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    Cannes 09: ökologischer Unsinn

    Von Michael Sennhauser | 20. Mai 2009 - 00:30

    papers

    Vom ökologischen Standpunkt her ist so ein Filmfestival eine Katastrophe: In den sieben Tagen, in denen ich jetzt hier bin, hat sich dieser Papierhaufen in meinem Zimmer angesammelt. Und das ist nur der Teil, den ich nicht direkt entsorgt habe. Rund sechs sogenannte Trade-Papers wie Variety, Screen oder der Hollywood Reporter kommen mit einer täglichen Ausgabe, die gratis verteilt wird. Bei vier- bis sechstausend Journalisten und noch einmal so vielen Einkäufern und Verkäufern sind das unglaubliche Papiermengen, welche da Nacht für Nacht bedruckt werden. Dazu kommen die Presseunterlagen zu den einzelnen Filmen, nicht nur in den Sektionen, sondern auch jene, die auf dem Markt feilgeboten werden.

    Dabei ist der grösste Teil dieses Papiers längst überflüssig. Die Heimausgaben der Trade-Papers spielen alle schon längst mit der Idee, nur noch via Website aufzutreten. Aber am Festival, wo alle dauernd herumrennen und dann wieder irgendwo warten, lassen sich Inserate eben noch an den Mann und an die Frau bringen auf Papier. In ein paar Jahren, wenn sich das mobile Web so zur Selbstverständlichkeit entwickelt haben wird, wie das mobile Quasseln, wird es viel weniger Bäume brauchen, und weniger Abfall geben hier. Dafür noch mehr Elektrosmog. Schliesslich ist schon jetzt der Gedanke furchterregend, dass in dieser kleinen Stadt während des Filmfestivals dauern rund 10’000 Leute auf einmal am Telefonieren sind -auf einer Fläche von 2 Quadratkilometern. Und was die 200’000 Leute hier sonst noch alles verbrauchen, hinterlassen, wegschmeissen, in einer Infrastruktur, die normalerweise nur 60’000 Menschen dient, das ist kaum abzuschätzen. Allein der George-Clooney-Kapsel-Kaffee-Verbrauch in den Gratis-Werbecafebars, welche so ein Weltkonzern hier im Palais eingerichtet hat, lässt täglich tausende von Kartonbechern voller Kapselkaffee raus, stets mit Plastiklöffel und Zuckertütchen. Aber Kaffee via mobiles Web, das wird noch auf sich warten lassen. Die Film-Presseinformationen hätte ich ich aber längstens lieber nur noch online.

    Topics: Allgemein, Filmbusiness, Filmfestival | 1 Kommentar »

    1 Kommentar

    1. Da wird es dich ja freuen, dass Fox-Warner (Switzerland) diese Woche mitgeteilt hat, dass die Pressehefte zukünftig verstärkt nur noch als Word-Dokument auf dem Presseserver zur Verfügung stehen.

      Kommentar by Thomas — 20. Mai 2009 @ 06:25

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