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    Nifff 09: ‚Franklyn‘ von Gerald McMorrow

    Von Michael Sennhauser | 4. Juli 2009 - 17:33

    Franklyn Jonathan Preest

    Wenn das NIFFF nicht Lars von Triers verstörend grossartigen Antichrist in den Wettbewerb genommen hätte, müsste morgen Abend eigentlich Gerald McMorrow für Franklyn (zusammen mit Duncan Jones für Moon)ausgezeichnet werden. Der Film mit Eva Green, Ryan Philippe und Sam Riley ist nicht nur optisch ein Genuss, sondern auch von seiner Anlage her spannend. Das zeitgenössische London und eine dunkle, gigantische, von multiplem religiösem Eifer geprägte Parallelversion namens „Meanwhile City“ sind Schauplatz der Suche von vier verlorenen Menschen. In „Meanwhile City“ ist der maskierte Jonathan Preest (Philippe) auf der Suche nach dem „Individual“, den er für den Tod eines kleinen Mädchens verantwortlich macht und dafür exekutieren möchte. Im realen London sucht Milo (Riley) nach dem Platzen seiner Hochzeit seine Kindheitsliebe, und Emilia (Green) treibt mit ihren suizidären Kunstprojekten nicht nur ihre Mutter zur Verzweiflung, sondern auch ihren Tutor an der Akademie. Und dann ist da noch der traurige Sakristan aus Cambridge, der in London seinen verlorenen Sohn sucht.

    Franklyn: Eva Green als Emilia

    Dass einem beim Anblick von „Meanwhile City“ zunächst einmal Alex Proyas‘ Dark City von 1998 in Erinnerung kommt, liegt nicht nur am retrofuturistischen Design der dunklen Stadt, sondern vor allem an der wunderbaren Mattepainting-Technik, welche den sterilen CGI-Welten von heute viel Atmosphäre voraus hat. Dass Preest, der Rächer, innerhalb dieser düsteren Welt voller Ministerial-Taliban und absurden Religionen einen hardboilded-Voice-Over-Monolog zu halten hat, wie der Standard-Detektiv der Serie noir, irritiert allerdings fast den ganzen Film hindurch, zumal die Perspektive, welche die Figur da innehat, recht infantil wirkt. Dass es damit durchaus seine Richtigkeit hat, beweist die Auflösung der Geschichten am Ende des Films. Es macht durchaus einen Teil der Faszination von Franklyn aus, dass man sich immer wieder fragen muss, durch wessen Augen man eine bestimmte Szene gerade erlebt. Das ist ein Film, der an Comic-Umsetzungen wie From Hell und insbesondere V for Vendetta erinnert, sich aber schliesslich als ganz andere Geschichte entpuppt. Ein befriedigendes, nachklingendes Filmerlebnis mit einem gehörigen Schuss Romantik, düster verbrämt und morbid unterfüttert.

    franklyn eva green sam riley

    PS: Eine Frage, aus Neugier, die nicht wirklich etwas mit dem Film zu tun hat: Ist die Haltung der Hände, diese Fingerbrille, welche Eva Green im mittleren Bild demonstriert, physisch möglich? Ich für meinen Teil, ob als Mann oder als eher unbeweglicher Zeitgenosse kann meine Arme jedenfalls nicht annähernd in diese Position bringen…

    Topics: Film, Filmbesprechung, Filmfestival | 1 Kommentar »

    1 Kommentar

    1. Die Fingerbrille ist doch keine Sache. Schmerzt zwar ein wenig, muss aber auch nicht einen ganz Film lang durchgehalten werden.

      Kommentar by Thomas — 4. Juli 2009 @ 18:33

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