Filmpodcast Nr. 52: Rendition, Liebesleben, Ted Sieger, Manufactured Landscapes.

Reese Witherspoon und Peter Sarsgaard in "Rendition"Herzlich Willkommen zum Filmpodcast für die Woche 47. Am Mikrofon begrüsst Sie Michael Sennhauser, heute mit den folgenden Themen: Rendition mit Meryl Streep und Jake Gyllenhaal, Liebesleben, die Bestsellerverfilmung der Schauspielerin Maria Schrader. Trickfilmer Ted Sieger hat für «Der vierte König» den Schweizer Jugendmedienpreis gewonnen. und schliesslich ein ausführliches Gespräch mit der kanadischen Regisseurin Jennifer Baichwal zu ihrem Dokumentarfilm Manufactured Landscapes Dazu Filmspiel und Kurztipps, wie gewohnt.

Und noch zwei Hinweise in eigener Sache: Vor einer Woche hat der Filmpodcast mit seiner 50. Ausgabe zum ersten Mal die Schwelle von 1000 Downloads durchbrochen. Sie alle gehören also nach wie vor zu einem exklusiven Zirkel von Kino-Kennern und Film-Liebhaberinnen. Und während Sie mich hier noch reden hören, bin ich bereits unterwegs in meine Ferien in San Francisco. Aus diesem Grund habe ich die nächsten drei Filmpodcasts bereits produziert: Sie sind sehr kurz und bestehen jeweils nur aus dem Soundtrack-Spiel. Den nächsten richtigen Filmpodcast gibt’s dann kurz vor Weihnachten, am 21. Dezember. Neuigkeiten aus den USA berichte ich nach Möglichkeit hier im Filmblog.

[audio http://pod.drs.ch/mp3/film/film_200711230800.mp3]
San Francisco Golden gate Bridge Fog Skyline

Celebrity-Placement II: John Malkovich verkauft sich und Computer

Da habe ich doch gestern noch behauptet, product placement im Kino sei überholt. Keine wirklich fundierte Aussage, muss ich zugeben. Und wie zur Strafe erreicht mich heute die Pressemeldung eines grossen Konzerns, der Filme, Unterhaltungselektronik, Computer und Musik produziert. Ab sofort werben die für ihre Notebook-Reihe mit einer eigenen Website mit Schauspieler John Malkovich. Irgendwie muss sich der Star ja sein Leben in Südfrankreich und die vielen Indie-Filmprojekte finanzieren. Das im Betty-Bossi-Stil gehaltene Webalbum ist nicht sehr gehaltvoll, aber die Stimme und der unverwechselbare Silberblick des Stars erzeugen doch eine gewisse Aura. Im übrigen bin ich überzeugt, dass auch Malkovich, wie fast alle seiner Gattung, in Wirklichkeit mit einem schicken Computer der kalifornischen Firma mit dem Obstlogo arbeitet.

Celebrity Placement: Product Placement im Kino war gestern …

Die jährlichen Award-Shows von Oscar bis MTV-Awards haben es vorgemacht: Wenn E!-online die Stars nach ihren Kleiderausstattern fragt, rollt bei Versace und Co. der Rubel. Aber die Werbung durch Produkt-Platzierung auf oder an Prominenten ist längstens ein gut durch organisiertes Geschäft. Während unser Schweizer Fernsehen noch Probleme kriegt mit sogenannter "Schleichwerbung" in Serien, also gezielt eingesetzten und ins Bild gerückten Markenprodukten oder Dienstleistungen, ist das lukrative System bei so genannten Prominenten längst Teil der Mediensymbiose geworden. Die Süddeutsche von gestern hat eine aufschlussreiche Zusammenstellung und gibt Einblicke in das Geschäft mit "Celebrity Placement".

Filmpodcast 51: Leroy, Beowulf, 4 Monate 3 Wochen und 2 Tage, Preisüberwacher moniert Kinopreise.

Herzlich Willkommen zum Filmpodcast für die Woche 46. Am Mikrofon begrüsst Sie Michael Sennhauser, heute mit den folgenden Themen: Leroy, die Anti-Nazi-Komödie aus Berlin, Beowulf, das Heldenepos aus der Computertrickkiste, der Angriff von Preisüberwacher Rudolf Strahm auf die Schweizer Kinopreise, und schliesslich ein ausführliches Gespräch mit dem rumänischen Regisseur Cristian Mungiu zu seinem Cannes-Siegerfilm 4 Monate 3 Wochen und 2 Tage. Dazu Filmspiel und Kurztipps, wie gewohnt.

[audio http://pod.drs.ch/mp3/film/film_200711160800.mp3]

Preisüberwacher kritisiert Verleiher für hohe Kinoeintrittspreise

Preisüberwacher Rudolf Strahm (Fotomontage aus Bildern seiner Website)In seinem letzten Newsletter vom 13. November geht der eidgenössische Preisüberwacher Rudolf Strahm hart ins Gericht mit den Schweizer Filmverleihern, insbesondere mit den sogenannten "US-Majors" Fox-Warner, UIP und Buena Vista. Ihre von den Kinobetreibern geforderten Margen an den verliehenen Filmen seien deutlich höher als im benachbarten Ausland:

Kinopreise und Verleihmieten in der Schweiz höher als im Ausland

Die Preisüberwachung kommt auf Grund einer Analyse der schweizerischen Kinopreise zum Schluss, dass die Kinotarife in der Schweiz 45 bis 80 Prozent höher sind als im benachbarten Ausland. Die Schweizer Kinobetreiber bezahlen den Film- Verleihfirmen durchschnittlich gegen Fr. 6.-/Eintritt und damit rund 50 Prozent mehr als in Deutschland und Frankreich (rund Fr. 4.-).

Rund die Hälfte dieser Preisdifferenz lässt sich durch die höheren Kosten in der Schweiz begründen (Untertitelung, Werbung, etc.). Die verbleibenden Fr. -.80 bis Fr. 1.– an höheren Verleihabgaben pro Besucher stellen mithin eine Kaufkraftabschöpfung der Schweizer Konsumenten durch die Filmverleihunternehmen dar. Die Berechnungsmethode der Verleihpreise entspricht aber internationaler Usanz, weshalb der Preisüberwacher von einem for- mellen Eingriff gegenüber den Filmverleihern absieht. Die Preisüberwachung hat sich darauf beschränkt, den Filmverleihern eine Senkung der Verleihgebühr zu empfeh- len, um diese Preise näher an das Niveau unserer Nachbarländern heran zu führen. [Rudolf Strahm, Jörg Christoffel, Catherine Josephides Dunand]

Mehr dazu auf der Website des Preisüberwachers. Darüber hinaus haben die Kollegen von DRS4News sowohl mit Strahm wie auch mit einem Vetreter der Filmverleiher gesprochen. Dieser Beitrag findet sich im Filmpodcast 51 von morgen Freitag (online ab 08.00 Uhr)

Neues Filmportal der Süddeutschen Zeitung

Schon lange sind meine Weltstammseiten die jeweiligen Filmportale des britischen Guardian, respektive der New York Times (da muss man sich gratis registrieren und bei beiden helfen Englischkenntnisse). Jetzt kommt aus dem Verlagshaus, das uns die schönste DVD-Reihe der letzten Jahre gebracht hat, auch ein eigenes Sammelportal für Film und Kino. Da von Konkurrenz zu reden wäre lächerlich, ich kann nur hoffen, dass unser (gesprochenes) Angebot qualitativ mit hält. Die Quantität (und den Autorenstamm) können wir nicht bieten. Sauber und aufgeräumt sieht das jedenfalls aus und die Texte waren schon bisher meist wirklich gut. Also, eine Schmöker-Site mehr in den Tiefen des Webs. Wie komme ich da bloss wieder raus?

Kitag vs. EM: freiwillige Kapitulation der Kinos

Gegen die organisierte Fussball-Hysterie kommen die grossen Kinoketten offenbar nicht mehr an. Jedenfalls berichtet Kollege Matthias Lerf in der SonntagsZeitung von gestern, dass die grösste Kinokette der Schweiz freiwillig die Segel streicht im Fussball-Sommer:

Fussball gegen Film 1:0

Die grösste Schweizer Kinokette macht während der Euro 08 Betriebsferien

Wenn im Juni 2008 die Fussball-EM angepfiffen wird, geht das Licht in vielen Schweizer Kinos aus. Die grösste Schweizer Kette Kitag schliesst in den ersten zwei Euro-Wochen vom 9. bis 22. Juni ihre Pforten ganz, «weil das Interesse am Kino in dieser Zeit nicht sehr gross sein wird». Die Kitag betreibt 69 Säle in den EM-Städten Bern, Zürich und Basel sowie

in St. Gallen. In Zürich liegt das Corso direkt an der Fanzone am Bellevue. Für Kitag -Direktor Philippe Täschler ist allerdings nicht nur dieses Kino durch den Grossanlass beeinträchtigt: «Eigentlich wird die ganze Stadt zur Fanmeile. Auch in anderen Kinos, zum Beispiel im Abaton, spüren wir schon jetzt bei grossen Fussballspielen in Zürich einen Besucherrückgang.» Zum Entscheid beigetragen haben die schlechten Erfahrungen während der WM 06 in Deutschland. «Wir hatten sehr tiefe Zahlen», sagt Täschler. In der ersten WM-Woche sind damals die Besucherzahlen, nach Angaben von Procinema, auf ein knappes Drittel der Vorwoche geschrumpft. Auf den Kinobesuch müssen Filmfans während der Euro 08 trotzdem nicht verzichten. Nicht schliessen werden die Pathé-Kinos in Basel und Dietlikon und die Zürcher Arena Sihlcity. Auch die Studiokinos in den EM-Städten werden, allenfalls mit eingeschränktem Betrieb, offen bleiben. Und teilweise ein besonderes Programm bieten: «Wir können nicht so tun, als ob nichts wäre», sagt Frank Braun vom Zürcher Riffraff.

Bleibt zu hoffen, dass auch die anderen Studiokinobetreiber ihre Fans nicht im Stich lassen und allen Fussballflüchtlingen im Juni das verdiente Asyl gewähren. Und umgegekehrt, dass wir Fussball-Ignoranten die enstprechenden Bemühungen der Studiokinos auch mit vielen Besuchen zu honorieren wissen!

Die wahren Löwen und Lämmer

Meryl Streep, Tom Cruise in: Lions for LambsRobert Redfords Lions for Lambs fasziniert und amüsiert derzeit im Kino bei uns und in den englischsprachigen Ländern. Für seinen Arbeitgeber BBC hat der politische Korrespondent Guto Harri den Film auf seinen Realitätswert hin angesehen. Insbesondere fasziniert zeigt er sich vom intimen Interview, das Meryl Streep über eine Stunde lang mit dem von Tom Cruise gespielten Senator führen darf. Seine intimste vergleichbare Erinnerung, so Harri, war ein kurzes Blitzinterview mit einem Kabinettsmitglied von Tony Blair am Urinal in der Parlamentstoilette. Weil der Mann dringend musste, zwischen zwei Sitzungen, und nur gerade da Zeit fand für den Journalisten. Trotzdem bescheinigt er dem Film ein ordentliches Potential für Wiedererkennungseffekte. (Mehr von uns zum Film im Podcast)

Filmpodcast 50: Bothersome Man, Lions for Lambs, Atonement, Kurzfilmtage, Writers Strike.

Herzlich Willkommen zum Filmpodcast der Woche 45. Am Mikrofon ist Michael Sennhauser, und ich freue mich, dass wir bereits beim 50. Filmpodcast angelangt sind. Heute stellen wir Ihnen drei neue Filme vor: The Bothersome Man, Lions for Lambs und Atonement. Dazu ein kurzer Beitrag zu den aktuellen Winterthurer Kurzfilmtagen und ein Bericht aus Kalifornien zu Streik der Drehbuchautoren. Und natürlich Kurztipps und Filmsoundspiel wie gewohnt.

[audio http://pod.drs.ch/mp3/film/film_200711090800.mp3]

Filmpodcast 49: Earth, Shift in Basel, Julia Roberts, Wolfram Knorr.

Wolfram Knorr (Verlagsfoto)

Herzlich Willkommen zum Filmpodcast der Woche 44. Am Mikrofon ist Michael Sennhauser, und das sind die Themen heute: In der Deutschschweiz läuft «Earth», der neue globalisierte BBC-Dokfilm von Alastair Fothergill. In Basel fand die erste Ausgabe von Shift statt, dem neuen Festival der elektronischen Künste. In Hollywood hat Julia Roberts ihren 40. Geburtstag gefeiert, und in Zürich ist ein neues Buch von Filmkritiker Wolfram Knorr erschienen. Pierre Lachat unterhält sich mit dem Urgestein der Deutschweizer Filmkritik. Dazu Kurztipps und Soundspiel, wie gewohnt.

[audio http://pod.drs.ch/mp3/film/film_200712070800.mp3]