FÜR IMMER SONNTAG von Steven Vit

Rudy Vit hat Sonntag ohne Ende © Filmbringer

Von den drei Schweizer «Vaterfilmen» im Programm der diesjährigen Visions du réel ist das der direkteste, derjenige, der die geweckten Erwartungen am einfachsten umsetzt und sie dann doch deutlich übertrifft.

Rudy Vit hat 43 Jahre für die gleiche Schweizer Firma gearbeitet, immer auf Geschäftsreise, oft in Asien. Nun steht die letzte dieser Reisen an, vor seiner Pensionierung. „FÜR IMMER SONNTAG von Steven Vit“ weiterlesen

GETTING OLD STINKS von Peter Entell

Hochzeitsfoto der Eltern des Filmemachers Peter Entell: ‚Getting Old Stinks‘ © Show and Tell Films

Nachdem sein Vater gestorben war, liess Peter Entell seine Videoaufnahmen von den jährlichen Familientreffen in den USA fünfzehn Jahre in der Schublade liegen. Bis er selbst vor drei Jahren 67 wurde, das Alter, in dem sein Vater einen Herzinfarkt erlitt.

Entells Vater Marc, oder Mottl, wie er als Kind in der Ukraine genannt wurde, lebte nach dem Infarkt noch weitere fünfzehn Jahre. Und jedes Jahr zum Geburtstag besuchten ihn seine vier Kinder, Peter, der Jüngste, die zwei Schwestern und der ältere Bruder. „GETTING OLD STINKS von Peter Entell“ weiterlesen

Podcast mit Fredi M. Murer

Fredi M. Murer beim Drehen in den Urner Bergen (ca. 1984?) © fmm

Der Ehrenpreis des Schweizer Films 2022 geht an Fredi M. Murer. Sein Bergdrama Höhenfeuer gehört zu den grossen Werken des neuen Schweizer Films. Seine Dokumentarfilme veränderten den Blick auf die Urschweiz. Mit Eigensinn, Witz und Widerstand wurde Murer zu einer Integrationsfigur der Filmszene.

Im Kontext-Podcast erzählt Murer aus seinem Leben und von seiner Arbeit.

Hören:

Saugen: Kontext Fredi M. Murer (Rechtsklick für Download)

„Podcast mit Fredi M. Murer“ weiterlesen

Nyon 19: HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT von Thomas Heise

© Thomas Heise

Nachtrag 12. April: Die Jury der Visions du réel (Joslyn Barnes, Produzentin; Pauline Gygax, Produzentin; Orwa Nyrabia, Artistic Director and Producer) hat entschieden, der Hauptpreis, die Sesterce d’or (CHF 20’000) 2019 geht an Thomas Heise.

Die Kombination ist erschlagend, herzabdrückend: Über rund zwanzig Minuten sind auf der Leinwand nur Listen zu sehen. Minutiös getippte Listen mit Erfassungsnummern, Wohnadressen und Namen von Jüdinnen und Juden.

Die Listen sind alphabetisch nach Nachnamen geordnet und es dauert entsprechend lange, bis der Familienname von Thomas Heises Grossmutter aus Wien auftaucht. „Nyon 19: HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT von Thomas Heise“ weiterlesen

Berlinale 19: ICH WAR ZUHAUSE, ABER von Angela Schanelec

Jakob Lassalle, Clara Möller © Nachmittagfilm

Nicht nur laute Filme vermögen zu polarisieren – auch der Film Ich war zuhause, aber der Berliner Regisseurin Angela Schanelec im Wettbewerb der Berlinale hat die einen begeistert, andere geärgert.

Das liegt am konsequenten Stil der Filmemacherin, einer Vertreterin der Berliner Schule. Ihre Filme lassen einen in keinem Moment vergessen, dass man im Kino sitzt, entführen nicht leichtfüssig in eine Geschichte rein, versuchen nie, das Medium vergessen zu machen.

Im Gegenteil – die Inszenierung immer mitzeigen, mitdenken, die Zuschauerinnen und Zuschauer damit herausfordern, das ist Programm in Schanelecs Filmen. „Berlinale 19: ICH WAR ZUHAUSE, ABER von Angela Schanelec“ weiterlesen

SFT19: SOHN MEINES VATERS von Jeshua Dreyfus

Schalom Schabat am 60. Geburtstag von Karl (Dani Levy) in ‚Sohn meines Vaters‘ © Vinca Film

Die Welt ist nicht so, wie sie die Eltern geschildert haben. Die Eltern wissen das schon lange. Darum behalten sie die Deutungsmacht.

Da kann der Sohn mit der Geliebten des Vaters ins Bett, so lange er will: Die Erklärung dafür bekommt er vom Papa weiterhin präsentiert wie eine Rechnung. „SFT19: SOHN MEINES VATERS von Jeshua Dreyfus“ weiterlesen

SFT19: IMMER UND EWIG von Fanny Bräuning

Niggi und Annette Bräuning © frenetic

Ein Wohnmobil für sich und seine tetraplegische Frau Annette, das ist einer der Träume, die Niggi Bräuning mit Hartnäckigkeit realisiert hat.

Ihr Vater weigere sich, ihre Mutter als schwerbehindert zu betrachten, sagt Filmemacherin Fanny Bräuning. Sie könne schliesslich essen, denken und kommunizieren. Für Niggi ist Annette noch immer die Frau, die ihn 1971 geheiratet hatte, die schöne Grafikstudentin, die dem zukünftigen Fotografen an der Basler Kunstgewerbeschule aufgefallen war – und er ihr. „SFT19: IMMER UND EWIG von Fanny Bräuning“ weiterlesen

SFT19: TSCHARNIBLUES II von Aron Nick

Christoph Eggimann, Stefan Kurt, Stephan Ribi, Yves Progin, Bernhard Nick © trinipix

Wie gut gealterte Punks feixen die fünf Männer in die Kamera.  Das Bild nimmt eine Einstellung auf, die vor vierzig Jahren für den Original-Tscharniblues entstanden ist.

Der Mann ganz rechts ist Bernhard „Bäne“ Nick, der Vater von Aron, dem Regisseur. Damals, 1979, war es Bernhard Nicks Bruder, Arons Onkel, der Regie führte. „SFT19: TSCHARNIBLUES II von Aron Nick“ weiterlesen

Au revoir, Yves Yersin!

Yves Yersin © filmcoopi

Yves Yersin war ein Schweizer Phänomen. Ein rares Filmtalent, das sich rar gemacht hat. Der ausgebildete Fotograf machte sich seinen Namen als Dokumentarfilmer, zunächst zusammen mit der Westschweizer Kollegin Jacqueline Veuve. „Au revoir, Yves Yersin!“ weiterlesen

BLAZE von Ethan Hawke

Alia Shawkat, Ben Dickey © Look Now!

Ethan Hawke kennt man vor allem als Schauspieler, etwa aus Linklaters Before Sunrise/Sunset/Midnight-Filmen mit der Französin Julie Delpy. Er schreibt aber auch, und nun kommt mit Blaze ein sehr ungewöhnlicher Musiker-Film von ihm ins Kino. Blaze erzählt aus dem Leben des Country-Singer/ Songwriter Blaze Foley, der 1989 erschossen wurde und schon zu Lebzeiten eher ein Geheimtipp war, eine rebellische Legende. „BLAZE von Ethan Hawke“ weiterlesen