Promise me This

 

Schon zweimal hat er die goldene Palme gewonnen, der serbische Brachialfilmer Emir "Kustu" Kusturica. Aber für die Dritte wird es diesmal hoffentlich nicht reichen. Sein neuer Film ist randvoll mit allem, was seine alten so beliebt machte: Turbo-Folk, schlagfertige Männer, dralle Frauen, schiesswütige Serben, Gangster, Grossväter und korrupte Staatsangestellte. Aber einfach von allem zuviel. Wenn der Grossvater seinen Enkel auffordert, in der Stadt die Kuh zu verkaufen, eine Ikone zu kaufen und sich eine Braut zu suchen, dann ist das nicht Gotthelf, nicht wirklich witzig und auch nicht satirisch. Aber bei Kustu kommt das alles zusammen. Der Film ist zur Hälfte Tom & Jerry, zur anderen Hälfte Pippi Langstrumpf, und das ganze aufgezogen als Kasperletheater im «Home Alone»-Slapstick-Stil. Dass heftig geschossen wird, dass es nebenbei auch Tote gibt, und dass die Serben offenbar den Krieg in ihrem Alltag brauchen und ganz lustig finden: Das könnte Satire sein. Ist aber in erster Linie als pralle Unterhaltung inszeniert und bleibt einem des öfteren im Hals stecken, wenn es nicht gerade langweil. Allerdings gibt es, wie immer bei Kustu, auch überaus witzige Momente.

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