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    NIFFF 13: KISS OF THE DAMNED von Xan Cassavetes

    Von Michael Sennhauser | 7. Juli 2013 - 10:34

    Joséphine de La Baume

    Joséphine de La Baume

    Xan Cassavetes hat, wie ihr filmender Bruder Nick, berühmte Eltern: John Cassavetes und Gena Rowlands. Kein einfaches Erbe, wenn man selber Filme machen will. Aber mit Kiss of the Damned hat sie nun gleich doppelt Pech: Das Vampir-Genre hat definitiv Peak-Blood erreicht und im Jahr fünf von True Blood ist auch die schwierige Koexistenz von Vampiren und Menschen in allen Varianten durchexerziert. Vor allem aber ist diese doch eher schwülstige Geschichte zweier Vampir-Schwestern und ihrer Männer-Probleme nicht viel mehr als ein Post-Teenie-Ableger im Twilight-Gefolge.

    Die schöne Djuna (Joséphine de La Baume) lebt zurückgezogen in einem prächtigen Haus in Connecticut und schaut Nacht für Nacht die grossen Schmachtfetzen des romantischen Kinos – wenn sie nicht gerade im Wald einer Hirschkuh nachrennt, um ihren Hunger zu stillen.

    Anna Mouglalis, Joséphine de La Baume, Milo Ventimiglia

    Anna Mouglalis, Joséphine de La Baume, Milo Ventimiglia

    Den seelischen Hunger, den hat sie unterdrückt. Allerdings trifft sie in der Videothek der Bick des Drehbuchautors Paolo (Milo Ventimiglia) wie der sprichwörtliche Blitz. Erst wehrt sie seine Avancen ab, aber als er immer wieder kommt, lässt sie sich von ihm mit dicken Ketten ans Bett fesseln (wie weiland Nastassia Kinski in Paul Schraders Cat People Remake von 1982 — 50 Shades of Grey lassen grüssen) und das romantische Verhängnis nimmt seinen Lauf.

    Joséphine de La Baume, Milo Ventimiglia

    Um die Dinge zu komplizieren, taucht allerdings noch Djunas kleine Schwester Mimi auf, gespielt von unserem Sennentuntschi Roxane Mesquida, ein wirklich blutrünstiges Biest, das von der friedlichen Koexistenz mit den Menschen genau so wenig hält wie von künstlichem Blut.

    Was in HBOs True Blood mit viel Humor und Sarkasmus zeitgenössisch eingebettet erscheint, inszeniert Cassavetes mit einem heiligen Ernst und einer Sehnsucht nach kontinentaler Dekadenz. Das hat sie allerdings auch dazu verleitet, mit Mesquida, de La Baume und der schönen Anna Mouglalis lauter Europäerinnen in den Hauptrollen zu besetzen. Und dies wiederum führt nicht zu authentischen Akzenten, sondern zu einem grauslich papierenen Amerikanisch.

    Alles in allem ist Kiss of the Damned keine Bereicherung des Vampir-Genres, sondern bloss ein netter Blinddarm von Twilight. Oder ein weiterer Sargnagel in der V-Kiste.

    Topics: Film, Filmbesprechung, Filmfestival | Kommentare deaktiviert für NIFFF 13: KISS OF THE DAMNED von Xan Cassavetes

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