? Ins Netz natürlich. Und wo finden sich Gleichgesinnte für Nischen-Sparten wie Zombie- oder Science-Fiction-Filme? Auch im Netz. Aber nicht nur. Zur medialen Expansion unserer Leidenschaft über die letzten dreissig Jahre.

King Kong war ein grosser Affe mit einer Frau in der Hand. Auf einer Fotografie in einem Heft. Das Heft hiess bei uns im Haus die «Radiozeitung», auch wenn es vor allem dem Fernsehprogramm gewidmet war. Denn wir hatten keinen Fernseher.

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Zürcher Filmpreise 2016

Cadrage 2016: Die automatischen Gewinnerinnen von Succès Zürich © sennhauser
Cadrage 2016: Die automatischen Gewinnerinnen von Succès Zürich © sennhauser

Die «Cadrage 2016» holte heute die Zürcher Filmszene in ihren vitalen kleinen Aussenposten Winterthur. Im Kino im «Kesselhaus» gleich hinter dem Bahnhof wurden in einer fast so straffen Zeremonie wie Anfang dieser Woche in Basel die Preise vergeben, die kommissionierten und die automatischen. Fünfunddreissigtausend Franken sprach die Zürcher Filmkommission, welche die Gesamtsumme von 100’000 Franken beliebig aufteilen kann, Susanne Regina Meures für Raving Iran zu. Je 20’000 Franken gingen an Annina Furrer für Dem Himmel zu nah, und an Eva Vitija für Das Leben drehen, der am Montag schon in Basel abgeräumt hatte. 15’000 Franken gingen an Jan Gassmann für Europe – She Loves und 10’000 Franken in Anerkennung der Ausstattung an Xavier Kollers Schellen-Ursli.

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DIE GETRÄUMTEN von Ruth Beckermann

Anja Plaschg und Laurence Rupp lesen Ingeborg Bachmann und Paul Celan © filmbringer
Anja Plaschg und Laurence Rupp lesen Ingeborg Bachmann und Paul Celan © filmbringer

Ingeborg Bachmann, die Dichterin, und Paul Celan, der Dichter, gehören mit ihrem Briefwechsel von 1948 bis zu Celans Suizid 1971 zu den grossen, tragischen Liebenden der Moderne. Jetzt sind sie im Kino zu sehen und zu hören als «Die Geträumten». Luzide, einfach, packend.

Mit ihrem Pagenschnitt erinnert Anja Plaschg ein wenig an Ingeborg Bachmann. Aber es ist die junge Frau von heute, die Schauspielerin und Komponistin, die ans Studiomikrofon tritt und, in Grossaufnahme, perfekt ausgeleuchtet und gepegelt, die fast 70 Jahre alten Briefsätze zum Leben erweckt:

«Wien, am 24. Juni 1949. Weil ich so gar nicht daran gedacht habe, ist heute deine Karte so richtig angeflogen gekommen, mitten in mein Herz. Ja, es ist so: Ich hab dich lieb, ich hab es nie gesagt, damals…»

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HEART OF A DOG von Laurie Anderson

'Heart of a Dog' von Laurie Anderson © filmcoopi
‚Heart of a Dog‘ von Laurie Anderson © filmcoopi

Dreissig Jahre nach ihrem bahnbrechenden Musik-Kunst-Dokumentarfilm Home of the Brave hat die New Yorker Musikperfomerin Laurie Anderson wieder einen Film gemacht. Heart of a Dog heisst er, und vordergründig geht es um die Erinnerung an Laurie Andersons verstorbenen Hund. Gewidmet ist er aber ihrem 2013 verstorbenen Ehemann Lou Reed. „HEART OF A DOG von Laurie Anderson“ weiterlesen

FRANCOFONIA von Aleksandr Sokurov

Johanna Korthals Altes als Marianne und Vincent Nemeth als Napoléon Bonaparte © Look Now!
Johanna Korthals Altes als Marianne und Vincent Nemeth als Napoléon Bonaparte © Look Now!

Aleksandr Sokurov ist der Filmemacher, der uns mit Russian Ark durch die Museums-Schätze der Petersburger Eremitage geführt hat. Jetzt kommt von Sokurov Francofonia ins Kino. Eine filmische Rekonstruktion zur Frage, wie der Louvre den Pariser Nazi-Einmarsch im Kriegsjahr 1940 überlebt hat.

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DER MEISTER UND MAX von Marcel Derek Ramsay

Christine Lauterburg und Max Rüdlinger in 'Der Ruf der Sibylla' von 1984
Christine Lauterburg und Max Rüdlinger in ‚Der Ruf der Sibylla‘ von 1984

Ein kompletter Spielfilm, montiert aus dem – und erdacht auf der Basis vom – Werk von Clemens Klopfenstein, das ist Der Meister und Max. Erzählt wird von der Existenz von Max (Rüdlinger) und Christine (Lauterburg), zwei der regelmässigen Protagonisten aus dem Oeuvre von Clemens Klopfenstein, die über ihre Rollen (nicht nur bei Klopfenstein) und ihre realen Viten zu Originalen ihrer Selbst geworden sind.

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