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    Fünf Highlights des Kinojahres 2013

    Von Michael Sennhauser | 28. Dezember 2013 - 13:50

    John Goodman in 'Inside Llewyn Davis' © ascot-elite

    John Goodman in ‚Inside Llewyn Davis‘ © ascot-elite

    Nicht alle tollen Filme haben 2013 den Weg ins Kino gefunden. Und einzelne, wie etwa Carlos Reygadas‘ radikaler Post tenebras lux, waren zwar im Angebot, wurden aber vom Publikum verschmäht. Die folgenden fünf aber bleiben den Deutschschweizer Kinogängerinnen und Kinogängern hoffentlich in Erinnerung:

    Jagten von Thomas Vinterberg

    Mads Mikkelsen

    Mads Mikkelsen

    Mads Mikkelsen spielt den Kindergärtner Lucas, der plötzlich und ungerechtfertigt unter Pädophilieverdacht steht. «Jagten» ist in einem gewissen Sinne die Rückseite von Vinterbergs 1998er-Dogma-Erfolg «Festen». Ging es damals darum, im Rahmen eines grossen Familienfestes den lange zurückliegenden Kindsmissbrauch des Patriarchen ans Licht zu zerren, dreht sich Jagten um das schiere Gegenteil: Es ist die Geschichte einer zeitgenössischen Hexenjagd, packend und subtil erzählt.

    Frances Ha von Noah Baumbach

    Tickling Greta Gerwig. ‚Frances Ha‘ © filmcoopi

    Eine junge Frau bastelt an ihrer Tänzerinnenkarriere in New York und zieht von Wohnung zu Wohnung, von Freund zu Freundin, bis sie schliesslich ankommt und alles ein wenig anders aussieht als in ihren Träumen. Der in Schwarz-Weiss gedrehte Film bewegt sich zwischen Mumblecore und Woody Allen, und befasst sich doch ganz eigenständig mit jenem seltsamen Alter, mit dem Hollywood nichts zu tun haben will: Mit der Zeit, in der man merkt, dass man vielleicht doch nicht alles erreichen wird, von dem man geträumt hat.

    Vaters Garten von Peter Liechti

    Hasentheater in 'Vaters Garten' © looknow

    Hasentheater in ‚Vaters Garten‘ © looknow

    Wie etliche andere Schweizer Filmemacher in diesem Jahr blickt auch Peter Liechti zurück auf die Beziehung zu seinen Eltern. Aber sein Dokumentarfilm ist ein blühendes Experiment. Er stellt Vater und Mutter getrennt seine Fragen und filmt sie beim Antworten. Die Gespräche zwischen den Eltern und die heikleren Momente verschiebt er in ein «Hasentheater» mit Puppen und mit von Schauspielern nachgesprochenen Originaldialogen. Am Ende wissen wir nicht nur mehr über Peter Liechti und die unauffällige Generation seiner Eltern, sondern auch über uns selber.

    Rosie von Marcel Gisler

    ‘Rosie’: Fabian Krüger, Judith Hofmann, Sybille Brunner ©looknow

    Marcel Gisler lässt einen Sohn aus Berlin vorübergehend zur erkrankten Mutter zurückkehren. Dabei trifft dieser nicht nur auf eine alles andere als pflegeleichte alte Frau, sondern auch auf seine eigene verdrängte Jugend. Und die ebenso überraschende wie tragisch späte Erkenntnis, dass ihm sein eigener Vater viel ähnlicher war, als er es je für möglich gehalten hätte.

    Inside Llewyn Davis von Joel und Ethan Coen

    Oscar Isaac, Justin Timberlake, Carey Mulligan: ‘Inside Llewyn Davis’ © ascot-elite

    Oscar Isaac, Justin Timberlake, Carey Mulligan: ‘Inside Llewyn Davis’ © ascot-elite

    Wie Noah Baumbach mit «Frances Ha» untersuchen auch die Coen-Brüder auf ihre unnachahmliche Art die Wechselwirkung zwischen ausbleibendem Erfolg, künstlerischen Ambitionen und persönlicher Entwicklung in New York. Ihr Titelheld ist ein talentierter Folksänger, in Sachen Charisma allerdings näher bei Donald Duck als bei Bob Dylan. Und damit ein echtes Vorzeigeexemplar in der seit 30 Jahren wachsenden Coenschen Americana-Menagerie.

    Topics: Die Unverpassbaren, Film, Filmbesprechung | Kommentare deaktiviert für Fünf Highlights des Kinojahres 2013

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