Angesichts des Zustandes der gegenwärtigen Medien in den USA muten die Rekapitulationen der grossen Enthüllungen wie My Lai oder Watergate seltsam heroisch an. Dabei wäre es an den Journalisten, ihren Job zu machen, statt sich zum Beispiel darüber zu beklagen, dass einige von ihnen zu den Pressekonferenzen des Pentagon nicht mehr zugelassen werden.
Das sagte Laura Poitras gestern Abend in Nyon, nach der Vorführung ihres Dokumentarfilms über die Arbeit von Seymour Hersh. Sie bezog sich damit ziemlich direkt auf einen Satz, den Hersh seinerzeit nach seinen Recherchen zum Vietnam-Massaker von My Lai in die Kamera sagte, in einem Clip, der im Film zu sehen ist: Er könne all die Kollegen nicht verstehen, die zur Pressekonferenz gingen, ihre 500 Wörter Zusammenfassung an die Redaktion abliefern und sich damit zum Sprachrohr der Behörden machten, statt raus zu gehen und selber Fragen zu stellen. „COVER-UP von Mark Obenhaus & Laura Poitras“ weiterlesen



