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    Christopher Lee: Grandseigneur des Horrorfilms – Ein Ohr zurück

    Von Michael Sennhauser | 15. Juni 2016 - 11:17

    Christopher Lee hatte sich als Graf Dracula schon 1958 für immer in die kollektive Erinnerung gesaugt. Als Bond-Bösewicht Scaramanga erreichte er 1974 den Zenit der Popularität. Dachten wir. Dann wurde Lee ins Blockbuster-Zeitalter gehievt. Und überraschte mich, als ich ihn 2003 traf.

    Christopher Lee als Count Dooku im 'Star Wars' Prequel

    Christopher Lee als Count Dooku im ‚Star Wars‘ Prequel

    Plötzlich tauchte Christopher Lee wieder in den Alpträumen der heutigen Kids auf, wie damals in den 1960-Jahren. Die Meister des postmodernen Massenkinos hatten den düsteren Helden ihrer Kindheit in die Gegenwart geholt: Regisseur George Lucas machte den hochgewachsenen Briten in der Rolle von Count Dooku zu einem Teil seiner Star-Wars-Franchise, Peter Jackson besetzte den mittlerweile fast 80-Jährigen als bösen Zauberer Saruman in seinem Lord-of-the-Rings-Spektakel.

    Christopher Lee als Saruman in der 'Lord of the Rings'-Trilogie

    Christopher Lee als Saruman in der ‚Lord of the Rings‘-Trilogie

    In rund 280 Filmen hat Christopher Lee mitgespielt. Die Übersicht hatte er längst verloren, als ich ihn 2003 in Zürich traf. Ich war ein wenig nervös. Da war einerseits seine von unzähligen Bösewicht-Rollen geprägte Ausstrahlung. Dann ein etwas gemischter Ruf, den er sich bei den britischen Filmjournalisten-Kollegen erarbeitet hatte. Und schliesslich der Umstand, dass ich mich bis heute nicht entscheiden kann, ob er als Schauspieler tatsächlich etwas taugt, oder ob er nicht eher einfach seine majestätisch-düstere Erscheinung perfekt zu inszenieren wusste.

    Christopher Lee als 'The Mummy' im Hammer-Film von 1959

    Christopher Lee als ‚The Mummy‘ im Hammer-Film von 1959

    Die Begegnung war faszinierend und überraschend zugleich. Einerseits sah ich mich einem Mann gegenüber, der mit einer an Humorlosigkeit grenzenden Ernsthaftigkeit über seine Karriere zu reden wusste. Andererseits hatte er seinen Auftritt im Rahmen seiner Tätigkeit als Unicef-Botschafter. Christopher Lee erwies sich als ungemein belesen, vielsprachig und vielgereist.

    Christopher Lee als 'The Man with the Golden Gun' Francisco Scaramanga im Bond von 1974

    Christopher Lee als ‚The Man with the Golden Gun‘ Francisco Scaramanga im Bond von 1974

    Schliesslich hatte er – mit über 80 Jahren – auch noch konservativ-britische Züge aufzuweisen: Christopher Lee schimpfte über das «moderne Kino», das sich nur noch an 18-Jährige richte und viel zu viel Sex und nackte Haut zeige. Damit überraschte mich der Vorzeige-Fiesling, der selber bei zahlreichen 1970er-Jahre-Kommerzproduktionen mitgespielt hatte.

    Das Treffen mit Christopher Lee ist nun bereits 13 Jahre her. Vor einem Jahr, am 7. Juni 2015, ist er in London 93-jährig gestorben.

    Und hier ist die Wiederbegnung mit der Sendung von damals, ergänzt um ein ausführliches Gespräch und etliches an Musik und Gesang vom späten Lee, der noch ab 2009 eine überraschende Zusatz-Alterskarriere als Heavy-Metal-Sänger aufgebaut hatte:

    Hören:

    Saugen: Kontext vom 15. Juni 2016 (Rechtsklick für Download)

    Eine Begegnung: Christopher Lee als Dracula und Michael Sennhauser © SRF / Matthias Willi

    Eine Begegnung: Christopher Lee als Dracula und Michael Sennhauser © SRF / Matthias Willi

    Topics: Film, Filmgeschichte, podcast, Schauspieler/in | Kein Kommentar »

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