
Soo-Ha (Bella Kim) lebt in der südkoreanischen Stadt Sokcho, am japanischen Meer, unweit der Grenze zu Nordkorea. Die Bekannten im Quartier nennen sie freundlich «Bohnenstange» oder «Miss France». Die junge Frau ist nicht nur etwas grösser als die meisten ihrer Landsleute, sie hat auch sonst leicht andere Züge. Denn ihr Vater, den sie nie getroffen hat, war ein französischer Fischerei-Ingenieur, der nach Europa zurückfuhr, ohne von der Schwangerschaft von Soo-Has Mutter zu wissen. So hat es ihr die Mutter, Fischhändlerin am Hafen, erzählt. Für Soo-Ha war das Anlass genug, um in Seoul französische Literatur zu studieren.
An einem Wintertag fragt ein verschlossener Franzose (Roschdy Zem) nach einem Zimmer in der kleinen Pension, in der Soo-Ha seit ihrer Rückkehr nach Sokcho arbeitet. Der freundliche alte Pensionsbetreiber ruft sie aus der Küche, weil sie doch Französisch könne. Der Fremde, so findet Soo-Ha heraus, ist Yan Kerrand, in Frankreich ein bekannter und erfolgreicher Grafiker und Autor.
Hiver à Sokcho ist ein ungewöhnlicher – und vor allem ein ungewöhnlich schöner – Erstlingsfilm, weil Regisseur Koya Kamura, ein Franko-Japaner, die angedeuteten Wünsche und Konstellationen seiner Figuren eben so in der Schwebe lässt, wie der zugrundeliegende Roman der Franko-Koreanerin Elisa Shua Dusapin. „HIVER À SOKCHO von Koya Kamura“ weiterlesen

