Horror, Fantasy, Science-Fiction, Thriller – Swissmade?

Anna Hausburg in Mathieu Seilers ‚True Love Ways‘

Vampire im Schweizer Film? Die gibt es tatsächlich. In Chimères (2013) vom Neuenburger Olivier Beguin beginnt die Verwandlung eines jungen Schweizers mit einer verunreinigten Bluttransfusion, nach einem Unfall in Rumänien. Zurück in der Schweiz entwickelt Alexandre einen Blutdurst, der ihn erschreckt. „Horror, Fantasy, Science-Fiction, Thriller – Swissmade?“ weiterlesen

Zum Tod von Erwin C. Dietrich

In 80 Betten um die Welt oder Frauen ohne Unschuld sind nur zwei der unzähligen Filmtitel aus dem umfangreichen Gesamtwerk des Schweizer Filmproduzenten und Regisseurs Erwin C. Dietrich. Mit Heimatfilmen hat er angefangen, mit Sexfilmen wurde er reich und schliesslich baute er in Zürich ein ernstzunehmendes Verleih- und Kino-Imperium auf. Wie erst am Sonntag bekannt wurde, ist der Kinopionier letzte Woche nach langer Krankheit im Alter von 87 Jahren gestorben. Hier ein Rückblick auf seine Karriere, die von Produktionsökonomie und kaufmännischem Geschick geprägt war:  „Zum Tod von Erwin C. Dietrich“ weiterlesen

Locarno 17: GOLIATH von Dominik Locher (Wettbewerb)

Sven Schelker, Jasna Fritzi Bauer © filmcoopi
Wenn die Hautpfigur David heisst, zeichnet ein Filmtitel wie Goliath unausweichlich ihren Weg vor.

David ist seiner Freundin Jessy ein liebevoller, sorgloser Partner. Aber als sie ihm beim Sex eröffnet, dass sie schwanger ist, verfällt er erst einmal in stumme Panik. Und als die beiden in der S-Bahn von einem Schläger traktiert werden, steht sein Entschluss fest: Es Zeit, zum Mann zu werden, zum Muskelpaket, zum Zurückschläger. „Locarno 17: GOLIATH von Dominik Locher (Wettbewerb)“ weiterlesen

Animation in Annecy, Ausgabe 2017

(Refrain im Lied des Sponsor-Trailers zu Beginn aller Vorstellungen)

Von Rolf Bächler

Wenn jemand meint, ein Festival, auch wenn es schon sehr gross ist, hätte Wachstums- oder Sättigungsgrenzen, so ist Annecy bestrebt, von Mal zu Mal das Gegenteil zu beweisen: Erweiterung der Anzahl und Definition der Kurzfilmwettbewerbe (will heissen unumgänglich für den Berichterstatter). Erhöhung der Zahl der Leinwände im Zentrum, von sechs auf acht (von insgesamt zwölf, plus vier unter freiem Himmel). Ausdehnung auch der Anwendungsbereiche des animierten Bilds: Neu zählen auch Virtual-Reality-Produktionen, die sich seiner bedienen, unter dem Etikett vr@annecy zur offiziellen Selektion. Ausserdem hat die Zahl der Akkreditierungen die symbolische Schwelle von 10‘000 überschritten. „Animation in Annecy, Ausgabe 2017“ weiterlesen

NIFFF 17: THE ENDLESS von Simon Benson und Aaron Moorhead

© AMP International

Das US-Independent-Duo Benson und Moorhead hat eine Meisterschaft darin entwickelt, mit Ultra Low Budget und in Genre-Nähe überraschende, packende und vor allem spannende Filme zu machen.

Mit Spring haben sie vor zwei Jahren hier am NIFFF eine berührende und spannende Variante von «Beauty as the Beast» gezeigt. Und nun kombinieren sie den Sekten-Film mit dem Zeitschleifen-Paradox, einmal mehr ausgesprochen souverän.

„NIFFF 17: THE ENDLESS von Simon Benson und Aaron Moorhead“ weiterlesen

NIFFF 17: PREVENGE von Alice Lowe

Alice Lowe in ihrem ‚Prevenge‘ © Gennaker
Und wieder eine Frau, die selber die Kontrolle übernimmt. Vor und hinter der Kamera und gleich auch noch im Plot.

Ruths Man ist umgekommen, an dem Tag, an dem sie von ihrer Schwangerschaft erfuhr. Allein und überfordert hört die Frau schliesslich die Stimme ihres ungeborenen Kindes. Und das Kind will Rache für den Tod seines Vaters. „NIFFF 17: PREVENGE von Alice Lowe“ weiterlesen

Zwei Césars für MA VIE DE COURGETTE

Claude Barras, Courgette, César, Céline Sciamma

Bei der Verleihung der wichtigsten französischen Filmpreise gestern Abend in Paris hat Ma vie de Courgette des Wallisers Claude Barras den César für den besten Animationsfilm gewonnen. Und den für das beste adaptierte Drehbuch für Claude Barras und seine Co-Autorin Céline Sciamma. Und nun muss das Team nach durchgefeierter Nacht nach Los Angeles fliegen und an der Oscar-Verleihung in der Nacht auf Montag noch einmal fiebern. Wenn auch mit deutlich weniger Chancen als gestern.

Den gleichen Parcours absolviert übrigens auch Schauspielerin Isabelle Huppert. Auch sie war gestern in Paris, wo ihr Film Elle von Paul Verhoeven als bester Film ausgezeichnet wurde. Und sie einmal mehr als beste Darstellerin. Im Januar wurde Huppert für ihre Rolle in Elle schon bei den Golden Globes ausgezeichnet. Und für den Oscar morgen Nacht ist sie ebenfalls nominiert.

Alle Césars gibt es auf der Webseite der französischen Académie.

Berlinale 17: DJANGO von Etienne Comar (Eröffnungsfilm)

Reda Kateb als Django Reinhardt © Roger Arpajou

Django Reinhardt, eigentlich Jean Reinhardt, war französischer Sinti – oder Manouche, wie sich die Sinti selber nennen. Und er war der berühmteste Gitarrist seiner Zeit. Er prägte den Manouche Jazz – und war für den europäischen Jazz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Leitfigur. Seine Geschichte ist nun Stoff für einen Film geworden: Django eröffnete heute Abend die 67. Internationalen Filmfestspiele Berlin, die Berlinale.

Über die Berlinale wird immer wieder gesagt, sie sei das politischste aller Filmfestivals: umso grösser das Erstaunen, dass für diese Ausgabe 2017 eine Musikerbiografie den Auftakt machen sollte. Zumal Dieter Kosslick, Festivalpräsident, in seinem Grusswort zum Programm schreibt: «Selten hat ein Berlinale-Programm die aktuelle politische Situation so eindringlich in Bilder gefasst, wie in diesem Jahr.» „Berlinale 17: DJANGO von Etienne Comar (Eröffnungsfilm)“ weiterlesen

SFT 17: MISÉRICORDE von Fulvio Bernasconi

‚Miséricorde‘ © outside the box

Der Kanada-Urlaub eines Schweizer Polizisten wird zur Jagd auf einen fahrerflüchtigen Trucker. Was nach Roadmovie klingt, ist tatsächlich eines. Und noch viel mehr.

Thomas Berger aus der Schweiz hat ein paar Wochen in Kanadas Wäldern Urlaub gemacht, schweigend gefischt mit dem pensionierten Polizisten, der ihm seinen Bungalow vermietet hat. „SFT 17: MISÉRICORDE von Fulvio Bernasconi“ weiterlesen