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    Berlinale 11: OFF BEAT von Jan Gassmann

    Von Brigitte Häring | 18. Februar 2011 - 09:03

    'Off Beat' von Jan Gassmann

    'Off Beat' von Jan Gassmann

    Jan Gassmann ist noch junge 28 Jahre alt – und ist schon zum zweiten Mal mit einem Langfilm an der Berlinale. 2007 zeigte der Zürcher Jungfilmer den Dokumentarfilm Chrigu, den er zusammen mit und über seinen krebskranken und sterbenden Freund Christian Ziörjen gedreht hatte. Jetzt war er zurück im grossen Kinosaal auf der 61. Berlinale und zeigte grosses Kino: Seinen ersten Spielfilm Off Beat. Der Saal bei der Premiere war bis auf den letzten Platz voll und – noch wichtiger – er blieb es auch. Wieder hat Jan Gassmann für einen Film mit einem Jugendfreund zusammen gearbeitet: diesmal mit dem Musiker und Rapper Hans-Jakob Mühletaler. Der schrieb nicht nur die ganze Musik und die Raptexte zum Film, er spielte auch gleich die Hauptrolle selber.

    Off Beat ist ein harter, düsterer Film, roh und ungeschliffen. Es ist die Geschichte von Rapper Luki, der mit dem 20 Jahre älteren Musik- und Hanfproduzenten Misha nicht nur die Bühne, sondern auch das Bett teilt – aber nur heimlich. Luki stolpert durchs Leben, hat eigentlich nichts im Griff und sucht Erfüllung im Drogenrausch. Nach einem totalen Zusammenbruch, der im Spital endet, trennt sich Misha von Luki und holt für das Musikprojekt dessen kleinen Bruder Sämi ins Boot – und dieser nimmt so langsam die Stelle des älteren Bruders ein.

    'Off Beat' von Jan Gassmann

    'Off Beat' von Jan Gassmann

    Der Film von Jan Gassmann kreist um diese drei Figuren, jede an einem anderen Punkt des Lebens, jede irgendwie verzweifelt und verloren. Misha, der ewig Junge, der mit Leuten seines Alters nichts zu tun hat, Luki, der nach der Trennung im Liebeskummer versinkt und Sämi, der eigentlich noch ein Kind ist, das sich plötzlich in viel zu grossen Schuhen wieder findet. Langsam und in immer neuen Konfrontationen werden Beziehungen ausgelotet, diejenige zwischen den ehemaligen Liebhabern, diejenige zwischen den beiden Brüdern.

    Die Dialoge in Gassmanns Film sind laut, frech, frisch und selten künstlich – und schweizerdeutsch. Hans-Jakob Mühletaler als Luki und Manuel Neuburger als Sämi sind Neulinge im Schauspiel. Aber gerade sie beide wirken über weite Strecken sehr viel glaubwürdiger als der einzige professionelle Schauspieler in dieser Dreierkonstellation Domenico Pecoraio, der den Produzenten Misha gibt.

    Manchmal erinnert der Film mit seiner Rapperszene, seinen Freestyle-Battles auf der Bühne und den verzweifelten Versuchen der Protagonisten, in der Welt zurecht zu kommen an Eminems 8 Mile. Eine Kopie davon ist der Film aber ganz und gar nicht – er ist durchaus glaubwürdig angesiedelt in der sehr kleinen Rapper-Szene Zürichs. Off Beat ist ein Rohdiamant – und Jan Gassmann zweifellos einer der grossen Hoffnungsträger für den Schweizer Film.

    Jan Gassmann

    Jan Gassmann

    Topics: CH Film, Film, Filmbesprechung, Filmfestival | 1 Kommentar »

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    Ein Kommentar zu “Berlinale 11: OFF BEAT von Jan Gassmann”

    1. Fan meint:
      27.Juli 2011 at 21:23

      Die wichtigste internationale Branchenzeitung variety sieht es eher so: Unattractive visuals are just one of the pic’s problems, which also include unsympathetic characters and a Swiss idea of grunge that, well, just doesn’t feel that edgy. Gassmann’s docu background perhaps explains the lack of script, but not the confused editing. Novelty aspect of pairing “gay” with “rap” in a non-homophobic way ensures a modest whirl around the queer fest dance floor. Gassmann seems incapable of sustaining a scene or of keeping two people in the same frame for any length of time. Low-level lighting makes it seem as if a bulb died in the projector. Originalarktikel (Adresse ins Bwoserfenster kopieren): https://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:1k-jHYO8YZYJ:www.variety.com/review/VE1117944703/

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