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    BABY DRIVER von Edgar Wright

    Von Michael Sennhauser | 25. Juli 2017 - 15:02

    Deborah (Lily James) und Baby (Ansel Elgort) © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

    Stellen Sie sich eine Version des Nostalgie-Musicals La La Land mit Banküberfällen und Autoverfolgungsjagden vor. Dann landen Sie bei Baby Driver, dem wohl ungewöhnlichsten und mitreissendsten Film dieses Sommers. Ich habe ihn am NIFFF gesehen und danach nicht mehr aufgehört, im Takt des Soundtracks mit meinen Füssen zu zucken.

    Bamm! Bamm!
    («Bellbottoms» von The Jon Spencer Blues Explosion, 1994)

    Baby ist ein junger Mann mit speziellen Fähigkeiten.

    Bamm! Bamm!

    Er fährt Autos. Präziser als jeder andere.

    Bamm! Bamm!

    Hinter dem Steuer ist er unschlagbar.

    Bamm! Bamm!

    Und darum holt man ihn für Banküberfälle.

    Bamm! Bamm! Uahhhhh…
    [Ausblenden und unterziehen]

    Griff (Jon Bernthal), Darling (Eiza González), Baby (Ansel Elgort) and Buddy (Jon Hamm) © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

    Insbesondere ein Mann hat Baby zu seinem Fluchtfahrer und Gangster-Maskottchen gemacht: Der von Kevin Spacey gespielte Doc.

    Doc hat die Fähigkeiten des jungen Mannes erkannt und zwingt ihn seit langem, an all seinen wohlgeplanten Überfällen teilzunehmen.

    Da Baby seinen unfallbedingten Tinnitus permanent mit Musik vom Ipod in Schach hält, stösst er bei den Planungssitzungen allerdings immer wieder auf Misstrauen bei Docs Miet-Gangstern:

    Baby (Ansel Elgort), Bats (Jamie Foxx), Darling (Eiza González) nnd Buddy (Jon Hammt) © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

    «Ich habe eine Frage Doc. Warum soll ich glauben, dass das Kopfhörer-Bubi da drüben etwas vom Plan begriffen hat? Er hat ja nicht mal zugehört?»

    Doc bleibt cool: «Baby?»

    Und Baby holt für einen Moment die Stöpsel aus den Ohren und rattert den Überfallplan mit der Präzision eines Computers herunter.

    Baby Driver ist ein Soundtrackfilm. Der eigenwillige britische Regisseur Edgar Wright hat ein Drehbuch für ein Action-Musical geschrieben, das die Autoverfolgungsjagden der 70er Jahre mit den Gangsterfilmen der 80er kombiniert, und das alles auf der Basis von Originalmusik aus vierzig Jahren Popgeschichte.

    Darling (Eiza González) and Buddy (Jon Hamm) © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

    Jede Bewegung des Films ist auf die Musik geschnitten. Und da die Hauptfigur Baby sich seinen Soundtrack für jede Gelegenheit auf dem Ipod selber zusammenstellt, sind Rhythmus- und Stimmungs-Wechsel stets perfekt motiviert.

    Schalten, bremsen, losrasen, Vollstop: Baby kann mit seinen rasenden Autos tanzen, er kreiert mit Gaspedal und Schalthebel eine schwungvoll-utopische Gegenwelt zur brutalen Ballerei der Gangster, die er transportiert.

    Und in das ganze baut Edgar Wright auch noch eine süsse Liebesgeschichte mit einer Kellnerin ein. Der junge Mann und das Mädchen sind schon bei der ersten Begegnung im Diner voneinander fasziniert.

    Deborah (Lily James) and Baby (Ansel Elgort) © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

    Auf die Frage, was er denn mache, sagt Baby wahrheitsgemäss, er sei ein Fahrer. «Ah, eine Art Chauffeur? Fährst Du Berühmtheiten herum? Irgend wen, den ich kenne?»

    «Ich hoffe nicht», ist die lakonische Antwort.

    Baby Driver ist pures Kino. Action und Gewalt, ein superkinetisches Schnittspektakel, das sich vollständig seinem Soundtrack aus bekannten Titeln ergibt und damit jede Gegenwehr im Publikum unterspühlt.

    Am Ende kann niemand sagen, was er da genau gesehen hat. Aber man möchte am liebsten gleich wieder von vorne anfangen damit.

    Topics: Film, Filmbesprechung, Regisseur/in, Schauspieler/in | Kommentare deaktiviert für BABY DRIVER von Edgar Wright

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