Sennhausers 2010 Academy Award Prognosen

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Die Oscar-Prognosen sind Jahr für Jahr eine Lotterie für sich. Da sich aber die Vorab-Spekulationen jedes Jahr früher zu türmen beginnen, ist das ein wenig wie mit den Longchamp-Prognosen bei Minarett-Initiativen: Das Publikum wird trotzig. Die Academy ist überaltert, dafür sorgt die neue Technik mit Screeners dafür, dass mehr Leute die Filme auch tatsächlich sehen. Und da nun zehn statt fünf Filme für „best picture“ nominiert sind, wird der bisher meist zu erwartende Konsens dünner, das heisst, die Chance für die einzelnen Filme grösser, Avatar zum Trotz. Multimedialen Overkill gibt es wie jedes Jahr bei oscar.com. And here we go (post festum die 10 11 von 24 Treffer wie gewohnt in grün):

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Quartz – Prognosen Schweizer Filmpreis 2010

Filmpreisverleihung 2009 im KKL in Luzern
Filmpreisverleihung 2009 im KKL in Luzern © Eddy Meltzer

Am nächsten Samstag werden zum zweiten Mal in Luzern die Schweizer Filmpreise vergeben. Gewählt haben die Gewinner die Mitglieder der Schweizer Filmakademie, mehr oder weniger nach dem Modell der amerikanischen Oscars, oder der französischen Césars – auch wenn das Verfahren noch ein wenig komplexer und unerprobter ist. Die Akademie ist ja noch blutjung.

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Prägende Oscars

Wichtige Oscars

In einer Woche werden wieder neue Goldmänner versklavt. Davor gibts in Luzern Quartze. Und weil wir uns ja immer wieder einmal fragen müssen, wer die wahren Oskars und Oscars denn eigentlich sind, habe ich hier eine Kollektion zusammengestellt. Ich mag nicht alle von ihnen, einige kann ich sogar im eigentlichen Sinn des Wortes nicht ausstehen. Aber Oskar sind sie alle. Nach dem Sprung folgt die Liste der Abgebildeten:

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Locarno 09: Die Preise

Goldener Leopard für Xiaolu Guo für 'She A Chinese' © Fotofestival Pedrazzini
Goldener Leopard für Xiaolu Guo für 'She A Chinese' © Fotofestival Pedrazzini

Mit She, A Chinese von Xiaolu Guo hat die internationale Jury den Goldenen Leoparden an einen Film vergeben, der erst gegen Ende des Wettbewerbs gezeigt worden ist. Die chinesischstämmige Xiaolu Guo lebt in London, ihr Film spielt in China und in England. Und er ist in der Tat beeindruckend auf ganz verschiedenen Ebenen. Zunächst erzählt er von einer Chinesin, die eher perspektivenlos auf dem Land aufwächst, nach einer Vergewaltigung in die Stadt flüchtet, sich dort ausgerechnet mit einem Auftragsschläger zusammentut, und nach dessen gewaltsamem Tod aus einem Impuls heraus mit dem unter der Matratze gefundenen Geld nach London fliegt. Dort beginnt sie dann ein Immigrantenleben, das uns allenfalls aus der Aussenperspektive bekannt vorkommt, das uns der Film aber überaus packend und zurückhaltend zugleich aus einer neuen, nicht unbedingt subjektiven Sicht vermittelt.

Der Spezialpreis der Jury und der Preis für die beste Regie gingen an meinen persönlichen Favoriten Buben.Baraban des Russen Alexei Mizgirev.

Den Preis als Beste Darstellerin erhielt die Holländerin Lotte Verbeek für ihre Rolle gegenüber Stephen Rea in Nothing Personal von Urszula Antoniak. Und den Leoparden für den besten männlichen Darsteller schliesslich vergab die Jury an Antonis Kafetzopoulos, den Hauptdarsteller in der satirischen Komödie Akadimia Platonos.

Die übrigen Preise folgen detailliert nach dem Sprung.

Darsteller-Leoparden für Lotte Verbeek und Antonis Kafetzopoulos © Fotofestival Daulte
Leoparden für Lotte Verbeek und Antonis Kafetzopoulos © Fotofestival Daulte

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Locarno 09: Ehrenleopard für William Friedkin

William Friedkin Frédéric Maire © Fotofestival Abram
William Friedkin Frédéric Maire © Fotofestival Abram

Er ist und bleibt ein Showman: William Friedkin, der in wenigen Tagen seinen 74. Geburtstag feiert, kann inszenieren. Auch sich selber. Von der sogenannten „Masterclass“, einem erweiterten Filmvortrag, den er in Locarno gehalten hat, war das Publikum begeistert. Und beim Empfang seines Ehrenpreises gestern Abend auf der Piazza Grande hat er Übersetzungsunsicherheiten der Präsentatorin mit einer eigenwilligen Version von Volare überspielt und dann mit einem als Triumph-Ruf artikulierten „Roger Federer“ das Publikum vollends in die Tasche gesteckt.

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Nifff 09: Die Preise

William Castle
William Castle, Visionär des interaktiven Kinos, Showman par excellence.

Das Nifff 2009 ist zu Ende, und der letztjährige Zuschauerrekord wurde übertroffen. Stolz melden die Organisatoren über 22’000 Besucher, und das war auch deutlich zu merken: Die meisten Vorstellungen waren ausverkauft, die William-Castle-Retrospektive wurde mit den liebevoll gestalteten Gimmick-Vorführen zu einer Serie eigentlicher Kino-Happenings. Und die Preise gehen an verdiente Filmer, sieht man einmal davon ab, dass Lars von Triers Antichrist eigentlich der wirklich überragende Beitrag im Wettbewerb war. Aber dass die Jury keine Lust haben würde, den Film, der schon in Cannes für viele Diskussionen gesorgt hatte, auch noch einmal auf den Schild zu heben, war zu erwarten. Schliesslich hat das Nifff auch einen eigenen Ruf zu verteidigen, als Festival der Entdeckungen im fantastischen Bereich:

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Unerträgliche Spannung. Die Quartz-Uhr läuft.

CH Filmpreis nominiert Kacey Mottet Klein in Home
Nominiert für Filmpreis: Kacey Mottet Klein in 'Home' von Ursula Meier

Heute Abend werden im KKL Luzern zum 12. Mal die Schweizer Filmpreise vergeben, zum ersten Mal als Solo-Event mit massiver TV-Begleitung. In diesem Blog haben wie die Entwicklung der Filmpreise schon eine Weile verfolgt, jetzt werfen wir einen (sehr eingeschränkten) kleinen Blick auf die mediale Vorbereitung des grossen Events: Im Tages-Anzeiger gab es bereits etliche vorbereitende Artikel, zum Beispiel dieses schöne Kurzportrait der Home-Regisseurin Ursula Meier von Nina Scheu. Oder heute der Text zur nominierten Schauspielerin Alexandra Prusa. Dank der reichlich absurd aufgezogenen Konstruktion Newsnetz findet sich allerdings Florian Kellers smarter Tages-Anzeiger-Kommentar zum Filmpreis auf baz.online, während der heutige BaZ-Kommentar zum gleichen Anlass von Annette Scharnberg online nicht aufzufinden ist.

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San Franciscos Castro freut sich über ‚Milk‘-Oscars

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SFGate, die online-Ausgabe des ‚San Francisco Chronicle‘, berichtet, wie sich im prächtigen historischen Castro-Kino in SF die Besucher der Oscar-Live-Übertragung gefreut haben über die Academy Awards für ‚ihren‘ Film. Denn im Castro spielt nicht nur Gus van Sants Film über Harvey Milk, im Castro-Kino lief auch der Film seit seinem Start vor regelmässig ausverkauftem Haus. Ich habe Milk im Dezember im Castro gesehen und die einmalige Stimmung in diesem Kino hat mich berührt.

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Kleiner Hörkommentar zu den Oscars 2009

Oscargewinnerin Kate Winslet in 'The Reader' (c) Ascot-Elite
Oscargewinnerin Kate Winslet in 'The Reader' (c) Ascot-Elite

Die 81. Acedemy Awards waren straffer, aber nicht kürzer als frühere Ausgaben. Und leider auch nicht viel interessanter. Gut möglich, dass die Oscars die Erwartungen, die sie schüren, gar nie erfüllen können. Gut möglich, dass die YouTube-Clips der stammelnden Sieger viel interessanter sind, als es die Show je sein konnte. Aber hier trotzdem ein kleiner Radiokommentar (DRS2aktuell von heute) mit ein paar wirklich netten Otönen von der Show:

Robert De Niro über Sean Penn

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Einer der besseren Einfälle der diesjährigen Oscarshow war die Laudatio von Vorgängern auf die Nominierten. Insbesondere als Robert De Niro sich fragte, wie Sean Penn es all die Jahre geschafft hat, heterosexuelle Rollen zu bekommen. Hier De Niro im Oton: