Nicole Kidman, Russell Crowe, Geoffrey Rush, Cate Blanchett: Ablecken und aufkleben

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Die australische Post widmet ihren Oscar-geehrten Landsleuten eine Serie von acht neuen Briefmarken. Nicole Kidman, Russell Crowe, Geoffrey Rush und Cate Blanchett zieren die Zackenblättchen je einmal in Natura und einmal ‚in character‘. Offenbar freuen sie sich alle sehr darüber. Gemäss BBC kann es insbesondere Cate Blanchett gar nicht erwarten, ‚von Millionen von Australiern abgeleckt zu werden‘ („I’m going to be licked by millions of Australians and I can’t wait.“). Wen würden Sie sich von unserer Post auf einer Briefmarke wünschen? Und jetzt sagen Sie bitte nicht Roger Federer. Der klebt schon. Und ich rede von Filmgesichtern.

Kurzes Treffen mit Sandrine Bonnaire

Sandrine Bonnaire in "L'empreinte de l'ange" von Safy Nebbou

Letzte Woche war Sandrine Bonnaire kurz in der Schweiz. Zusammen mit Regisseur Safy Nebbou hat sie die Werbetrommel gerührt für den raffinierten Psychothriller L’empreinte de l’ange. Der Film läuft zwar erst am 12. Februar an, die Vorpremieren sind aber auf Interesse gestossen, und manche Kinobesucher waren ziemlich verblüfft, Frau Bonnaire in einer Nebenrolle zu sehen. Oder in einer Rolle, die wie eine Nebenrolle aussieht. Mehr will und darf ich dazu nicht sagen, Sie hat es auch nicht getan, das dafür aber ziemlich wortreich. Nachzuhören über den Knopf unten. Der Film lohnt auf jeden Fall den Besuch, und Bonnaire-Fans kommen auf ihre Kosten, auch wenn zunächst Catherine Frot das Geschehen auf der Leinwand bestimmt.

Hören:

Winnetous 80. Geburtstag. Hugh!

Am nächsten Freitag (6. Februar 2009) wird der Held meiner frühesten Jugend achtzig Jahre alt: Pierre Brice, der französische Darsteller des deutschesten aller edlen Apachen, der Mann, der nach seinen ersten Erfolgen unter der braunen Schminke bald selber davon überzeugt war, in Wahrheit ein Indianer zu sein, im Herzen, wie im Geiste. Er hat Winnetou in elf Filmen gespielt, in zwei Fernsehserien, und unzählige Male live, an den Karl-May-Festspielen in Bad Sägebrecht Segeberg und in Elspe. Und er hat mir ein Autogramm gegeben, in der Manor, die damals noch Rheinbrücke hiess, im Baselbieter Hauptstädtchen Liestal, als ich etwa 6 Jahre alt war (also ca. 1967) und überzeugt davon, dass ich den wahren Winnetou vor mir hatte. Weil er es auch war, haben wir uns fest in die Augen geblickt und verstanden. „Winnetous 80. Geburtstag. Hugh!“ weiterlesen

Oscars für die Toten

Oscars für Anthony Minghella RIP, Heath Ledger RIP, Sydney Pollack RIP ?
Oscars für Anthony Minghella RIP, Heath Ledger RIP, Sydney Pollack RIP ?

So wie es derzeit aussieht, wird der verstorbene Joker-Darsteller Heath Ledger nicht der Einzige sein, der am 22. Februar gute Chancen auf einen posthumen Oscar hat. Während Ledger als Bester Nebendarsteller in Frage kommt, dürften die ebenfalls 2008 verstorbenen Sydney Pollack und Anthony Minghella als Produzenten von The Reader mit Kate Winslet ins Oscarrennen um den Besten Film geschickt werden. Der Guardian hat die Meldungen von Variety zusammengefasst.

Joaquin Phoenix sattelt um

Joaquin Phoenix in "Walk the Line" (2005)Der Erfolg als Johnny Cash in James Mangolds Walk the Line hat offenbar den Ausschlag gegeben: Schauspieler Joaquin Phoenix will in Zukunft nur noch als Musiker auftreten, seine (beachtliche) Schauspielkarriere hängt er an den Nagel. Das hat er ausgerechnet an einem Paul-Newman-Benefiz-Anlass gestern Abend bekannt gegeben, wie der Guardian meldet. Und der Guardian erinnert sich auch daran, dass das nicht das erste Mal sei, dass Phoenix seine Schauspielkarriere quittiert: 1993, nach dem Tod seines Bruders River, war es schon einmal so weit. Well all right: Walk the Line, Joaquin. Ich finde allerdings weiterhin, er spielt besser als er singt …

Catherine Zeta-Jones als singende Cleopatra in 3D?

Elizabeth Taylor in "Cleopatra"Gemäss Variety plant Irrwisch Steven Soderbergh, nach seinem zweiteiligen Che und zwei weiteren, schon fast abgedrehten Projekten, das wohl bisher abgedrehteste seiner Karriere: Ein Cleopatra-Musical mit Zeta-Jones in der Titelrolle und Hugh Jackman (der bewiesen hat, dass er singen kann) als Markus Antonius. Und das ganze auch noch in 3D. Oh, diese Nase! Und ein Insidertreppenwitz ist das ganze auch noch, schliesslich gilt Cleopatra noch immer als das sprichwörtliche Produktionsdesaster schlechthin, der Film, der das Ende der klassischen Hollywoodstudios eingeläutet hat.

Farewell, Paul Newman!

Robert Redford und Paul Newman in "Butch Cassidy and the Sundance Kid" von George Roy Hill, 1969

Am Freitag ist Paul Newman gestorben, mit 83 Jahren und nicht unerwartet. Sein Nachruf (von Pierre Lachat) lag schon seit Wochen bei uns bereit (so ist das bei den Medien: Wer bei uns keinen vorbereiteten Nachruf liegen hat, hat es noch nicht ganz geschafft). Ich war unterwegs und beschäftigt, aber einfach so will ich ihn nicht ziehen lassen. Hier also eine kleine Sammlung von Links zu Hommagen im Web:

Guardian New York Times
Süddeutsche Zeitung
Google News deutsch
FAZ
Variety
ImdB
Wikipedia deutsch
Wikipedia english
Wikipedia français
le monde
Newman’s Own (seine Salatsaucen etc. Eigenmarke/Stiftung)

Nicole Kidman ist zu teuer

Nicht nur absurde Managerlöhne bewegen die Gemüter, das amerikanische Magazin Forbes hat nun auch wieder eine Reihe seiner berüchtigten Salärlisten erstellt, darunter jene der am höchsten überbezahlten Stars. An der Spitze steht diesmal die Australierin Nicole Kidman, die im letzten Jahr noch einen Dollar engebracht habe, pro Dollar, den man für sie bezahlt habe – im Gegensatz zum Verhältnis von 8:1 des Vorjahres (würde ja eigentlich heissen, die Frau ist immerhin kostenneutral zu haben. Oder nicht?). Dass das auch mit dem Flop The Invasion zu tun hat, liegt auf der Hand. Aber neben all den "power rankings" und Listen der reichsten Schweizer etc. finde ich eine solche rein pekuniäre Einstufung all dieser Hollywood-Occasionen ganz erfrischend. Zumal solche Listen den gnadenlosen Hintergrund der Traumfabrik wunderbar schäbig aufscheinen lassen.

Cannes: Kung Fu Panda kultureller Abstieg, sagt Dustin Hoffman

Zwischen all den knallharten, anspruchsvollen Filmen hier in Cannes nahm sich die Animationskiste Kung Fu Panda eindeutig nicht so ernst (auch wenn die Produzenten da mit knallhartem Business rechnen). Und auch die Schauspieler an der Pressekonferenz waren der Ironie nicht abgeneigt. Dustin Hoffman, der neben Jack Black in der Titelrolle und Angelina Jolie auch zu den Stimmen hinter den Figuren gehört, anwortete auf die etwas insolente Frage, wie er seinen Weg von The Graduate zu Kung Fun Panda beschreiben würde: „Es ist ein kultureller Abstieg. Aber ihr Journalisten seid da ja auch dabei, wir sitzen alle im gleichen Boot!“ (hören als MP3)