Robert Duvall ist 80 Jahre alt

Der Mann ist eine Institution, ein Monument, ein Dinosaurier und ein Visionär. Robert Duvall spielte in Filmen mit, lange bevor ich ich sie zu sehen begann. Und als ich dann anfing ins Kino zu gehen, tauchte er immer wieder auf auf, meistens dann, wenn mich ein Film wirklich beeindruckte. Er ist unvergessen als Colonel Kilgore in Apocalypse Now (siehe Clip unten), aber auch als Corleone-Anwalt in The Godfather. 1971 war er THX 1138 in George Lucas‘ gleichnamigem Debut und wirkte darin verblüffender weise jünger, als zwei Jahre früher im John-Wayne-Vehikel True Grit, dessen Neuverfilmung durch die Coens uns eben ins Haus steht. In 133 Filmabspännen taucht er namentlich auf; Rollen dürften es mehr gewesen sein, TV-Serien gehörten zu seiner Karriere und als Regisseur hat er mehrfach Chuzpe und Geschick bewiesen, am grossartigsten mit der sehr ernsthaften Glaubens-Satire The Apostle von 1997. Duvall war stets seine eigene Qualitätsgarantie, ich mag ihn sogar in Schwurbelgekurbel wie Tony Scotts Days of Thunder oder seine Autoparodie der gleichen Rolle im Cage/Jolie-Remake von Gone in Sixty Seconds. „Robert Duvall ist 80 Jahre alt“ weiterlesen

TWILIGHT’s Catherine Hardwicke macht auf Rotkäppchen

Amanda Seyfried in 'Red Riding Hood' von Catherine Hardwicke ©warner bros
Amanda Seyfried in 'Red Riding Hood' von Catherine Hardwicke ©warner bros.

Rotkäppchen und der Wolf ist unter den Grimmschen Märchen wohl das über analysierteste und meist interpretierte. Und fast immer geht es dabei um das sexuelle Erwachen des Mädchens, um den Wolf als erotische Projektion und lockende Gefahr – kurz, um all das, was zur Zeit vor allem die cineastische Vampir-Welle bedient. Wenn nun Catherine Hardwicke, die es geschafft hat, aus den bieder-verschmockten Twilight-Büchern den ersten (und einzigen guten) Twilight-Film zu machen, die Geschichte neu aufrollt, dann dürfen wir hoffen. Schliesslich hat die Frau bisher nicht nur ein exzellentes Gespür für den Gefühlshaushalt von Teenagern bewiesen, sondern auch als Set-Designer ein herausragendes Talent. In der Tat schwelgt der zur Zeit herumgebotene Trailer (nach der Sprungmarke) vor allem in lodernden Bildern. Gleichzeitig erinnert das auch alles wieder an die bereits klassischen Vorbilder zum Stoff, Valerie a týden divu (Valerie and her Week of Wonders, 1970) von Jaromil Jireš, oder Neil Jordans wunderbare spätere Angela-Carter-Adaption The Company of Wolves von 1984.

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Gespiegelter Horror

Das Schöne am klassischen Horrorfilm ist ja, dass man immer dann am meisten erschrickt, wenn genau das eintrifft, was zu erwarten war. Und mit dem Fremden im Spiegel ist das ja auch so. Allerdings wird es mir heute Abend ein wenig schwerer fallen, unbeschwert in den Badezimmerspiegel zu gucken. Auch recht. Normalerweise ist der erste Blick am Morgen ja erschreckender. Tatsächlich liesse sich mit dem Spiegel im Horrorfilm aber etliches mehr anstellen, als diese Serie glauben macht. Allein der mit dem Spiegel verbundene Aberglaube liefert Ideen für eine ganze Horrorserie.

Mit schwerer Zunge gegen Avatar

Avatar naiv collage

Unter dem Pseudonym RedLetterMedia hat ein Amerikaner eine Kritikerfigur geschaffen, die so tönt, als ob von den grantigen Alten Statler und Waldorf von der Muppet Show nur noch Statler übrig wäre, der nun nach einem Hirnschlag auf YouTube mit nicht mehr ganz leichter Zunge über Filme grantelt. Was er allerdings (in zwei Teilen) in zwanzig Minuten über Avatar zum Besten gibt, hat nicht nur Hand und Fuss, es macht auch ziemlich Spass. Wenn ich mir das so richtig überlege, komme ich sogar zum Schluss, dass diese böse lallende Zunge auch eine Projektion sein könnte. So könnte Fanboy Nummer Eins Harry Knowles nämlich tönen in dreissig Jahren:

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NEW MOON Kurzparodie, sitzt.

Mir ging ja nicht nur die Sterilität und die Keuschheit von New Moon auf die Nerven, sondern auch die schauspielerische Nullnummer der beiden Hauptfiguren. Dieser kurze Clip bringt das alles verdankenswert präzise auf den Punkt. Lassie come home!