
Warum so bieder? Die Geschichte, wie die Zürcher Werbetexterin Emmi Creola-Maag 1956 die perfekte Schweizer Hausfrau «Betty Bossi» erfunden und gegen alle Widerstände im Markt etabliert hat, die hat alles, was es für eine furiose Schweizer Mad Men-Kinokiste gebraucht hätte. Stattdessen bekommen wir von Drehbuchautor André Küttel und Regisseur Pierre Monnard zunächst einmal fast schon Papa Moll geliefert.
Vielleicht haben die Produzenten Angst vor dem doppelbödigen Potential ihrer Idee bekommen. Schliesslich lag das Genie von Emmi Creolas Erfindung ja tatsächlich darin, dass diese superadrette, liebenswürdig gut aufgestellte Werbefigur so vertrauenserweckend gut an die reale Lebenswelt der durchschnittlichen Schweizer Hausfrau angelehnt war. Allzu gross sollte demnach wohl der Kontrast zwischen der Lebenswelt der Kunstfigur und ihrer Erfinderin in der ersten Filmhälfte nicht ausfallen. Eine brodelnd gefährliche Undurchschaubarkeit und zweifelhafte Herkunft, wie sie Mad Men-Star Don Draper auszeichnete, wäre doch etwas unschweizerisch gewesen, gälletsi?
Dabei dürfte die ungebrochene Popularität der Marke Betty Bossi einen Deutschschweizer Kinoerfolg eigentlich so oder so garantieren. „HALLO BETTY von Pierre Monnard“ weiterlesen











