SENTIMENTAL VALUE von Joachim Trier

Stellan Skarsgård, Elle Fanning © frenetic

Warum soll es nicht für einmal das Haus sein, das die Geschichte seiner Bewohner erzählt? Zumindest legen Joachim Trier und sein Drehbuch-Koautor Eskil Vogt diese Idee erst einmal ihrer Hauptfigur in die Hände. Das Mädchen Nora schreibt einen Aufsatz aus der Perspektive des Familienhauses. Wie es sich allenfalls freut über den Lärm seiner Bewohnerinnen, die Stille hasst, wenn niemand da ist. Und wie es die Schwestern Nora und Agnes aus dem Blick verliert, wenn die beiden zuerst durch die Keller- und dann durch die Gartentür zur Schule rennen.

Das Haus, das seit Generationen der Familie gehört, hat im Fundament einen Riss, der gleich nach der Erbauung schon durch eine Bodenabsenkung entstand. Der Riss zieht sich stabil durch die Wände bis unter das Dach, seit Jahrzehnten, ohne weitere Probleme zu verursachen. „SENTIMENTAL VALUE von Joachim Trier“ weiterlesen

VOLVERÉIS von Jonás Trueba

Vito Sanz und Itsaso Arana in ‚Volveréis‘ © Sister Distribution

Nach vierzehn gemeinsamen Jahren sind Ale (Itsaso Arana) und Álex (Vito Sanz) entschlossen, sich freundschaftlich zu trennen und das mit einer grossen Fete mit all ihren Freunden zu feiern. Die Idee dafür geht auf einen Spruch von Ales Vater zurück, der einmal verkündet haben soll, Paare sollten ihre Trennung feiern, nicht ihre Vereinigung. Die witzige, aber in der Praxis absurde Aussage wird als durchgehend wiederholte Erklärung nicht nur zum Running Gag des Films, sondern auch zum einzigen deklarierten Grund für die geplante Trennung.

Eigentlich müsste man aus der Idee einen Film machen, sagt Ale, die Filmemacherin. Und ihr Mann, der Schauspieler, pflichtet bei: « lo que me gusta es que parece una comedia » (Mir gefällt daran, dass das wirkt wie eine Komödie). Und schon sind wir mitten in einem wunderbar cinéphilen Meta-Drama.  „VOLVERÉIS von Jonás Trueba“ weiterlesen