BLAZE von Ethan Hawke

Alia Shawkat, Ben Dickey © Look Now!

Ethan Hawke kennt man vor allem als Schauspieler, etwa aus Linklaters Before Sunrise/Sunset/Midnight-Filmen mit der Französin Julie Delpy. Er schreibt aber auch, und nun kommt mit Blaze ein sehr ungewöhnlicher Musiker-Film von ihm ins Kino. Blaze erzählt aus dem Leben des Country-Singer/ Songwriter Blaze Foley, der 1989 erschossen wurde und schon zu Lebzeiten eher ein Geheimtipp war, eine rebellische Legende. „BLAZE von Ethan Hawke“ weiterlesen

WOLKENBRUCH
von Michael Steiner

Joel Basman und Noémie Schmidt © dcm

Die seltsame Dominanz der «jiddische Mame» über ihre jüdischen Söhne, ob orthodox oder gemässigt, ist ein heiss geliebtes literarisches und filmisches Klischee.

Thomas Meyers Roman «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse» von 2012 hat dem Komplex wenig Neues beigefügt, aber das Buch wurde zum fröhlichen Bestseller. Und nun gibt es die Verfilmung dazu, kurz und knackig mit Wolkenbruch betitelt und mit Joel Basman in der zentralen Rolle. Heute hat der Film von Michael Steiner seine Premiere am Zürich Film Festival. „WOLKENBRUCH
von Michael Steiner“
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Venedig 18: THE FAVOURITE von Yorgos Lanthimos (Wettbewerb)

Rachel Weisz in ‚The Favourite‘ © Fox Searchlight Pictures

Yorgos Lanthimos hat sich zum gefragtesten griechischen Regisseur gemausert, der mit seinen Filmen Stammgast an den grossen Festivals geworden ist. Erst letztes Jahr gewann er in Cannes für The Killing Of A Sacred Deer den Drehbuchpreis. Nun ist er mit dem Historiendrama The Favourite im Wettbewerb von Venedig zu sehen.

Lanthimos hat sich schon mit seinem ersten internationalen Erfolg Kynodontas (Dogtooth, 2009) als genauer Beobachter und Abbilder von seelischer Gewalt und Grausamkeit gezeigt. „Venedig 18: THE FAVOURITE von Yorgos Lanthimos (Wettbewerb)“ weiterlesen

Cannes 18: Palmarès

Hirokazu Kore-Eda mit der Palme d’or, der Übersetzerin und Jurypräsidentin Cate Blanchett

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Cannes 18: THE WILD PEAR TREE (Ahlat Ağaçı) von Nuri Bilge Ceylan (Wettbewerb)

Sinan (Dogur Demirkol) und Hatice (Hazar Ergüçlü) © trigon

Desillusionierte Männer, und somit Väter und Söhne, ziehen sich durch das türkische Universum von Nuri Bilge Ceylans grossen Würfen.

Sinan (Dogur Demirkol) ist wieder so ein Sohn. Mit Anfang zwanzig deutlich jünger als seine Vorgänger, aber ebenfalls in der ersten Einstellung mit Brille und Tee hinter der Scheibe eines Teehauses zu sehen, dann entlang dem Hafen gehend.

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Cannes 18: THE MAN WHO KILLED DON QUIXOTE von Terry Gilliam

Jonathan Pryce und Terry Gilliam © Ascot-Elite

Fünfundzwanzig Jahre hat Terry Gilliam gebraucht, um diesen Film endlich auf die Beine zu stellen. Zwei Hauptdarsteller sind in dieser Zeit gestorben, John Hurt und Jean Rochefort. Ihnen ist der Film gewidmet, in dem nun Jonathan Pryce und Adam Driver sich die Titelrollen teilen. Pryce ist Don Quixote, Adam Driver der Regisseur, der daran schuld ist. Terry Gilliam sind sie beide.

Der einstige Zusatz-Monty-Python Gilliam hatte dermassen viel Pech mit diesem Mammut-Projekt, dass es mehr Legenden dazu gibt, als Szenen im Film. Und mindestens einen Dokumentarfilm. „Cannes 18: THE MAN WHO KILLED DON QUIXOTE von Terry Gilliam“ weiterlesen

Cannes 18: AYKA von Sergei Dvortsevoy (Wettbewerb)

‚Ayka‘ Samal Yeslyamova © filmcoopi

Ayka ist eine junge Kirgisin in Moskau. Sie wohnt in einem jämmerlichen Haus, das der Besitzer kojenweise an illegale Arbeitssuchende vermietet. Aber das erste, was wir von ihr sehen, ist ihr neu geborenes Kind.

Beziehungsweise gleich vier Kinder, gebündelt und eingewickelt auf einem Wagen werden sie von einer Schwester der Entbindungsstation ins Zimmer mit den Müttern geschoben. Vier unterschiedliche winzige Gesichter sehen wir in Aufsicht, eines schlafend, eines skeptisch, eines wirkt uralt und unglücklich. „Cannes 18: AYKA von Sergei Dvortsevoy (Wettbewerb)“ weiterlesen

Cannes 18: CAPHARNAÜM von Nadine Labaki (Wettbewerb)

Zain und Yonas (Zain Al Rafeea, Boluwatife Treasure Bankolé) © Wild Bunch

Dieser Film stellt harte Anforderungen, sowohl subjektiv wie auch objektiv. Er setzt die lange Reihe von Kinderschicksals-Epen fort, die auf der härteren Seite von Hector Babencos Pixote (1981) geprägt sind, auf der weicheren von Wohlfühl-Elend im Stil von Slumdog Millionaire (2008).

Regisseurin Nadine Labaki wurde im Libanon geboren und gehört seit Caramel von 2007 zu den wenigen Weltregisseurinnen mit dem Cannes-Qualitäts-Label, wie etwa noch die Japanerin Naomi Kawase oder Alice Rohrwacher aus Italien, die dieses Jahr mit Lazzaro felice im Wettbewerb vertreten ist. „Cannes 18: CAPHARNAÜM von Nadine Labaki (Wettbewerb)“ weiterlesen

Cannes 18: DOGMAN von Matteo Garrone (Wettbewerb)

Marcello, der ‚Dogman‘ (Marcello Fonte) © Archimede

Die ersten Einstellungen dieses Film sind hinreissend. Und sie spiegeln eine invertierte Sequenz gegen Ende der Geschichte, welche wiederum die eigentlich «raison d’être» für das Drehbuch ist. Sagt Regisseur Garrone.

Da versucht ein kleiner, etwas gebückter Mann eine zähnefletschende Kampfdogge mit einem Schrubber zu waschen. Der Hund ist angebunden in einer Blechwanne. Aber es besteht kein Zweifel, dass dieser Marcello (Marcello Fonte) innert Sekunden zerrissen würde, wäre der Hund frei. „Cannes 18: DOGMAN von Matteo Garrone (Wettbewerb)“ weiterlesen